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Rubrik:Essen & Trinken    Datum: 13.03.2025
Internationaler Tag der Schulspeisung -
Schülerinnen und Schüler reichen beim Europäischen Parlament Petition für gesundes Schulessen ein
Am diesjährigen Internationalen Tag der Schulspeisung wurden verstärkt Forderungen nach gesunden Schulmahlzeiten und umfassender Ernährungserziehung an europäische Entscheidungsträger*innen gerichtet - und das direkt von Schülerinnen und Schülern selbst, also denjenigen, die am ehesten von diesen Themen betroffen sind. Eine Delegation bestehend aus ICLEI Europe-Vertreter*innen, Schüler*innen sowie städtischen Repräsentant*innen trug ihre Botschaft direkt ins Herz der europäischen Politik und traf sich mit EU-Kommissaren und Mitgliedern des Europäischen Parlaments in Straßburg.

© ICLEI
Auf Einladung Dario Nardellas, Mitglied des Europäischen Parlaments und Repräsentant des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, beteiligte sich eine Schulklasse des Müllheimer Markgräfler Gymnasiums aktiv an einer, von ICLEI Europe und IFOAM Organics Europe organisierten, Diskussion mit der Bürgermeisterin von Straßburg, Jeanne Barseghian, Parlamentarier*innen, dem EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Olivér Várhelyi, und dem EU-Kommissar für Landwirtschaft und Ernährung, Christophe Hansen. Dabei konnte ICLEI Europe einen wertvollen Raum für den generationenübergreifenden Austausch schaffen und zeigen, dass eine wirksame Ernährungspolitik die Stimmen junger Menschen einbeziehen muss.

Einen Höhepunkt der ICLEI-Aktivitäten bildete die Übergabe von mehr als 111.000 Unterschriften der Petition "Kostenlose und gesunde Schulmahlzeiten für alle Kinder!" an EU-Kommissare Hansen und Várhelyi. Die Petition, adressiert an die Europäische Kommission und EU-Mitgliedsstaaten, fordert eine gute Schulverpflegung und Ernährungserziehung für alle Kinder sowie eine Unterstützung der Pionierarbeit, welche Städte und Regionen bei der Bereitstellung gesunder und nachhaltiger Schulmahlzeiten leisten.

"Schulessen sollte gut schmecken und es sollte einige vegetarische Optionen geben. Die Petition, die wir heute überreicht haben, wurde bereits von mehr als 111.111 Menschen unterzeichnet und wir hoffen, dass sie zu echten Veränderungen führt, damit jedes Kind in der Schule gutes Essen genießen und lernen kann, sich ein Leben lang gesund zu ernähren", betonten die Schüler*innen des Markgräfler Gymnasiums Müllheim (Deutschland), die an der Diskussion in Straßburg teilnahmen.

Angesichts der großen Anzahl an Schüler*innen und Student*innen ( über 90 Millionen ), die Schulen und Universitäten in Europa besuchen, hat die Bereitstellung nahrhafter, gesunder Mahlzeiten in Verbindung mit Maßnahmen zur Ernährungserziehung das Potenzial, Armut und gesundheitliche Ungleichheiten bei Kindern und Jugendlichen zu bekämpfen. Städte und Regionen stehen bei diesem Wandel an vorderster Front und sind wichtige Unterstützerinnen, bisweilen sogar Geldgeberinnen und Betreiberinnen von Schulen.

"Schulverpflegung spielt eine entscheidende Rolle im Rahmen der Ernährungswende, bei der Gewährleistung sozialer Gerechtigkeit und der Förderung öffentlicher Gesundheit. Als Stadt brauchen wir, gemeinsam mit allen anderen Kommunen in Europa, die Unterstützung der EU, um voranzukommen", sagte die Bürgermeisterin von Straßburg, Jeanne Barseghian.

ICLEIs Arbeit - durch das Projekt SchoolFood4Change und die Kampagne Buy Better Food - steht im Einklang mit den Zielen der Europäischen Garantie für Kinder, die 2019 von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ins Leben gerufen wurde, um die Rechte gefährdeter Kinder vor sozialer Ausgrenzung zu schützen, indem ihnen Zugang zu grundlegenden Leistungen, einschließlich mindestens einer gesunden Schulmahlzeit pro Tag, garantiert wird. Etwa die Hälfte der 27 EU-Mitgliedsstaaten hat Schulmahlzeiten bereits in ihre nationalen Aktionspläne aufgenommen, um die Europäische Garantie für Kinder bis 2030 umzusetzen.

Trotz dieser Fortschritte gibt es derzeit keine einheitliche EU-Vision, welche bestehende Programme zur Verbesserung der Ernährung an Schulen aufeinander abstimmt. ICLEI Europe fordert daher koordinierte Anstrengungen, die auf bestehenden Arbeitsbereichen der Generaldirektionen (GD) der Europäischen Kommission, wie z. B. dem EU-Schulprogramm (GD Landwirtschaft und ländliche Entwicklung), der Europäischen Garantie für Kinder (GD Beschäftigung, Soziales und Integration) sowie der Arbeit der GD SANTE (GD für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) zur Entwicklung von Leitlinien für die Lebensmittelbeschaffung, aufbauen.

An der Veranstaltung in Straßburg, die von ICLEI und IFOAM Organics Europe am Internationalen Tag der Schulspeisung (13. März) organisiert wurden, nahmen Politiker*innen aus dem gesamten politischen Spektrum teil. Dabei zeigte sich im Rahmen der Diskussion ein wachsender Konsens und Handlungswille. So erklärte EU-Kommissar Hansen: "Fraktionsübergreifende Zusammenarbeit und gemeinsame Initiativen sind der Weg nach vorn", während EU-Kommissar Várhelyi bekräftigte: "Essgewohnheiten werden von klein auf geprägt, und die Schule kann der Ort sein, an dem Kinder etwas über Ernährung lernen. Dies erfordert ein starkes Engagement aller Beteiligten, denn die Schulverpflegung ist der Ausgangspunkt für ein gesundes Leben."

Während die Petition weiter an Fahrt aufnimmt, ist die Botschaft klar: Kinder in ganz Europa haben ein Anrecht auf gesunde und zugängliche Schulmahlzeiten sowie auf eine umfassende Ernährungserziehung. Unterzeichnen Sie die Petition. Öffentliche Unterstützung kann einen Unterschied machen.

Weitere Informationen zu den Bemühungen des ICLEIs, einen nachhaltigen Wandel des Ernährungssystems zu fördern, finden Sie hier.

Das EU-finanzierte Projekt SchoolFood4Change startete im Jahr 2022 und hat zum Ziel, Schulen als Katalysatoren für eine nachhaltige Transformation des Ernährungssystems zu gewinnen. Die 43 Organisationen und Städtepartner aus 12 europäischen Ländern werden von ICLEI Europe - Local Governments for Sustainability koordiniert und bringen alle relevanten Akteursgruppen im Bereich der Schulverpflegung an einen Tisch: Schüler*innen, Eltern, Lehrer*innen, Landwirt*innen, Köch*innen und Kantinenpersonal, Expert*innen für nachhaltige Lebensmittelbeschaffung, Ernährungsberater*innen sowie lokale Unternehmen. Das Herzstück des Projekts bildet ein dreifacher Ansatz, der die Bereiche nachhaltige Lebensmittelbeschaffung, die Einführung einer Ernährungsweise, die die Gesundheit des Planeten respektiert und den ganzheitlichen "Whole School Food Approach" umfasst. Im ersten Jahr haben die Projektteams Schulen für das Projekt gewinnen können und den Grundstein für einen Wandel hin zu der Verwendung nachhaltigerer Lebensmittel gelegt, indem sie den "Whole School Food Approach" an teilnehmenden Schulen eingeführt haben. SchoolFood4Change wird durch das Programm Horizont 2020 der Europäischen Union finanziert, ist im Januar 2022 gestartet und hat eine Laufzeit von vier Jahren. Ergebnisse des Projekts werden innerhalb und außerhalb der EU replizierbar sein.

Über ICLEI - Local Governments for Sustainability: ICLEI - Local Governments for Sustainability ist ein globales Netzwerk von mehr als 2.500 lokalen und regionalen Regierungen, die sich für eine nachhaltige Stadtentwicklung einsetzen. ICLEI ist in 125 Ländern aktiv, beeinflusst Nachhaltigkeitspolitik und treibt lokale Maßnahmen für emissionsarme, naturbasierte, gerechte, resiliente und zirkuläre Entwicklungen voran. ICLEI Europe bietet Mitgliedern in Europa, dem Nahen Osten und Westasien eine Stimme auf europäischen und internationalen Bühnen, eine Plattform zur Vernetzung mit Gleichgesinnten und Werkzeuge zur Förderung positiver ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Veränderungen. ICLEI Europe arbeitet eng mit einem erweiterten Netzwerk von lokalen und regionalen Regierungen und Partnern zu einer breiten Palette von Themen zusammen.

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