Zurück zur ECO-World Startseite

Haftungsausschluss
Impressum
Datenschutzerklärung









  Forum
 
 
HOME | Top-Nachrichten | alle Nachrichten
 Hier finden Sie laufend aktuelle Nachrichten aus dem Themenbereich Ökologie.
Wenn Sie Meldungen zu einem bestimmten Thema suchen, steht Ihnen die Navigation links zur Verfügung. - Mit ECO-News, dem Presseverteiler der ECO-World sind Sie immer auf dem Laufenden.

Stichwort    Art 
 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  Biopark e.V., D-19395 Karow
Rubrik:Land und Gartenbau    Datum: 19.03.2002
Ökolandbau als Zukunftsperspektive am Beispiel des ökologischen Verbands Biopark
H.-D. Matthes1, V. Pastushenko1, T. Hein2, J. Freitag1

1Biopark e.V.
2Biopark Markt GmbH

Perspektiven
Wie wird die Stellung der Biobranche bei der Behandlung neuer Basisinnovationen im neuen Jahrhundert von den Nationalökonomen gesehen? Hat der Biosektor eine Zukunft?
Der Wachstumsmarkt der Zukunft ist der Gesundheitsmarkt. Diese Prognose wird abgeleitet aus den Kondratieff-Zyklen, - Aufschwung und Abschwung, Konjunktur und Rezession wechseln sich gegenseitig ab. In der Marktwirtschaft treten diese Schwankungen in Perioden von 40 - 60 Jahren auf (= Kondratieff-Zyklen). Kontratieff-Zyklen sind Innovationsschübe, die von Basisinnovationen ausgelöst werden (Nefiodow, 1999). Der fünfte Kondratieff-Zyklus hat als Basisinnovation die Informationstechnik. Aber was ist der nächste Langzeitzyklus?
Heute wird eingeschätzt, dass körperliche, seelische, geistige, ökologische und soziale Schäden, Störungen und Erkrankungen Kosten von ca. 15 Milliarden US Dollar bei einem Weltsozialprodukt von 28 Milliarden US Dollar verursachen und wegen der noch unerschlossenen Produktivitätspotentiale die größte Wachstumsreserve der Welt darstellt.
Der herkömmliche Gesundheitssektor, wie wir ihn heute kennen mit Medizintechnik, Pharmaindustrie, Ernährungsindustrie Krankendienste... hat die ganzheitliche Gesundheit aus den Augen verloren und wird sich auch nicht kurzfristig umstellen.
Außerhalb dieses Bereiches bildet sich der neu aufkommende Gesundheitssektor, wie Umwelt/Naturschutz, Umwelttechnik, Naturheilverfahren, Naturwaren, Naturkost, Religion, Körpertherapie, Tourismus und Freizeit u. a., deren Promotor die Bio-Branche ist. Dieser Gesundheitssektor spiegelt sich in seinen Akteuren wider, wie den Umweltschützern, Naturschützern, Öko-Landwirten, Vertreter der Naturheilverfahren, der Naturkost und Naturwaren.
Die Nachfrage nach Naturprodukten steigt stetig und sorgt für einen entsprechenden Druck der Verbraucher. Es wird zunehmend auf ökologische, schadstofffreie Qualität Wert gelegt. Immer mehr Verbraucher setzen Bio-Produkte mit gesunden Produkten gleich. Gleichzeitig steigen die Unternehmen ständig, die ökologische Produkte und Dienstleistungen anbieten.
Der Leitsektor des sechsten (nächsten) Kondratieff-Zyklus ist die Gesundheit im ganzheitlichen Sinn (körperliche, seelische, geistige, ökologische und soziale) (Abb. 1)

Die Voraussetzung für die Einhaltung der Basisinnovation des "sechsten Kondratieff" werden für Westeuropa als gut eingeschätzt. Ein Bestandteil des "sechsten Kondratieff" ist die Produktion gesunder Nahrungsmittel über die ökologische Produktionsweise.
Damit liegt die im Jahr 1990 von uns für Biopark aufgestellte Vision einer Entwicklung einer umfassenden Vermarktungsstrategie und damit Schaffung und Erhaltung von leistungsfähigen landwirtschaftlichen Betrieben in benachteiligten Gebieten voll im Zukunftstrend der Landwirtschaft.
Ausgegangen ist die Biopark - Strategie von Wissenschaftlern und Landwirten aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zu neuen Fragen um die Wendezeit, für die ein Lösungskonzept gefunden werden musste.
Es handelt sich um folgende Fragen:
  • wie sollen die großflächigen nach der Wende sehr vieharmen Grünlandgebiete weiter bewirtschaftet werden
  • welche Lösungen gibt es
    - wenn das Land einen sehr großen Teil der LN unter Schutz gestellt hat
    - wenn über 50 % der LN als benachteiligt eingeschätzt wird
  • wie ist der Marktferne, der geringen Kaufkraft, dem geringen Wissen um gesunde Ernährung und um artgerechte Tierhaltung sowie der kritiklose Nahrungsmitteleinkauf der einheimischen Bevölkerung zu begegnen?
  • Wie können Produktionseinbußen durch Auflagen des Naturschutzes durch den Landwirt selbst finanziell abgefangen werden?

Die Strategie konzentrierte sich nicht auf eine Direktvermarktung, sondern auf eine Zusammenarbeit mit dem Handel und vieler Partner, die zum Erfolg und zur Glaubwürdigkeit beitragen sollten. Da in erster Linie eine Zusammenarbeit mit dem LEH angestrebt wurde, waren folgende Voraussetzungen zu entwickeln:
  • die Voraussetzungen für neue Vermarktungswege, die aufgebaut werden müssen, wie z.B. die zur Bündelung großer Warenmengen führen
  • dass Partnerschaften mit Spezialisten zu schaffen sind
  • moderner Organisationsformen zu bilden sind
  • eine gläserne Produktion mit Nachvollziehbarkeit der Kontrolle zu organisieren ist, die konsequent nur über Richtlinien für ökologische Produktion und artgerechte Tierhaltung möglich ist
  • die Kontrolle der Einhaltung der Richtlinien über unabhängige Kontrolleure zu erfolgen hat
  • ein eigener Öko-Verband mit der Gründung des Biopark im Jahr 1991 zu schaffen ist
  • beim Verstoß der ökologischen Produktionsweise sofort eine Trennung von dem Produzenten oder Verarbeiter mit sich bringen muss (vertrauensbildende Maßnahme)
  • die Vermarktung über möglichst einen, wenn mehrere Erzeugerzusammenschlüsse - dann jedoch in sehr enger Kooperation miteinander - in Zusammenarbeit mit den nachgelagerten Partnern durchgeführt werden muss.

Es gilt deshalb als oberstes Ziel:
eine Konzentration der am ökologischen Landbau interessierten Landwirte im Norden im Biopark herbeizuführen.


Voraussetzung dafür ist das Interesse der Landwirte am Biopark zu wecken durch
  1. eine Durchsichtigkeit des Verbandes
  2. Mitbestimmung auf breiter Basis (z.B. 15 Vorstandsmitglieder)
  3. keine Zahlung von Lizenzgebühren
  4. Niedrighalten des Beitrages über
    - Konzentration - u.a. keine Landesverbände
    - schlanke Organisation
    - hoher Anteil ehrenamtlicher Tätigkeit
    - Nutzung aller Fördermöglichkeiten

Die oben genannten Voraussetzungen sind heute erfüllt:
  • 33 % des ökologischen Landbaus in Deutschland befindet sich im Biopark e.V., das sind heute 116 166 ha mit 609 Mitgliedern , Rinder: 98 000 Stck., Schafe: 50 000 Stck.
  • Konzentration des ökologischen Landbaus im Norden der Neuen Bundesländer mit 6,1 % in Mecklenburg-Vorpommern und 4 % in Brandenburg bei maximalem Anteil des Bioparks e.V. (Deutschland weit 2,4 %)
  • 222 ha Durchschnittsgröße der Betriebe (AGÖL Betriebe anderer Verbände 37 ha)
  • A und B Kontrolle durch die unabhängige Kontrollstelle Fachverein Öko-Kontrolle

Bei der Strategie der zukünftigen Produktionsweise und Vermarktung wurde davon ausgegangen, dass der Verbraucher ein Grundproblem hat, wie
1. den gesundheitlichen Wert des Erzeugnisses
2. die artgerechte Haltung und Herkunft
3. die Produktqualität
4. die Zerstörung der Natur und Umwelt durch eine intensive Landwirtschaft

Der Verbraucher hat eindeutige Maßstäbe:
  • eine Leistungs- und Erlebnisdimension mit z.B. im tierischen Bereich der Herkunft der Tiere, der Haltung, der Aufzucht; dem Geschmack und dem Genuss; der Qualität insgesamt
  • eine Erwartungshaltung z.B. für Rindfleisch mit der Natürlichkeit; dem Geschmack zart, saftig, aromatisch, nicht zu fett, abgehangen aber frisch; der Sicherheit hinsichtlich Qualitätskontrolle und aus diesem Grunde Präferenz, Vertrauen gegenüber deutschen Produkten.

Bisher wurden folgende Erfahrungen mit z.B. Rindfleischprodukten (Steaks) als Ergebnis einer Verbraucherbefragung (Ohlig, 1995) gemacht: Unterschiedliches Qualitätsniveau, - Vertrauens-Glaubwürdigkeits-Defizit, - Aufzucht/Haltung entspricht nicht der Erwartungshaltung.
Bei der Entwicklung einer langjährigen Strategie ist von der Befindlichkeit der Verbraucher auszugehen.
Der gesundheitliche Wert der Produkte hat in einer Wohlstandsgesellschaft einen sehr hohen Stellenwert. Dem stark sinkende Verbrauch an Fleisch, besonders Rindfleisch ist mit neuen Konzepten zu begegnen.
Der Verbraucher ist verunsichert über den steigenden Medikamenteneinsatz in der Tierhaltung und im Futter. Eine stark steigende Tendenz der Zunahme von Allergikern, die zunehmende Antibiotikaresistenz, die Tierkörpermehl- und Hormonskandale und nicht tierartgerechte Haltung der Tiere rufen eine große Sensibilität hervor und ein stark steigendes Interesse für den ökologischen Landbau als eine Alternative.
Das ist eine große Chance für ökologische Teilmärkte.

Zusammenfassend kann eingeschätzt werden, dass sich
  1. Umstellung auf ökologische Produktion und die tierartgerechte Haltung
  2. die Glaubwürdigkeit und Qualität der Produktion
  3. die Konzentration der Produktion und das kontinuierliche Angebot
  4. die Partnerschaft mit Spezialisten, die von der Strategie überzeugt sind
  5. die Nutzung aller Möglichkeiten der Verkaufsförderung
  6. die enge Zusammenarbeit unmittelbar mit der Wissenschaft

für die Landwirte und ihre Partner ausgezahlt haben. Nur über allseitiges Interesse der Partner an den Produkten, über Einbeziehung von Top-Verarbeitern, besten Strategen des Handels unter Nutzung aller zur Verfügung stehenden Möglichkeiten des Nachweises der besonderen Qualität und einer intensiven Werbung wird auch um die Wende des 3. Jahrtausends eine erfolgreiche Landwirtschaft zu betreiben sein.

Das Literaturverzeichnis kann bei den Autoren angefordert werden.

Anschrift der Autoren
Prof. Dr. agr. habil. Heide-Dörte Matthes
Dr. med. Vadim Pastushenko
Dipl. agr. Jens Freitag
Biopark e.V.
Karl-Libknecht-Str. 26
19395 Karow

www.biopark.de

Dipl. agr. Torsten Hein
Biopark Markt GmbH
Stavenhagener Str. 41
17139 Malchin



Diskussion

  Login



 
 
  Aktuelle News
  RSS-Feed einrichten
Keine Meldung mehr verpassen

19.08.2025
Sauber sog i - jetzt wird um den Titel gekämpft! Schafft "Müllbertshofen" es, den Pokal der Münchner Müllmeisterschaft - vom 13. bis 15. September 2025 - zu verteidigen?


Einstellung des ECO-Newsletters Am 19. August wird der letzte ECO-Newsletter an die AbonnentInnen verschickt


18.08.2025
Kaum Platz für Busse: Abfrage der Deutschen Umwelthilfe offenbart dringenden Nachholbedarf bei Busspuren in Großstädten

Moor-PV: Chance für Klimaschutz, Energiewende und Landwirtschaft Orientierungshilfe für landwirtschaftliche Betriebe veröffentlicht


17.08.2025
Reichling gegen neue Erdgas-Förderung BUND Naturschutz organisiert große Kundgebung direkt am Bohrplatz.


15.08.2025
Deutsche Umwelthilfe zum UN-Abkommen gegen Plastikmüll: "Rückschlag im Kampf gegen wachsende Müllberge"

Plastikkrise ungelöst: UN-Verhandlungen scheitern an Blockadehaltung einzelner Staaten UN-Mitgliedstaaten können sich auf keinen Vertragstext gegen Plastikverschmutzung einigen


Bundesregierung muss zu Klima-Verfassungsbeschwerden Stellung nehmen Klagen für ausreichenden Klimaschutz nehmen wichtige Hürde


Wasserampel als hilfreiche Orientierung bei der Wassernutzung Gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden veröffentlicht das Hessische Landwirtschafts- und Umweltministerium den Leitfaden Wasserampel

ÖDP kritisiert Reiches Energie-Pläne Naturschutzpartei: Nicht den gleichen Fehler von Peter Altmaier wiederholen, das kostet Arbeitsplätze und den Verlust von Spitztechnologie.


14.08.2025
Kostenpunkt PV-Anlage Für wen rechnet sich die Investition wirklich?

Welt-Pferdetag am 20. August Tierschutzbund fordert verbesserten Schutz von Pferden


Hitzewelle gefährdet Leben Initiative "Grün in die Stadt" fordert: mehr Stadtgrün und die Umsetzung der 3-30-300-Regel


Messstationen melden deutschlandweit extrem hohe Ozonbelastung Deutsche Umwelthilfe fordert Maßnahmen gegen Vorläuferstoffe aus Verkehr und industrieller Tierhaltung

Kenvue fördert Produkttransparenz: Adaption des EcoBeautyScore durch Neutrogena® in Deutschland Mit der Einführung des neuen Ratings will Kenvue Menschen dabei unterstützen, nachhaltigere Gewohnheiten anzunehmen


Kein Skandal scheint groß genug: Es geht immer noch dreister ÖDP kritisiert Rheinwasser-Umleitung in NRW-Braunkohlegruben: Gesundheitsgefahr durch PFAS.


13.08.2025
100-Tage-Bilanz der Merz-Regierung Transparency Deutschland fordert Kurskorrektur

Hoyerswerda: Energiestruktur im Wandel Die Agentur für Erneuerbare Energien e. V. (AEE) zeichnet die Stadt Hoyerswerda als Energie-Kommune des Monats August 2025 aus.


ÖDP kritisiert "Rolle rückwärts beim Umweltschutz" Bio-Bauer Billmann warnt: "Entbürokratisierung, aber nicht so!"


Flexible Energie fürs Haus: SunLit Solar macht erstmals E-Autos zur Stromquelle für steckerfertige Speichersysteme Neue Vehicle-to-Load-to-Home-Funktion des SunLit EV3600 ermöglicht AC-seitige Beladung von Balkonkraftwerkspeichern über Elektrofahrzeuge