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Presse-Stelle:  Geschäftsstelle Bundesprogramm Ökologischer Landbau in der BLE, D-53175 Bonn
Rubrik:Umwelt & Naturschutz    Datum: 05.02.2010
Der Themendienst des Fachbeirats für den ökologischen Landbau - Ausgabe 02/2010
Forschen für eine nachhaltige Zukunft
Der Themendienst ist ein Service des Bundesprogramms Ökologischer Landbau. Jede Themendienst-Ausgabe wird von einem Team von 6 Journalisten erstellt und von einem eigens dafür einberufenen Fachbeirat geprüft und herausgegeben. Ziel ist die bessere Verknüpfung von Forschung und Praxis im Bereich Ökolandbau. Zielgruppe des Themendienstes sind Journalisten und interessierte Akteure im Bereich Ökolandbau.

Ausgabe 02/2010

INHALT
1. Hefeextrakt in Bioprodukten - Alternativen zu einem kritischen Produkt
2. Pflanzen schützen mit Stroh und Vlies - wie sich Blattläuse auf natürliche Art verjagen lassen
3. Mit Einkorn besonders gesunde Brötchen backen - neue Chance für ein uraltes Getreide
4. Ein heißer Tipp - besserer Schutz von Bioobst vor "Feuerbrand"

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1. Hefeextrakt in Bioprodukten - Alternativen zu einem kritischen Produkt

Immer mehr Bioprodukte enthalten Hefeextrakt, so vor allem Convenience-Erzeugnisse wie Kartoffelchips oder Tütensuppen. Vor allem konventionelle Hersteller, die neu in den Biomarkt einsteigen, setzen verstärkt Hefeextrakt in ihren Ökoprodukten ein. Aber auch traditionelle Naturkosthersteller nutzen die geschmackssteigernde Wirkung. Anders als synthetische Geschmacksverstärker wie das in Bioprodukten verbotene Natriumglutamat gilt Hefeextrakt als Lebensmittelzutat und darf daher wie Zucker, Salz oder Pfeffer eingesetzt werden. Denn Hefe und der daraus hergestellte Hefeextrakt enthalten genauso wie Tomaten oder Parmesan natürlicherweise Glutamate. Glutamate als Zusatzstoff in Lebensmitteln werden jedoch von vielen kritisch gesehen. Forscher der Fachhochschule Münster sind in Kooperation mit dem BNN Herstellung und Handel e. V. der Frage nachgegangen, in welchen Fällen Hefeextrakt aus Herstellersicht unverzichtbar ist und wo in der Praxis bereits Alternativen im Einsatz sind.


2. Pflanzen schützen mit Stroh und Vlies - wie sich Blattläuse auf natürliche Art verjagen lassen

Blattläuse können im ökologischen Gemüseanbau für erhebliche Ernteausfälle sorgen. Dass man die Tiere in vielen Fällen völlig giftfrei vertreiben kann, haben Wissenschaftler des Bundesforschungsinstituts für Kulturpflanzen mit ihren Untersuchungen nachgewiesen. Die Forscher wollten wissen, ob sich unterschiedliche Mulchmaterialien auf den Blattlausbefall auswirken. Dazu verwendeten sie in verschiedenen Gemüsekulturen zum einen Weizenstroh und zum anderen farbige Kunststoffvliese. Von den Ergebnissen waren sie selbst überrascht: Das Mulchen war zwar nicht in allen Fällen von Erfolg gekrönt. Doch führte zum Beispiel Strohmulch in Kulturen mit Brokkoli, Buschbohne und Dicker Bohne zu einer Halbierung des Befalls. Auch mit silbernen, roten, weißen und aluminiumbedampften Silbervliesen erzielten die Forscher gute Erfolge.


3. Mit Einkorn besonders gesunde Brötchen backen - neue Chance für ein uraltes Getreide

Einkorn gehört zu den ältesten bekannten Getreidearten. Die mit dem Weizen verwandte Pflanze wäre fast in Vergessenheit geraten, wenn nicht Biobäcker in den letzten Jahren verstärkt auf Einkorn gesetzt hätten. Der Vorteil des Traditionsgetreides: Es hat einen hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Carotinoiden und essenziellen Aminosäuren. Deutsche Forscher haben sich nun auf die Suche nach Sorten gemacht, die sich besonders gut zur Herstellung von Backmehl eignen und die gleichzeitig einen hohen Ertrag liefern. Dabei mussten sie zunächst eine neue Methode entwickeln, um überhaupt die besonderen Mehleigenschaften des Einkorns bestimmen zu können - eine Art Probebacken von Einkornbrötchen. Am Ende haben die Forscher tatsächlich eine vielversprechende Sorte entdeckt. Sie soll jetzt weiter züchterisch optimiert werden.


4. Ein heißer Tipp - besserer Schutz von Bioobst vor "Feuerbrand"

Wenn Blätter und Blüten plötzlich vom Blattstiel welken und sich braun oder schwarz verfärben, wenn sich schließlich die Triebspitzen hakenförmig nach unten krümmen, dann ist das ein sicheres Anzeichen dafür, dass eine Obstplantage vom gefährlichen Feuerbranderreger Erwinia amylovora heimgesucht wird. Die Pflanze sieht wie verbrannt aus - daher der Name "Feuerbrand". Um Feuerbrandepidemien abzuwenden, benötigt der ökologische Obstbau Regulierungsmethoden, die Blüteninfektionen verhindern. Ein von der Universität Konstanz in Zusammenarbeit mit der Fördergemeinschaft Ökologischer Obstbau e. V. und dem Julius Kühn-Institut (ehemals Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, BBA) gesteuertes Forschungsvorhaben hat Strategien zur Bekämpfung der Bakterienkrankheit im Ökoobstbau entwickelt. Die neuen Methoden werden in einem derzeit laufenden Nachfolgeprojekt in Freilandversuchen auf ihre Praxisbedingungen hin geprüft. Darunter finden sich auch antibiotikafreie Ansätze.

Den kompletten Inhalt der dritten Ausgabe finden Sie unter www.oekolandbau.de/journalisten/themendienst-oekolandbau


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Elmar Seck
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