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ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:
Dr. Franz Alt Journalist, D-76530 Baden-Baden
Rubrik:
Mobilität & Reisen
Datum:
09.09.2023
Lang lebe das Auto?
Keine Energiewende ohne Verkehrswende
Die Faszination Auto ist im Autoland
De
utschland ungebrochen. Auf
de
r
de
rzeitigen
Internationalen Automobilausstellung (IAA)
in München wirkt es so als würde es
de
n Klimawandel gar nicht
geben
. Für manche überraschend: Bei
de
n 16- bis 24-Jährigen gewinnt das Auto am stärksten an Attraktivität
(
HUK-COBURG "Mobilitätsstudie 2023
).
Wird
De
utschland Fahrradland und E-Autoland?
2023 besitzen 83 Millionen
De
utsche 48.8 Millionen Autos - mehr als je zuvor. Aber sie besitzen auch 79 Millionen Fahrrä
de
r, davon sieben Millionen E-Bikes.
Im August 2023 fuhr hierzulande bereits jedes dritte neu gekaufte Auto elektrisch. Das ist das Doppelte gegenüber
de
m Vorjahreswert. Die
de
utschen Autobauer sind mit ihren E-Autos zwar spät dran gegenüber
de
r chinesischen Konkurrenz oder gegenüber Tesla. Doch sie holen auf. In
de
r EU sind im Juni 2023 erstmals mehr E-Autos verkauft worden als Diesel-Fahrzeuge. Die Zukunft fährt elektrisch. Immerhin sind E-Autos keine Spritfresser.
In Großstädten wie München oder Hamburg fahren heute nach Berechnungen
de
s "SPIEGEL" ca. 15% weniger Autos auf
de
n Straßen als vor
de
r Corona-Zeit - auf Autobahnen und Bundesstraßen sind es 8.5% weniger - Homeoffice entlastet
de
n Verkehr. Zudem zeigt das 49-Euro-Ticket eine positive Wirkung. Wir brauchen allerdings Busse und Bahnen, die pünktlicher und besser sind als heute und die - im Zeitalter
de
r Digitalisierung - auch häufiger fahren.
Ohne Auto wird es freilich auch in Zukunft nicht gehen - vor allem auf
de
m Land. Verkehrswende in einem dicht besiedelten Land wie
De
utschland heißt nicht nur Umstieg aufs E-Auto, sondern mehr öffentlicher Verkehr und mehr Fahrradverkehr. In
De
utschland werden erst elf Prozent
de
r Wege mit
de
m Fahrrad zurückgelegt, in Holland 27 Prozent. Die Schweiz
gibt
pro Kopf viermal mehr Geld für öffentlichen Verkehr aus als
De
utschland.
Keine Energiewende ohne Verkehrswende
Auch die IAA zeigt wieder einmal, dass die
de
utschen Autobauer viel zu lange am Verbrenner-Motor festhielten. Doch
de
r Umstieg auf elektrisch allein schafft noch keine Verkehrswende. An
de
n Staus ändert sich gar nichts, wenn künftig in
De
utschland 48 Millionen E-Autos fahren an Stelle
de
r heutigen 48 Millionen Verbrenner. Wir brauchen einen Rückbau von Auto-Parkplätzen in Rad- und Fußgängerwege und einen Preisvorteil für die Bahn.
Die Verkehrswende muss auch sozial gerecht gestaltet werden. Eine gerechte Verkehrswende ist Fair-Kehrswende. Sonst ist Autofahren künftig nur noch etwas für Reiche.
Auch sozial haben die Chinesen die Nase vorn: Ihre E-Autos kosten rund ein Drittel weniger als die
de
utschen. Ein neues Autoprinzip könnte heißen: Leasen statt besitzen oder nutzen statt besitzen. Statistisch sitzen zur Zeit in
De
utschland 1,5 Menschen in einem fahrenden Auto - doch dieses hat vier Sitze. Wenn es gelingt, die Auslastung eines PKW auf zwei Personen zu erhöhen, wären dies schon zehn Millionen Autos weniger. Und wir könnten uns jedes Jahr etwa 160 Stunden wertvolle Lebenszeit im Stau sparen.
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Kontakt:
Dr. Franz Alt
Email:
franzalt@sonnenseite.com
Homepage:
http://
www
.sonnenseite.com
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