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Presse-Stelle:
ECO-News
De
utschland, D-81371 München
Rubrik:
Mobilität & Reisen
Datum:
09.01.2023
Mobilitätsgipfel im Kanzleramt: Verkehrswende ist mehr als E-Auto
Verbände kritisieren: Veraltetes Mobilitätsverständnis gefährdet Klimaziele
De
r von Bundeskanzler Olaf Scholz einberufene "Mobilitätsgipfel" ist aus Sicht mehrerer Fahrrad- und Verkehrsverbände ein Beleg dafür, dass die Verkehrswende noch nicht im Kanzleramt angekommen ist. Dass es bei
de
m Treffen zwar laut Ankündigung um die Transformation
de
r Mobilitätswirtschaft gehen soll, aber fast ausschließlich Vertreterinnen und Vertreter
de
r Automobilbranche eingeladen sind, kritisieren die Allianz pro Schiene,
de
r Allgemeine
De
utsche Fahrradclub (ADFC),
de
r Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) und Zukunft Fahrrad. Dies steht aus Sicht
de
r Verbände für ein völlig veraltetes Mobilitätsverständnis. Sie fordern von Bundeskanzler Olaf Scholz, die Verkehrswende als Ganzes anzugehen und zur Chefsache zu machen.
De
r Geschäftsführer
de
r Allianz pro Schiene, Dirk Flege,
sagte am Montag:
"Was früher einmal Autogipfel genannt wurde, hat jetzt ein neues Label bekommen - die Inhalte sind aber die alten. Das Kanzleramt betreibt hier Etikettenschwindel und beweist, dass es die Transformation
de
r Mobilitätswirtschaft nicht im Großen und Ganzen
de
nkt, sondern Mobilität mit E-Auto gleichsetzt. Die Verkehrswende ist aber mehr als eine Antriebswende beim Auto.
De
r große Fehler
de
r selbsternannten Aufbruch-Regierung ist es, dass sie verkehrspolitisch genauso weitermacht wie ihre Vorgänger-Regierungen: Jedes Verkehrsmittel wird isoliert betrachtet, es wird nicht das große Ganze in
de
n Blick genommen. Das ist ein Beleg für eine völlig falsch verstandene Verkehrswende."
Zu
de
m Gipfel unter
de
m Titel "1. Spitzengespräch
de
r Strategieplattform Transformation
de
r Automobil- und Mobilitätswirtschaft" sind vor allem Vertreterinnen und Vertreter von Autoherstellern und Zulieferern eingeladen.
Die Bundesvorsitzende
de
s ADFC, Rebecca Peters,
sagt:
"Die Mär von
de
r Auto-Abhängigkeit zieht nicht mehr. Die Menschen sind längst bereit, für kürzere Strecken das Auto stehen zu lassen und das Rad zu nehmen. Das Problem ist nur: es
gibt
nicht genügend Radwege in
De
utschland. Dabei kann
de
r Ausbau
de
r Radwegenetze ganz schnell gehen, wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen stimmen.
De
r Bund muss endlich das Straßenverkehrsrecht so reformieren, dass Kommunen schnell Radwege bauen können.
De
r Bundeskanzler muss das anschieben,
de
nn Minister Wissing will eher
de
n Autobahnausbau als
de
n Radwegeausbau beschleunigen."
Burkhard Stork, Geschäftsführer
de
s Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV):
"E-Autos und sinkende Autonutzung werden zu weniger Arbeitsplätzen in
de
r Automobilindustrie führen. Studien zeigen aber schon lange, dass es in
de
r modernen Mobilität künftig mehr Arbeitsplätze als bisher
geben
wird. Ein Baustein ist die Fahrradwirtschaft. Allein die Lä
de
n und Werkstätten melden aktuell einen Bedarf von 15.000 Mitarbeitenden, hinzu kommen Herstellung von Fahrrä
de
rn und die massiv wachsenden Dienstleitungsbereiche. Aber wenn
de
r Kanzler nur mit
de
n Autokonzernen redet, werden diese Möglichkeiten nicht vorkommen!"
Wasilis von Rauch, Geschäftsführer Zukunft Fahrrad:
"
De
r Verkehrssektor steht wegen seiner gerissenen CO2-Einsparziele unter Druck. Drängender kann Handlungsbedarf nicht sein. Fahrradförderung wirkt schnell und ist kosteneffizient. Es ist Pflichtprogramm, jetzt alles aus
de
m Fahrrad rauszuholen. Klimaschutz ohne Fahrrad und E-Bike ist wie Schach ohne Dame. Mehr als die Hälfte aller Alltagswege lassen sich mit
de
m Rad machen, das Einsparpotenzial ist enorm. Wir können uns die einseitige fiskalische, wirtschafts- und verkehrspolitische Fokussierung auf das Auto nicht mehr leisten. Ohne uns
gibt
es keine Verkehrswende."
Die vier Verbände forderten Bundeskanzler Olaf Scholz dazu auf, angesichts
de
r dramatisch verfehlten Klimaziele im Verkehrssektor die Verkehrswende zur Chefsache zu machen.
Diskussion
Login
Kontakt:
Zukunft Fahrrad, Elena Laidler-Zettelmeyer
Email:
elena.laidler.zettelmeyer@zukunft-fahrrad.org
Homepage:
http://
www
.zukunft-fahrrad.org
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