Zurück zur ECO-World Startseite

Haftungsausschluss
Impressum
Datenschutzerklärung
 








  Forum
 
 
HOME | Top-Nachrichten | Umwelt & Naturschutz alle Nachrichten
 Hier finden Sie laufend aktuelle Nachrichten aus dem Themenbereich Ökologie.
Stichwort    Art 
Hilfe   neue Suche  alle Pressestellen anzeigen 
Wenn Sie Meldungen zu einem bestimmten Thema suchen, steht Ihnen die Navigation links zur Verfügung. - Mit ECO-News, dem Presseverteiler der ECO-World sind Sie immer auf dem Laufenden.

 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  ECO-News Deutschland, D-81371 München
Rubrik:Umwelt & Naturschutz    Datum: 10.05.2021
Sorge um Erdkröte und Grasfrosch wächst
Erste Bilanz der Amphibienaktion 2021 des BUND Naturschutz
Eine erste Auswertung der diesjährigen Amphibienwanderung in Bayern hat ergeben, dass sich der negative Trend der letzten Jahre fortsetzt: an den meisten Amphibienzäunen wurden von den Aktiven des BUND Naturschutz (BN) noch weniger wandernde Erdkröten und Grasfrösche gezählt als in den drei Vorjahren, die bereits durch sehr niedrige Zahlen aufgefallen waren. Durch die ungewöhnlich lange Kälteperiode im Frühjahr hat sich zudem die Wandersaison sehr in die Länge gezogen und den rund 6.000 freiwilligen Helferinnen und Helfer bei Europas größter Artenrettungsaktion viel Einsatz und Geduld abverlangt. Als Ursache für die niedrigen Zahlen wird die Frühjahrs- und Sommertrockenheit der letzten Jahre vermutet. "Unsere Allerweltsarten wie Grasfrosch und Erdkröten leiden unter der Klimakrise. Die Zahlen sind ein überdeutliches Alarmzeichen", sagt Richard Mergner, Vorsitzender des BN und zeigt Wege auf, dem Verlust entgegenzuwirken: "Wenn wir in Bayern Feuchtlebensräume erhalten und neu schaffen und die Landschaft amphibienfreundlich gestalten, haben Frösche, Kröten und Molche auch in Zukunft eine Chance."

Erdkröten © U.Meßlinger
Amphibien wandern in regnerischen Frühjahrsnächten mit Temperaturen von mindestens 5°C. 2021 gab es nach einigen warmen Nächten im Februar, in denen alle Amphibienzäune aufgebaut wurden, bayernweit eine ein bis zwei Monate dauernde Kälte- und Trockenphase. Früher wurden die Amphibienzäune oft Anfang bis Mitte April abgebaut, da die Amphibienwanderung dann abgeschlossen war. Heuer standen einige Zäune sogar bis Ende April in der Hoffnung, dass die bis dahin in geringer Zahl wandernden Tiere vielleicht noch kommen würden. Mergner ist begeistert, dass der daraus resultierende größere Betreuungsaufwand das Engagement der Krötensammler nicht gebremst hat: "Wir bedanken uns herzlich bei allen Helferinnen und Helfern, die auch während der langen Kälteperiode unermüdlich Morgen für Morgen und Abend für Abend die Zäune kontrolliert haben, um sich um die vereinzelten Tiere zu kümmern, die trotz des kalten Wetters unterwegs waren."

Eine Befragung von 19 ausgewählten BN-Kreisgruppen (Amberg-Sulzbach, Bad Kissingen, Bad Tölz-Wolfratshausen, Bamberg, Eichstätt, Fürth-Land, Kulmbach, Landshut, Main-Spessart, Miesbach, Nürnberger Land, Neustadt-Aisch, Passau, Rosenheim, Roth, Schwandorf, Schweinfurt, Weilheim-Schongau und Weißenburg Gunzenhausen) zeigt bayernweit das gleiche Bild: Die Anzahl der Amphibien, die von den BN-Amphibienzaunbetreuerinnen und -betreuern gesammelt und sicher über die Straße gebracht wurde, waren an den meisten Übergängen ähnlich gering wie 2020 oder gingen gar nochmals zurück. Nur an wenigen Übergängen konnte gegenüber 2020 eine leichte Erhöhung festgestellt werden. "Diese Zahlen machen uns Riesensorgen. Wir vermuten, dass vor allem die aufeinanderfolgenden trockenen Frühjahre und Sommer der letzten drei Jahre den Amphibien zugesetzt haben und für die geringe Anzahl bei der diesjährigen Laichwanderung verantwortlich sind," so Uwe Friedel, Artenschutzreferent des BN. Ob und wie sich die Zahlen wieder erhöhen, falls es wieder feuchtere Jahre gibt, sei nicht vorherzusehen. Es könne für Bayerns Amphibien bereits fünf vor zwölf sein, insbesondere, weil zu befürchten sei, dass lange Trockenperioden im Frühjahr und Sommer durch die Klimakrise zukünftig eher die Regel als die Ausnahme sein werden.

Geringe Niederschläge führen zu niedrigen Wasserständen in Tümpeln, Teichen und Kleinstgewässern z.B. in nassen Wiesen. Bei Amphibien, die hier u.a. ablaichen, wie z.B. Grasfrosch oder Gelbbauchunke, droht bei ausbleibenden Frühsommerniederschlägen der Verlust des Laichs oder der Kaulquappen, wenn die Wasserstellen austrocknen. Die trockene Landschaft bietet zudem für die Hüpferlinge, also die das Gewässer verlassenden Jungtiere der Amphibien, sehr ungünstige Überlebensbedingungen, so dass viele schon auf dem Weg vom Laichgewässer in den Sommerlebensraum verenden. Auch können sich in mageren - weil trockenen - Sommern die Erdkröten-Weibchen auch weniger Reserven anfressen, die aber für die Paarungsbereitschaft notwendig sind. So könnten die drei aufeinanderfolgenden trockenen Sommer einfach dazu geführt haben, dass viele Weibchen nicht ausreichend genährt waren, um sich dieses Jahr auf die Laichwanderung zu begeben.

Um Bayerns Amphibien auch in Zeiten der Klimakrise eine Überlebenschance zu bewahren, fordert der BUND Naturschutz:
  • die Erhaltung aller naturnahen Gewässer und Feuchtbiotope sowie des Feuchtgrünlandes in Bayern,
  • die Wiederherstellung der natürlichen Auendynamik an bayerischen Flüssen in Verbindung mit natürlichem Hochwasserschutz,
  • das Belassen von breiten Uferrandstreifen an stehenden und fließenden Gewässern,
  • die Erleichterung der Amphibienwanderungen durch bessere Vernetzung ihrer Lebensräume (Biotopverbund),
  • die Berücksichtigung der Auswirkungen auf Amphibien in Zulassungsverfahren neuer Pestizide
  • eine finanzielle Förderung für Landkreise und Kommunen beim nachträglichen Einbau von Amphibienschutzanlagen an Kreisstraßen und Ortsverbindungsstraßen,
  • Reduzierung des anhaltend hohen Flächenverbrauchs in Bayern, da dieser auch die Lebensräume von Amphibien betrifft sowie
  • als langfristig wirksame und dringend notwendige Maßnahme eine ambitionierte Klimaschutzpolitik der bayerischen Staatsregierung.

"Wenn wir rechtzeitig handeln, können wir noch verhindern, dass eines Tages das Quaken der Frösche so selten zu hören sein wird wie der Gesang von Braunkehlchen oder des Kiebitzes," so Uwe Friedel.

Diskussion

  Login



 
 
  Aktuelle News
  RSS-Feed einrichten
Keine Meldung mehr verpassen

23.06.2021
Wir sind bunt O2 Tower in München erstrahlt in Regenbogenfarben


Die Ruhe vor dem Sturm 3 Tipps für eine Marketingstrategie nach der Pandemie


22.06.2021
Sichere Wasserstofflösungen für klimafreundliche Stadtquartiere TÜV SÜD begleitet Vorzeigeprojekt in Esslingen


FNG-Marktbericht 2021 bestätigt ForestFinance - Nachhaltige Investments der Privatanleger steigen um 117 %

Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards bringt Mehrweg-Kreislauf-Modell mit den richtigen Standards in Schwung Nach fast fünf Jahren sind die FairCup-Mehrweg-Gebinde reif für den Einsatz im Lebensmittel-Handel


Nachhaltige Give-Aways Baumwolltaschen in GOTS- und Fairtrade-Qualität


21.06.2021
Erfolgreich Bloggen Mit diesen 4 Tipps gelingt Ihr Blog


Mut sieht anders aus Union drückt sich bei Wahlprogramm um Antworten

Vor 50 Jahren: Das erste Umweltprogramm einer Bundesregierung Der Wegbereiter war Willy Brandt


Streamen statt schlummern: Jeder Zweite lenkt sich nachts ab Schlafstörungen laut KKH-Daten auf dem Vormarsch - Corona-Krise belastet zusätzlich

EU-Agrarsubventionen machen Landwirtschaft nicht klimafreundlicher Die meisten Maßnahmen haben nur ein geringes Klimaschutzpotenzial


FIAN und ECCHR reichen Klage gegen KfW Förderbank ein KfW verweigert Informationszugang zu Menschenrechts- und Umweltauswirkungen bei Investition in Paraguay

Weltflüchtlingstag 70-Jahre Genfer Flüchtlingskonvention ist gleichermaßen Grund zum Feiern und zur Mahnung

Tariffreie Zone Amazon ist nicht akzeptabel Beate Müller-Gemmeke zu den Streiks der Gewerkschaft ver.di an mehreren Amazon-Standorten anlässlich des "Amazon Prime Day"

Viel Sonne, viel Ozon UBA-Erklärfilm: Ozon - Schützende Schicht und giftiges Gas

"Die Kunst zu leben" findet neue Heimat in Murnau Südbayerns Magazin für Gesundheit, Kreativität und Lebensfreude ab sofort im Mankau Verlag


19.06.2021
Hessen blüht! Kampagne "Bienenfreundliches Hessen" weiter erfolgreich: Anteil an Blühflächen im Land erneut gesteigert

Bürger zur Sonne, zur Freiheit Ein Kommentar von Franz Alt

18.06.2021
Der versteckte Solardeckel muss weg Sofortige Anhebung der Erneuerbaren Ausbauziele noch vor der Wahl nötig

Hitze hat Folgen für Stadtbäume SDW fordert mehr Engagement der Städte