Zurück zur ECO-World Startseite

Haftungsausschluss
Impressum
Datenschutzerklärung









  Forum
 
 
HOME | Top-Nachrichten | Politik & Gesellschaft alle Nachrichten
 Hier finden Sie laufend aktuelle Nachrichten aus dem Themenbereich Ökologie.
Wenn Sie Meldungen zu einem bestimmten Thema suchen, steht Ihnen die Navigation links zur Verfügung. - Mit ECO-News, dem Presseverteiler der ECO-World sind Sie immer auf dem Laufenden.

Stichwort    Art 
 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  Environmental Justice Foundation Deutschland, D-20259 Hamburg
Rubrik:Politik & Gesellschaft    Datum: 03.08.2020
Illegale Fischereiprodukte aus Westafrika bahnen sich Weg in die EU
EJF-Bericht zeigt hohes Risiko, dass illegal gefangener Fisch aus Ghana auf dem europäischen Markt landet
EU-Verbraucher*innen unterstützen unbeabsichtigt illegale Praktiken und Überfischung in den Gewässern Ghanas. So lautet das Fazit eines neuen EJF-Berichts.

Industrielle Trawler, die nach Europa exportieren dürfen, wurden mit illegalen ausländischen Eigentümerstrukturen sowie mit dem illegalen "Saiko"-Handel in Verbindung gebracht. Gleichzeitig werden sie beschuldigt, in Sperrzonen gefischt, verbotene Netze verwendet sowie gezielt die Fänge lokaler Kanufischer gestohlen zu haben.

Industrielles Fischereifahrzeug © EJF
Während Thunfisch den Großteil der Exporte von Ghana in die EU bildet, überführt Ghanas industrielle Schleppnetz-Flotte jährlich zwischen 2.000 und 3.500 Tonnen Tintenfisch, Kraken und Kalmare nach Europa - vor allem nach Portugal, Italien und Spanien. Der Wert der Ware beläuft sich auf ca. 10 Millionen Euro. Genau diese besagte Flotte gibt Anlass zu großer Sorge, so EJF.

Mithilfe von Daten aus Satellitenüberwachung und Beobachtungen auf See sowie der Zusammenführung von Daten anderer Organisationen konnte EJF mehrere Fälle belegen, in denen Trawler, die für EU-Exporte zugelassen sind, an illegalen Aktivitäten beteiligt waren.

Insbesondere die Verwicklung in den illegalen "Saiko"-Handel ist besorgniserregend. Dabei fangen industrielle Trawler gezielt den Fisch, der lokalen Kanufischern vorbehalten ist, und laden ihn auf See in speziell angepasste Boote um. Anschließend wird er auf lokalen Märkten an die Bevölkerung zurück verkauft. "Saiko" treibt den in Ghana voran und bedroht die Existenzgrundlage von 2,7 Millionen Ghanaer*innen.

Obwohl es gegen ghanaisches Recht verstößt, sind etwa 90% der industriellen Schleppnetz-Flotte Ghanas
durch chinesische Eigentümerstrukturen geprägt. Schiffsbetreiber nutzen undurchsichtige Unternehmensstrukturen und "Scheinfirmen", um Fischerei-Lizenzen zu erhalten. Darüber hinaus deckt der neue EJF-Bericht mögliche Verstöße gegen das EU-Gesundheitsrecht auf: So werden Produkte offenbar über China umgeleitet und anschließend unter Angabe chinesischen - nicht ghanaischen - Ursprungs in die EU importiert.

EJF fordert die EU auf, alle im Rahmen ihrer Verordnung verfügbaren Instrumente zur Bekämpfung der illegalen, nicht gemeldeten und unregulierten (IUU-)Fischerei zu nutzen, um Ghana zu helfen, "Saiko" zu beenden und die Transparenz innerhalb des Fischereisektors zu verbessern.

Alle EU-Mitgliedsstaaten - vor allem Portugal, Italien und Spanien, die den Großteil der Importe von Ghanas Schleppnetz-Flotte beziehen - sowie die großen Thunfisch-Importeure Frankreich, Deutschland, die Niederlande und das Vereinigte Königreich sollten Importe von Fisch und Meeresfrüchten aus Ghana genau unter die Lupe nehmen und auf mögliche Umleitungen von Handelsströmen achten. Gleichzeitig sind Verarbeiter und Einzelhändler aufgefordert, ihre Lieferketten mit Ursprungsort in Ghana - insbesondere solche, die mit der ghanaischen Schleppnetz-Flotte in Verbindung stehen - zu überprüfen.

"Saiko führt sowohl zu einer ökologischen als auch zu einer humanitären Krise in Ghana", so EJF-Geschäftsführer Steve Trent. "Fischpopulationen stehen am Rande des Zusammenbruchs; Existenzen und Ernährungssicherheit sind bedroht. Die Tatsache, dass EU-Verbraucher*innen diese Situation unbeabsichtigt unterstützen könnten, ist eine beunruhigende Nachricht. Die Europäische Kommission kann viel tun, um Ghana zu helfen, diese illegalen Praktiken ein für alle Mal zu beenden."

Hintergrundinformationen:
Die Environmental Justice Foundation (EJF) ist eine gemeinnützige Organisation, die sich weltweit für den Schutz der Umwelt und die Verteidigung der Menschenrechte einsetzt.
  • Zum neuen EJF-Bericht (2020)
  • EJF-Film: "Stolen At Sea"

    Kontakt:
    Environmental Justice Foundation Deutschland
    Osterstraße 58
    20259 Hamburg
    +49 (0) 40 228 64 929
    www.ejfoundation.org/de

    Anmeldung zum Newsletter | Anmeldung zum Presseverteiler

    Diskussion

      Login



  •  
     
      Aktuelle News
      RSS-Feed einrichten
    Keine Meldung mehr verpassen

    19.08.2025
    Sauber sog i - jetzt wird um den Titel gekämpft! Schafft "Müllbertshofen" es, den Pokal der Münchner Müllmeisterschaft - vom 13. bis 15. September 2025 - zu verteidigen?


    Einstellung des ECO-Newsletters Am 19. August wird der letzte ECO-Newsletter an die AbonnentInnen verschickt


    18.08.2025
    Kaum Platz für Busse: Abfrage der Deutschen Umwelthilfe offenbart dringenden Nachholbedarf bei Busspuren in Großstädten

    Moor-PV: Chance für Klimaschutz, Energiewende und Landwirtschaft Orientierungshilfe für landwirtschaftliche Betriebe veröffentlicht


    17.08.2025
    Reichling gegen neue Erdgas-Förderung BUND Naturschutz organisiert große Kundgebung direkt am Bohrplatz.


    15.08.2025
    Deutsche Umwelthilfe zum UN-Abkommen gegen Plastikmüll: "Rückschlag im Kampf gegen wachsende Müllberge"

    Plastikkrise ungelöst: UN-Verhandlungen scheitern an Blockadehaltung einzelner Staaten UN-Mitgliedstaaten können sich auf keinen Vertragstext gegen Plastikverschmutzung einigen


    Bundesregierung muss zu Klima-Verfassungsbeschwerden Stellung nehmen Klagen für ausreichenden Klimaschutz nehmen wichtige Hürde


    Wasserampel als hilfreiche Orientierung bei der Wassernutzung Gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden veröffentlicht das Hessische Landwirtschafts- und Umweltministerium den Leitfaden Wasserampel

    ÖDP kritisiert Reiches Energie-Pläne Naturschutzpartei: Nicht den gleichen Fehler von Peter Altmaier wiederholen, das kostet Arbeitsplätze und den Verlust von Spitztechnologie.


    14.08.2025
    Kostenpunkt PV-Anlage Für wen rechnet sich die Investition wirklich?

    Welt-Pferdetag am 20. August Tierschutzbund fordert verbesserten Schutz von Pferden


    Hitzewelle gefährdet Leben Initiative "Grün in die Stadt" fordert: mehr Stadtgrün und die Umsetzung der 3-30-300-Regel


    Messstationen melden deutschlandweit extrem hohe Ozonbelastung Deutsche Umwelthilfe fordert Maßnahmen gegen Vorläuferstoffe aus Verkehr und industrieller Tierhaltung

    Kenvue fördert Produkttransparenz: Adaption des EcoBeautyScore durch Neutrogena® in Deutschland Mit der Einführung des neuen Ratings will Kenvue Menschen dabei unterstützen, nachhaltigere Gewohnheiten anzunehmen


    Kein Skandal scheint groß genug: Es geht immer noch dreister ÖDP kritisiert Rheinwasser-Umleitung in NRW-Braunkohlegruben: Gesundheitsgefahr durch PFAS.


    13.08.2025
    100-Tage-Bilanz der Merz-Regierung Transparency Deutschland fordert Kurskorrektur

    Hoyerswerda: Energiestruktur im Wandel Die Agentur für Erneuerbare Energien e. V. (AEE) zeichnet die Stadt Hoyerswerda als Energie-Kommune des Monats August 2025 aus.


    ÖDP kritisiert "Rolle rückwärts beim Umweltschutz" Bio-Bauer Billmann warnt: "Entbürokratisierung, aber nicht so!"


    Flexible Energie fürs Haus: SunLit Solar macht erstmals E-Autos zur Stromquelle für steckerfertige Speichersysteme Neue Vehicle-to-Load-to-Home-Funktion des SunLit EV3600 ermöglicht AC-seitige Beladung von Balkonkraftwerkspeichern über Elektrofahrzeuge