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 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  Triodos Bank N.V. Deutschland, D-60326 Frankfurt am Main
Rubrik:Geld & Investment    Datum: 25.02.2022
Atomkraft und Gas - Plötzlich grüne Geldanlagen? EU-Taxonomie erlaubt Green Deals mit Beigeschmack.
Nachhaltigkeitsbank Triodos startet erste digitale Vermögensverwaltung in Deutschland - auf der strengen Basis von Artikel 9-Fonds.
Die EU-Kommission hat Kernkraft und Erdgas als grüne Energien eingestuft. Die EU-Taxonomie ist damit weniger streng als ursprünglich vorgesehen. Damit lassen sich klimaschädliche Finanzprodukte als grüne Investments verkaufen. Ein Skandal!

Keine Waffen. Kein Greenwashing. Keine Kompromisse.
© Triodos Bank
Die EU-Taxonomie legt fest, welche Wirtschaftszweige als nachhaltig bezeichnet werden dürfen, damit Anlegerinnen und Anleger grüne Geldanlagen von herkömmlichen unterscheiden können. Seitdem bewirbt die Finanzindustrie ihre Produkte als taxonomiekonform. Die Nachfrage ist groß, denn viele institutionelle Investoren wie etwa Stiftungen dürfen nur in sozial-ökologische Finanzprodukte anlegen. Die Taxonomie kommt somit fast einem grünen Siegel gleich - und das nun auch für Gas- und Atomkraftwerke. Diese profitieren damit von Finanzierungsvorteilen, die eigentlich für Wind- oder Solarparks gedacht waren.

Green Deals mit Beigeschmack
Experten warnen vor einem Greenwashing der Finanzbranche, darunter auch die Institutional Investors Group on Climate Change, das Green and Sustainable Finance Cluster Germany, führende Europaabgeordnete, die Europäische Investitionsbank, Denkfabriken und Klimabewegungen wie Fridays for Future. Die neue deutsche Regierung wandte sich entschieden gegen die Aufnahme von Atomkraft, war aber gleichzeitig für eine grüne Kennzeichnung von Gaskraftwerken. Laut ECOreporter wurde gemunkelt, es habe einen deutsch-französischen Deal gegeben: Ihr behaltet Atomenergie als klimafreundlich, wir das Erdgas. Widersinnig dabei: Etliche Gaskraftwerke in Deutschland sind bereits komplett oder zeitweise außer Betrieb.

Nur Impact-Investments nach Artikel 9 streben eine nachweislich positive Wirkung an, etwa auf die Nachhaltigkeitsziele der UN (SDG), und berichten darüber.


Dieses Gemauschle macht den eigentlichen Zweck der Taxonomie zunichte, denn Investoren können nun behaupten, gemäß der Klima-Taxonomie zu investieren - und dabei unbemerkt auf Atomkraft und Gas setzen. Bei nachhaltigen Fonds und ETFs ist es etwas anders: Deren Inhalte müssen veröffentlicht werden. Viele in Deutschland erhältliche nachhaltige Fonds schließen Investments in Atomenergie aus, einige auch Gas. Es ist zu erwarten, dass solche Anbieter den Rückschritt der EU nicht mitmachen werden. Aber letztlich müssen Anlegerinnen und Anleger nun selbst genauer prüfen und entscheiden - auf die Einordnung der Finanzprodukte durch die EU ist gerade nach der neuen Regelung kein Verlass.

Wo und wie kann man Geld guten Gewissens anlegen?
Triodos, eine führende europäische Nachhaltigkeitsbank, startet nun die erste digitale Vermögensverwaltung in Deutschland. Sie basiert komplett auf Fonds, die nach Artikel 9-Standard der EU-Transparenzverordnung ausgewiesen sind und hat sogar einen Mikrofinanz-Fonds integriert. Über die dazugehörende App und Webanwendung können Anleger und Anlegerinnen zukünftig nicht nur ihre Rendite, sondern mit einem einzigartigen Impact-Reporting auch die soziale und ökologische Wirkung ihrer Investitionen im Blick behalten. Basierend auf der für sie passenden Anlagestrategie erhalten Anleger ein für ihre Ziele zusammengestelltes Investmentportfolio. Die technische Infrastruktur und die App basieren auf Lösungen von investify TECH. Damit können Anlegerinnen nicht nur die finanzielle Entwicklung, sondern auch die positive Wirkung ihres Investments im Blick behalten.

Der Anteil der Artikel 9-Fonds ist noch sehr gering. Von knapp 23.000 Fonds sind nur 2,8 Prozent nach der strengen Variante klassifiziert.


Hohe Transparenzstandards und aktives Engagement
Die positive Wirkung, die die Vermögensverwaltung von vielen anderen Angeboten am Markt unterscheidet, entsteht zum einen durch umfangreiches Engagement. Dabei werden Unternehmen durch Einflussnahme und aktiven Dialog sowie die Wahrnehmung von Stimmrechten zu noch nachhaltigeren Geschäftsentscheidungen bewegt. Weitere Wirkung entsteht durch die Beimischung eines Mikrofinanz-Fonds, durch dessen direkte Investitionen in lokale Projekte in Schwellen- und Entwicklungsländern insbesondere soziale Nachhaltigkeitsziele erreicht werden.

Hohe Transparenzstandards und ein Impact-Reporting decken die Wirkung des jeweiligen Investment-Portfolios auf sieben Impact-Themen sowie die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen auf. Zusätzlich wird ermittelt, um wieviel der verbleibende ökologische Fußabdruck im Vergleich zu einem Investment in den Benchmarks niedriger ist.

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