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Rubrik:Geld & Investment    Datum: 03.12.2021
Globale Finanzierung des Klimaschutzes
Die neuen "Sonderziehungsrechte" des IWF als mögliche Gamechanger bei der Finanzierung des globalen Klimaschutz und der Überwindung der Covid-19 Krise
Die Klimakonferenz (COP26) in Glasgow hat die "Sonderziehungsrechte" des IWF als mögliche Finanzierungsquelle von Klimaschutzinvestitionen in ihr Abschlussdokument aufgenommen. Bereits im August hatte der IWF auf Antrag seiner Mitglieder beschlossen neue "Sonderziehungsrechte" im Wert von 650 Mrd. US-Dollar zu schaffen und an seine Mitglieder zu überweisen.

Die neuen "Sonderziehungsrechte" des IWF können der Gamechanger bei der Finanzierung des globalen Klimaschutz und der Überwindung der Covid-19 Krise sein © geralt, pixabay
Die Sonderziehungsrechte (SZR) des IWF stellen faktisch eine eigene internationale Währung dar, weil sie in jede beliebige andere Reservewährung getauscht werden können. Die schon 1969 eingeführte SZR-Währung führte lange Zeit ein Schattendasein, bis im Finanzkrisenjahr 2009 zum ersten Mal eine größere Summe - im Wert von 250 Mrd. US-Dollar - geschöpft wurde, um mit der zusätzlichen globalen Liquidität die Weltwirtschaft zu stabilisieren. Der World Future Council (WFC) nahm dies auf und forderte bereits auf der Klimakonferenz 2009 in Kopenhagen (COP15) diese Finanzierungsmöglichkeit auch zur Umsetzung des globalen Klimaschutzes zu nutzen. Weitere SZR-Schöpfungen wurden jedoch zunächst seitens der USA verhindert, da diese eine Unterminierung des Dollar als globale Leitwährung befürchteten.

Mit der aktuellen SZR-Schaffung haben die USA ihr Veto aufgegeben. Die neue Liquidität an internationaler Reserve-Währung soll laut Willen der IWF Mitgliedsstaaten genutzt werden, um der Covid-19 Krise zu begegnen, aber auch um die Finanzierung von Klimaschutzinvestitionen zu unterstützen. Da die neuen SZR aber analog zu den Mitgliedsquoten der Staaten verteilt werden bekommen die reichen Länder des Globalen Norden mit rund 400 Mrd. Dollar den Hauptteil der SZR, während die Staaten, die die neue Liquidität am nötigsten brauchen, nur einen kleinen Teil erhalten.

Da dies im Widerspruch zur eigentlichen Intension der aktuellen SZR-Schöpfung steht, wird nun auch unter den reichen Staaten diskutiert, wie sie zumindest einen Teil ihrer neuen SZR an die Staaten des Globalen Südens weiterleiten können.

"Die Entwicklung neue SZR des IWF zur Bekämpfung der Covid-19 und der Klimakrise zu nutzen, ist sehr zu begrüßen und ein wichtiger Schritt in Richtung einer globalen Zusammenarbeit," sagt Alexandra Wandel, Vorstandsvorsitzende des World Future Councils. Dr. Matthias Kroll, Chief Economist des WFC ergänzt: "Die entscheidende Frage ist aber nun, ob diese neuen SZR tatsächlich in der benötigten Form eines rückzahlungsfreien Zuschusses weitergeleitet werden, oder nur in Form neuer Kredite. Letzteres würde aber die schon jetzt kaum tragbare Auslandsverschuldung der Staaten des Globalen Südens weiter erhöhen und daher weder dem Klimaschutz noch dem Wiederaufbau nach der Covid-Krise helfen."

Dr. Matthias Kroll zeigt in einem neuen Policy Brief für die F20 wie die neuen SZR als rückzahlungsfreier Zuschuss weitergeleitet werden können, während trotzdem alle Seiten davon profitieren.

Hier ist das F20 - Policy Briefing #3/2021 "Funding Global Climate Action and Overcoming the COVID-19 Crisis Through the IMF's Newly Created SDRs - What does the new G20 Initiative mean and how can this be a real game changer?" abrufbar.

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