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ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:
ECO-News
De
utschland, D-81371 München
Rubrik:
Umwelt & Naturschutz
Datum:
18.07.2025
Nationalpark: Lückenschluss bleibt selbst lückenhaft
NABU, BUND, LNV und Freundeskreis Nationalpark Schwarzwald fordern in Stellungnahmen zum Nationalparkgesetz starkes Bekenntnis für Naturschutz und ein Plus an Fläche
Die politische Zielsetzung,
de
n Nationalpark zu erweitern, könnte inhaltlich stark ausgehöhlt werden. Fristgerecht zum 18.7. haben die Naturschutzverbände NABU, BUND und Landesnaturschutzverband (LNV) in Baden-Württemberg sowie
de
r Freundeskreis Nationalpark Schwarzwald e. V. beim Umweltministerium ihre Stellungnahmen zur Änderung
de
s Nationalparkgesetzes und zur Errichtung
de
s Sondervermögens "Zukunftsfonds Wald" eingereicht. Seit Jahren setzen sich alle vier Verbände intensiv für einen umfassenden Lückenschluss
de
r beiden Nationalparkteile ein - damit zusammenwächst, was zusammengehört.
Aus Sicht
de
r Verbände enthält das Gesetz seitens
de
s Naturschutzes zu viele Zugeständnisse gegenüber
de
m Forst. Sie befürchten Verschlechterungen im bisherigen Nationalpark.
De
r Lückenschluss könnte am Ende kein naturschutzfachlicher, sondern vor allem ein forstwirtschaftlicher
De
al werden.
Leuchtturmprojekt Nationalpark muss weiter strahlen
"Auf
de
n letzten Metern darf die Landesregierung nicht ihre eigentlichen Ziele beim Nationalpark aus
de
n Augen verlieren. Es ist für uns inakzeptabel, wenn jetzt die Erweiterungsfläche immer kleiner wird und über 1.400 Hektar bisheriger Nationalparkfläche als Pufferzonen zur Bekämpfung
de
s Borkenkäfers aus
de
m Nationalpark ausgegrenzt werden sollen, darunter Teile bisheriger Kern- und Entwicklungszonen. Auch das Stimmengleichgewicht im Nationalparkrat zu Ungunsten
de
s Naturschutzes zu verschieben, lehnen wir ab," stellt
de
r
NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle
klar.
Baden-Württemberg braucht mehr Mut für große Gesten, fordert die
BUND-Landesvorsitzende Sylvia Pilarsky-Grosch
: "Wir appellieren an Ministerpräsident Kretschmann und CDU-Fraktionschef Hagel, zu ihrem Wort zu stehen und das Leuchtturmprojekt Nationalpark nicht für die Forstwirtschaft zurechtzustutzen. Diese einmalige Chance muss das Land nutzen und mindestens die zugesagten 1.500 Hektar Erweiterungsfläche gesetzlich festschreiben. Alles andere wäre unangemessen."
Susanne Schönberger, Vorstandsmitglied im Freundeskreis Nationalpark Schwarzwald
, betont: "
De
r Verlust
de
r biologischen Vielfalt ist eine entscheidende Herausforderung unserer
Zeit
. Als international anerkanntes und wirksames Instrument zum Schutz
de
r Biodiversität haben wir in Baden-Württemberg unseren Nationalpark, um die Natur auf möglichst großer und unzerschnittener Fläche vom Menschen weitgehend unbeeinflusst zu lassen. Die gesetzlichen Regelungen müssen diesen Aspekt berücksichtigen und hier bestmögliche Voraussetzungen schaffen."
Auch die Idee, ein jährliches Nutzungsentgelt von rund 550.000 Euro für die Stilllegung von Waldflächen an ForstBW aus
de
m Naturschutzhaushalt zu bezahlen, kritisieren die Verbände scharf. Dazu erklärt
de
r
LNV-Vorsitzende Dr. Gerhard Bronner
: : "Bei dieser Leistung handelt es sich um eine gesetzliche Pflichtaufgabe aus
de
m Landeswaldgesetz. Wenn sich
de
r Staatsforstbetrieb ForstBW die Flächenanteile
de
s Nationalparkes auf sein gesetzlich festgeschriebenes Zehn-Prozent-Ziel ungenutzter Waldflächen anrechnen lässt, müssen die Mittel dafür auch aus
de
m Forsthaushalt
de
s zuständigen Ministeriums beziehungsweise
de
m sogenannten Forstgrundstock bezahlt werden."
Die Forderungen
de
r Verbände im
De
tail
Im Koalitionsvertrag kündigen Grün-Schwarz an: "Wir erweitern und entwickeln
de
n Nationalpark Schwarzwald".
De
r Lückenschluss darf für die Natur daher kein Nullsummenspiel werden. Erweitern bedeutet ein Plus an Fläche. Die Erweiterungsfläche sollte mindestens die zwischen Ministerpräsident Kretschmann und CDU-Fraktionschef Hagel vereinbarten 1.500 Hektar umfassen, zumal das Land 2.900 Hektar Waldfläche mit
de
r Murgschifferschaft tauscht.
Bisher geschützte Nationalparkflächen müssen geschützt bleiben. Die Abtretung größerer Nationalparkteile an ForstBW lehnen die Verbände ab, besonders die Abtretung von 42 Hektar bisheriger Kernzonen und über 100 Hektar Entwicklungszonen. Diese Flächen müssen im Nationalpark verbleiben oder andernfalls als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden.
De
r Nationalpark ist ein Naturschutzprojekt, das in
de
r Hauptsache
de
m Prozessschutz und damit
de
m Erhalt
de
r biologischen Vielfalt und
de
r darauf angewiesenen Arten und Lebensgemeinschaften dient. Das Prinzip "Natur Natur sein lassen" muss auf diesem minimalen Teil
de
r Landesfläche Vorrang haben. Durch
de
n Zuschnitt
de
s Lückenschlusses sind aktuell keine weiteren Prozessschutzflächen zur erwarten, da es sich komplett um Managementzone handelt. Gleichzeitig wird
de
m Nationalpark an
de
n Rändern Fläche entzogen, darunter Kern- und Entwicklungszonen. Das heißt,
de
r Lückenschluss führt netto zu einem Zuwachs an Managementflächen, nicht aber zu einem Zuwachs an Entwicklungs- und Kernzonen.
Die Zusammensetzung
de
s Nationalparkrats spiegelt
de
n Naturschutzzweck wider. Die Zusammenarbeit in
de
m Gremium hat bis dato sehr gut funktioniert. Daher muss es bei
de
r bisherigen Sitzverteilung bleiben. Einen Machtzuwachs
de
r Forstseite lehnen die Verbände unisono ab.
ForstBW bekommt kein sogenanntes Nutzungsentgelt für die Stilllegung von Waldflächen aus
de
m Naturschutzhaushalt, sondern aus
de
m Forstgrundstock
de
s Landeshaushaltes. Diese still gelegten Flächen, die
de
r ungestörten Kernzone zugerechnet werden, sind Teil
de
s im Landeswaldgesetz
de
finierten Ziels, zehn Prozent
de
s Staatswaldes aus
de
r Nutzung zu nehmen (vgl. LWaldG § 45 Abs. 1a). Das ist eine Leistung
de
r Daseinsvorsorge, die aus
de
m Haushalt
de
s für die Umsetzung
de
s Waldgesetzes zuständigen Ministeriums zu leisten ist.
Hintergrund und Stellungnahmen zum Download:
NABU
:
Wo Natur ein bisschen wilder sein darf!
BUND
:
Nationalpark Schwarzwald - Chancen für die Wildnis
Freundeskreis Nationalpark Schwarzwald
:
Stellungnahme zum Nationalparkgesetz
und
Eine Spur engagierter
.
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Kontakt:
NABU (Naturschutzbund
De
utschland), Landesverband Baden-Württemberg e.V., Anke Beisswanger
Email:
Presse@NABU-BW.
de
Homepage:
http://
www
.NABU-BW.
de
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