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ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:
ECO-News
De
utschland, D-81371 München
Rubrik:
Energie & Technik
Datum:
04.10.2023
Reparieren erleichtern: Wie die Politik langlebige Produkte fördern kann
Gemeinsame Pressemitteilung vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und Runder Tisch Reparatur e.V.
Aktuelle gesetzliche Vorgaben etwa zur Verfügbarkeit von Ersatzteilen und zur Langlebigkeit von Produkten genügen nicht für eine nachhaltige Trendwende
Impulspapier
de
s Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) empfiehlt strengere Reparaturanforderungen, geringere Mehrwertsteuern auf Reparaturen und eine Förderung
de
r Reparaturlandschaft
Internationaler Repair Day am 21. Oktober will mehr Menschen zum Reparieren ermutigen
Über 1.500 Repair-Cafés
gibt
es in
De
utschland. Hier helfen Ehrenamtliche dabei,
de
fekte Elektrogeräte, Fahrrä
de
r oder Kleider vor
de
m Müllcontainer zu retten.
De
r internationale Repair Day am 21. Oktober soll noch mehr Menschen zum Reparieren ermutigen. Jedoch erfordert Reparieren nicht nur Geschick, sondern auch politisches Handeln:
De
r Verein
Runder Tisch Reparatur
macht sich daher für langlebige Produkte und eine Förderung
de
r Reparaturkultur stark. Im Forschungsprojekt
SDGpro
zeigt das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), dass solche zivilgesellschaftlichen Impulse wichtig sind, um Unternehmen auf einen Nachhaltigkeitskurs zu bringen. Das Projekt, das vom Bundesministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert wurde, empfiehlt, ehrenamtliche Reparatur-Initiativen zu stärken und Feedbacks zur Reparierbarkeit von Produkten an Unternehmen zu übermitteln.
Repair-Café in Trier © RaMa 2016 (CC BY-SA 4.0)
Dank Schraubendreher, Nähmaschinen, Lötkolben und Co. können viele Produkte repariert und dadurch Ressourcen eingespart werden. Würden beispielsweise Laptops ein Jahr länger genutzt, ließen sich in
de
r EU bis 2030
1,6 Millionen Tonnen CO2
pro Jahr einsparen. Voraussetzung ist, dass Ersatzteile auch für veraltete Modelle lange genug verfügbar bleiben und dass sich Reparieren finanziell lohnt. "
De
r Gesetzgeber sollte Reparaturanforderungen festlegen, die sich insbesondere auf langlebige Gebrauchsgüter beziehen. Damit werden gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Hersteller geschaffen. Daneben sollte es Anreize für Konsument*innen
geben
, etwa durch eine Senkung
de
r Mehrwertsteuer für Reparaturdienstleistungen", sagt Frieder Rubik, Ökonom und Experte für nachhaltige Produktpolitik am IÖW. In einem
Impulspapier
empfiehlt er, dass die Verbraucherschutzpolitik Initiativen wie
de
n Runden Tisch Reparatur stärkt und ihre Forderungen aufgreift.
Runder Tisch Reparatur: "Reparieren für alle"
"Reparieren ist eine jahrtausendealte Tradition. Doch seit ein paar Jahren sind die meisten Produkte nicht mehr auf eine lange Nutzung und auf Reparierbarkeit ausgelegt", sagt Katrin Meyer, Leiterin
de
r Geschäftsstelle in Berlin beim Runden Tisch Reparatur. In ihrem Verein setzen sich über 30 Initiativen aus
de
r Zivilgesellschaft, Wissenschaft und
de
m Handwerk für bessere gesetzliche Vorgaben ein.
Gemeinsam mit zahlreichen Initiativen weltweit beteiligt sich
de
r Runde Tisch Reparatur am siebten Repair Day am 21. Oktober. "Nach
de
m Motto 'Reparieren für alle' fordern wir ein universelles und herstellerunabhängiges Recht auf Reparatur. Das bedeutet: Wir brauchen einen fairen Reparaturmarkt,
de
r kleine und unabhängige Reparaturdienstleister nicht diskriminiert und dadurch Reparaturen für Verbraucher*innen wieder attraktiver macht", erklärt Katrin Meyer. Dafür sei es notwendig, Ersatzteile zu angemessenen Preisen zur Verfügung zu stellen und Praktiken wie Software-Blockaden zu verbieten, die Reparaturen verhindern.
Hersteller können Feedback nutzen, um ihre Produkte zu verbessern
Welche Produkte bei
de
r Reparierbarkeit vorn liegen, zeigen Reparaturstatistiken. In Frankreich
gibt
es bereits seit 2021 einen
Reparaturindex
: Das gesetzlich verpflichtende Label zeigt etwa beim Kauf einer Waschmaschine oder eines Smartphones, wie gut die Bedingungen für eine Reparatur erfüllt sind. Zwar ist in
De
utschland ein solches Siegel nicht geplant, aber ab 2025
gibt
es einen EU-weiten Repair-Score für Smartphones und Tablets,
de
r perspektivisch auf andere Produktgruppen ausgeweitet werden soll.
Bereits heute sammeln Initiativen wie Repair-Cafés Erfahrungswerte und Verbesserungsvorschläge zur Reparierbarkeit von Produkten. Frieder Rubik empfiehlt, dieses Wissen zu bündeln und digital verfügbar zu machen, auch für Hersteller. "Wenn Unternehmen die Schwachstellen ihrer Produkte durch Rückmeldungen
de
r Verbraucher*innen und aus Reparaturstatistiken aufgreifen, können sie Trends in Richtung Nachhaltigkeit setzen, Wettbewerbsvorteile erzielen und auch Wettbewerber zum Nachziehen ermuntern", so Rubik.
Ehrenamt fördern
Neben guten gesetzlichen Rahmenbedingungen und engagierten Unternehmen braucht es weiterhin Menschen, die sich ehrenamtlich in
de
r Repair-Community einbringen: In Repair-Cafés oder bei Aktionstagen wie
de
m Repair Day
geben
Engagierte ihr Know-how weiter.
"Gerade mit Blick auf
de
n Fachkräftemangel im Handwerk gelingt
de
r Ausweg aus
de
r Wegwerfgesellschaft nur, wenn sich mehr Menschen fürs Reparieren begeistern", sagt Rubik. Sein Impulspapier empfiehlt daher,
de
n Ausbildungsplan neu auszurichten und Reparaturbetriebe zu fördern, etwa durch die Bereitstellung räumlicher und technischer Infrastrukturen in kommunalen Gewerbeflächen.
Über das Projekt:
Das Projekt
Zivilgesellschaftliche Feedbackschleifen als Impulse für eine nachhaltige Produktentwicklung
(SDGpro) erforschte, wie Unternehmen Feedbacks von Verbraucher*innen für nachhaltigere Produkte besser aufgreifen können. Verbraucherschutz- und Umweltorganisationen nehmen dabei eine wichtige Vermittlerrolle ein: Sie bündeln Feedbacks in
Verbraucherapps
oder in ihrer politischen Arbeit. Für das Projekt kooperierte das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) mit vier Praxispartnern: Runder Tisch Reparatur e. V., Bund für Umwelt- und Naturschutz
De
utschland e. V., Küste gegen Plastik e. V. sowie Orang-Utans in Not e. V.
SDGpro wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) im Programm "Verbraucherschutz im Dienst
de
r UN-Agenda 2030 und
de
r Sustainable
De
velopment Goals" gefördert.
Diskussion
Login
Kontakt:
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)
Email:
kommunikation@ioew.
de
Homepage:
http://
www
.ioew.
de
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