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Presse-Stelle:  Der Spatz - Alternativer Anzeiger für Bayern, D-80999 München
Rubrik:Gesundheit    Datum: 11.12.2001
Gesunder Schlaf ist ungestörter Schlaf
Die Gene bestimmen die Länge des Schlafs von Norbert Suchanek
Für die meisten Menschen ist es ein Leichtes anderen den Schlaf zu rauben. Viel schwieriger ist es selbst Schlaf zu finden, vor allem wenn nachts vor dem Fenster der Autoverkehr dröhnt oder über dem Dach Urlaubsjets oder Tiefflieger hinwegdonnern. Doch was ist der Schlaf überhaupt?

Noch befindet sich die Schlafforschung am Anfang. Das, was wir bereits wissen, zeigt aber deutlich, daß der Schlaf alles andere als ein passiver Zustand ist. Im Gegenteil. Im Schlaf ist das Gehirn quicklebendig und hochaktiv.

"Schlafen", sagt die Wissenschaftsautorin Charlotte Kerner, "ist eine Eigenschaft des Gehirns." Und dies wiederum ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Der französische Kaiser Napoleon beispielsweise war ein bekannter Kurzschläfer. So schrieb er seinen Untertanen damals auch ins Stammbuch: Männer benötigten lediglich vier Stunden Schlaf, Frauen fünf Stunden und Idioten sechs Stunden. Folglich hätte der nicht weniger berühmte Albert Einstein ein Vollidiot sein müssen. Denn dieser bekannte einst, er brauche 12 Stunden Schlaf, um einen klaren Kopf zu haben. Durchschnittlichere Menschen als Einstein oder Napoleon kommen, so die moderne Forschung, mit täglich 7,5 Stunden Schlaf aus. Das heißt aber natürlich nicht, daß Kurz- oder Langschläfer eine unterschiedliche Intelligenz haben. Denn nicht die Intelligenz bestimmt nach Ansicht der heutigen Forschung die Länge des Schlafes, sondern die Erbsubstanz in unseren Zellen, die Gene. Sie "wissen" wieviel nächtliche Erholung das einzelne menschliche Gehirn und der jeweilige Körper brauchen.

Schlafentzug ist wie Folter

Schläft der Mensch allerdings weniger, als es in seinem "Erbprogramm" vorgeschrieben ist, so hat dies einen deutlichen, negativen Einfluß auf die Leistung unseres Gehirns. Wer zu wenig Schlaf bekommt, ist beispielsweise Tags darauf unkonzentriert, gereizt, kann seine Bewegungen schlechter koordinieren. Gänzlicher Schlafentzug hat noch schlimmere Folgen. Charlotte Kerner: "Fünf bis zehn Tage Schlafentzug sind wie eine Folter und erlauben eine Gehirnwäsche, die den völligen Zusammenbruch der Persönlichkeit zu Folge hat.

Wachstum braucht Schlaf

Doch nicht nur das Gehirn ist nachts aktiv. Auch unsere Hormone sind voll im Einsatz. Wachstumshormone beispielsweise durchfluten uns im ersten Teil der Nacht, der vom Tiefschlaf bestimmt wird. Diese Hormone regen die Zellteilung an, sind folglich auch wichtig für die "Erneuerung" unseres Körpers. Der Ausspruch vom "Schönheitsschlaf" hat also durchaus seine Berechtigung. Und wer schlecht geschlafen hat, sieht am nächsten Tag in der Regel wirklich schlecht aus. Nach dem 45. Lebensjahr allerdings werden immer weniger Wachstumshormone im Schlaf ausgeschüttet. So daß ab dann auch kein "Schönheitsschlaf" mehr hilft.

Schlaflose Ratten bekamen Tumore

Aus Untersuchungen mit Ratten weiß die Forschung, daß längerer Schlafentzug den ganzen Körper regelrecht kaputt machen kann. Die über längere Zeit hinweg am Schlafen gehinderten Nagetiere bekamen beispielsweise Geschwüre und verloren an Gewicht, obwohl sie statt zu schlafen immer mehr fraßen. Der gesamte Stoffwechsel- und Energiehaushalt der Tiere entgleiste. "Die Tiere konnten ihre Körpertemperatur nicht mehr kontrollieren und waren nach vier Wochen an Infekten gestorben." Es ist daher anzunehmen, daß auch Stoffwechsel, Energiehaushalt und Immunsystem des Menschen einen ausreichenden Schlaf benötigen, um richtig zu funktionieren. Doch wie gesagt: Wieviel Schlaf der einzelne Mensch braucht, ist unterschiedlich. Wichtig ist, daß störungsfrei geschlafen wird.

Elektrosmog kann Schlaf rauben

Aber die Anzahl der Menschen, die im Schlaf gestört werden, nimmt eher zu, denn ab. Schlafmediziner schätzen: Bereits jeder vierte Erwachsene leidet bei uns unter Schlafstörungen. Nächtlicher Verkehrslärm ist eine Ursache. Streß im Alltag, Existenzängste, Arbeitslosigkeit kommen hinzu. Auch der sogenannte Elektrosmog gilt bei manchen als "Schlafräuber". Netzfreischalter können dabei helfen, diese durch Stromleitungen erzeugten elektromagnetischen Wechselfelder im Schlafzimmer und im Haus generell zu minimieren. Ein gutes Bett, das den gesamten Körper stützt sowie atmungsaktive Bettwäsche aus biologischen Materialien können gleichfalls zu einem gesunden, störungsfreien Schlaf beitragen.

Manche schwören dabei auch auf Wasserbetten. Laut der Zeitschrift "Öko-Test" sei diese vermeintlich moderne Bettenart übrigens gar nicht so unökologisch. Schließlich hätten bereits die "alten" Perser vor 3.000 Jahren auf Wasserbetten geschlafen. Freilich bestanden diese aus mit Pech verklebten Ziegenhäuten und nicht wie heute aus PVC-Kunststoff. Selbst das von Öko-Test geprüfte Öko-Wasserbett einer Schweizer Firma besteht aus diesem umweltschädlichen Material.

Aber nicht alle Schlafstörungen lassen sich durch ein gutes Bett beseitigen, egal wie die Matratze gefüllt ist. So manche Schlaflosigkeit hat nämlich medizinische Ursachen. So leiden etwa zwei Millionen Bundesbürger an der sogenannten Schlafapnoe. Diese Krankheit, ausgelöst durch Verlegung der Atemwege in Nase und Rachen, führt des nachts zu mehrfachem, mindestens zehn Sekunden dauerndem Atemstillstand. Diese Krankheit, die selbst durch die teuerste Gesundheitsmatratze nicht zu beseitigen ist, führt schließlich auch zu Bluthochdruck und anderen Schäden am Herz-Kreislaufsystem. Wer dauerhaft schlecht schläft, sollte sich deshalb nicht scheuen den Arzt aufzusuchen.<

Weitere Informationen zu Schlafstörungen gibt es bei:

Verbund deutscher Selbsthilfegruppen in der Schlafmedizin, Fax 02129-32945, Email dnger@wtal.de.<

Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, Fax 06691-2823, Internet: www.dgsm.de.<



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