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Presse-Stelle:
Umweltbundesamt für Mensch und Umwelt, D-06844
De
ssau-Roßlau
Rubrik:
Gesundheit & Wellness
Datum:
01.03.2024
Fund eines Weichmachers in Urinproben
Fragen & Antworten
Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) berichtete am 31.01.24 zum Fund von Mono-n-hexylphthalat in Urinproben von Kindern. Die Substanz wurde ebenfalls in Urinproben von Erwachsenen im Rahmen
de
r sechsten
De
utschen Umweltstudie zur Gesundheit (GerES VI) nachgewiesen. Das Umweltbundesamt (UBA) hat die häufigsten Fragen und Antworten dazu zusammengestellt.
1. Was sind Phthalate?
Stoffe aus
de
r Gruppe
de
r Phthalate werden als Weichmacher verwendet, um sprö
de
n Kunststoff, insbesondere PVC, die gewünschte Elastizität zu verleihen. Weitere Informationen zu Phthalaten hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in seinen FAQ zusammengestellt.
2. Was ist Mono-n-hexylphthalat?
Mono-n-hexylphthalat kann als ein Abbauprodukt im Körper (als sogenannter Metabolit) aus verschiedenen Stoffen, z. B. aus Di-n-hexylphthalat, entstehen.
De
rzeit ist nicht bekannt, welche Produkte oder Quellen für das aktuell beobachtete Auftreten dieser Substanz in
de
n Urinproben verantwortlich sind. Auch ist nicht geklärt, auf welche
de
r möglichen Ausgangsstoffe das Vorkommen von Mono-n-hexylphthalat im Urin zurückgeführt werden kann.
Di-n-hexylphthalat, das eine
de
r möglichen Ausgangsverbindungen für
de
n Metaboliten Mono-n-hexylphthalat darstellt, wurde 2013 als besonders besorgniserregender Stoff im Rahmen
de
r REACH-Verordnung (REACH-VO) identifiziert, da es die Fortpflanzungsfähigkeit
de
s Menschen gefährden kann. 2020 erfolgte dann die Aufnahme in
de
n Anhang XIV
de
r REACH-VO. Damit darf
de
r Stoff in
de
r EU seit 2023 ohne Zulassung grundsätzlich nicht mehr verwendet werden. Zulassungsanträge wurden für Di-n-hexylphthalat bislang nicht gestellt.
Da es für
de
n Stoff keine Registrierung gemäß REACH-VO
gibt
, ist davon auszugehen, dass
de
r Stoff wirtschaftlich in
de
r EU keine große Rolle spielt bzw. in
de
r Vergangenheit gespielt hat. Möglich sind Gehalte von Di-n-hexylphthalat als Verunreinigung in anderen Stoffen, z. B. durch eine Entstehung im Herstellungsprozess, Altlasten sowie Di-n-hexylphthalat-haltige Importerzeugnisse. Die SCIP-Datenbank bei
de
r Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) listet eine größere Anzahl von Erzeugnissen, für die Di-n-hexylphthalat als Bestandteil angegeben wird.
Neben Di-n-hexylphthalat sind auch andere Stoffe
de
nkbar, aus
de
nen Mono-n-hexylphthalat als Metabolit entstehen kann.
3. Wie groß ist das Ausmaß
de
r Belastung?
Aktuell führt das Umweltbundesamt die sechste
De
utsche Umweltstudie zur Gesundheit (GerES VI) durch.
De
utschlandweit werden vorausgewählte Erwachsene zwischen 18 und 79 Jahren um ihre Teilnahme gebeten, um unter anderem auf ihre körperliche Belastung mit Umweltschadstoffen hin untersucht zu werden. Unter
de
n im Rahmen dieses Human-Biomonitoring-(HBM)-Programms aktuell untersuchten Stoffen befindet sich auch das Mono-n-hexylphthalat.
Erste vorläufige Ergebnisse aus dieser Studie zeigen, dass in mehr als einem Drittel von bislang ca. 500 untersuchten Urinproben Mono-n-hexylphthalat nachweisbar ist. Die Probenahme und Befragung
de
r Teilnehmenden läuft noch bis in
de
n Spätsommer 2024. Endergebnisse
de
r Studie werden im nächsten Jahr erwartet. Um das Ausmaß
de
r Belastung nach Möglichkeit auch auf europäischer Ebene zu bestimmen, arbeitet das UBA eng mit EU-Behörden zusammen.
De
r reine Nachweis von (Einzel-)Substanzen im Körper
de
utet nicht zwangsläufig auf ein gesundheitliches Risiko hin.
So gelangt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in seiner Stellungnahme vom 23. Februar 2024 zu
de
r Einschätzung, dass "für mehr als 95 %
de
r betrachteten Proben die nachgewiesenen Urinwerte keinen Anlass für eine Besorgnis aus gesundheitlicher Sicht"
geben
.
Die Ableitung eines toxikologischen Beurteilungswertes wird
de
rzeit von
de
r Kommission Human-Biomonitoring (HBM) erarbeitet. Auch sollte eine Mehrfachbelastung durch ähnlich wirkende Substanzen bei
de
r Bewertung
de
r HBM-Messergebnisse berücksichtigt werden.
4. Wie wurde die Substanz entdeckt?
Die Analyse von Proben im Rahmen
de
r sechsten
De
utschen Umweltstudie zur Gesundheit (GerES VI) sowie
de
s Humanteils
de
r Umweltprobenbank
de
s Bundes auf ihren Gehalt an Mono-n-hexylphthalat hin ist Teil
de
s vom Umweltbundesamt konzipierten Untersuchungsprogramms.
Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) veranlasste im Herbst 2023 eine Untersuchung
de
r Urinproben von Kindern, die es im Rahmen seiner regelmäßigen Human-Biomonitoring-(HBM)-Untersuchungen sammelt (Info).
Ergebnisse
de
s LANUV zur Belastung von Kindern mit Mono-n-hexylphthalat wurden in einer Pressemitteilung veröffentlicht. Umweltbundesamt und LANUV stehen zu diesen Ergebnissen in Austausch.
5. Was unternimmt das Umweltbundesamt?
Das Umweltbundesamt führt seit
de
n 1980er Jahren die
De
utsche Umweltstudie zur Gesundheit (GerES) durch. Im Rahmen dieser Studien werden u. a. Urin- und Blutproben
de
r Teilnehmenden auf verschiedene Umweltschadstoffe untersucht und Befragungen durchgeführt.
Mithilfe
de
r Daten dieser Studien können Rückschlüsse auf die Belastung
de
r gesamten Bevölkerung in
de
r jeweils untersuchten Altersgruppe (Kinder, Erwachsene) in
De
utschland gezogen werden.
Mit weiteren Messungen zur Belastung mit Mono-n-hexylphthalat im menschlichen Körper liefert das Umweltbundesamt zunächst eine wissenschaftsbasierte Grundlage für das Ausmaß
de
r Belastung in
De
utschland.
Aktuell werden auch Proben
de
r Umweltprobenbank
de
s Bundes auf die Verbindung untersucht, um zu prüfen, seit wann diese Belastungen zu beobachten sind, und um einen möglichen Zeittrend zu identifizieren.
6. Wie gelangen chemische Stoffe in
de
n Körper?
Chemische Stoffe aus
de
r Umwelt können über verschiedene Wege in
de
n Körper gelangen, so z. B. über die Nahrung, die Luft oder über die Haut.
Worauf
de
r Gehalt an Mono-n-hexylphthalat im Urin zurückzuführen ist, ist bisher nicht bekannt. Korrelationsanalysen
de
r Befunde mit
de
n erhobenen Lebensgewohnheiten
de
r Proband*innen können hier erste Hinweise
geben
,
de
nen dann in Folgeuntersuchungen nachgegangen wird.
7. Was sind die nächsten Schritte?
Als nächstes wertet das Umweltbundesamt die Urinproben
de
r Umweltprobenbank
de
s Bundes aus. In Proben
de
r Jahre bis 2020 konnte Mono-n-hexylphthalat nicht nachgewiesen werden. Daher soll nun analysiert werden, ob sich ein Zeittrend in
de
n Proben ab 2020 abzeichnet.
Zusätzlich werden weitere Daten im Rahmen
de
r sechsten
De
utschen Umweltstudie zur Gesundheit (GerES VI) gesammelt. Hierfür ist es essentiell, dass Bürgerinnen und Bürger, die zur Teilnahme an
de
r Studie eingeladen wurden, auch tatsächlich teilnehmen. Nur so können repräsentative Daten für die Belastung
de
r erwachsenen Gesamtbevölkerung in
De
utschland gewonnen werden.
Die Kommission Human-Biomonitoring (HBM)
de
s Umweltbundesamtes hat bereits ihre Arbeit aufgenommen und ist dabei, einen gesundheitlichen Beurteilungswert abzuleiten. Ziel ist es, im Rahmen
de
r nächsten Sitzung am 22. März 2024 einen konsolidierten Wert zu verabschieden.
De
rzeit wird unter Beteiligung
de
r zuständigen Stellen daran gearbeitet, Ausgangsstoffe und Quellen
de
r Belastung zu finden.
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Kontakt:
Umweltbundesamt für Mensch und Umwelt
Email:
buergerservice@uba.
de
Homepage:
http://
www
.umweltbundesamt.
de
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