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 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  SEKEM Head Office, EGY-El Horreya Cairo
Rubrik:Essen & Trinken    Datum: 07.07.2020
Neuer Standard: "Wirtschaft der Liebe"
"Economy of Love" ist ein multidimensionaler Standard für eine ganzheitlich nachhaltige Entwicklung.
Bio, fair, nachhaltig - Kundinnen und Kunden können heutzutage zwischen einer riesigen Auswahl an zertifizierten Produkten wählen, wodurch Umwelt und Menschenrechte geschützt werden sollen. Nun kommt aus Ägypten ein weiterer Standard auf den Markt: "Economy of Love" (EoL). Ist das notwendig? Ja, finden die Gründer dieser Zertifizierung.

© Economy of Love
"Economy of Love" wurde von der Egyptian Biodynamic Association (EBDA) entwickelt und von der unabhängigen Zertifizierungsstelle Center for Organic Agriculture in Egypt (COAE) akkreditiert. Die Entwicklung dieses Standards ist stark von der ganzheitlichen Vision SEKEMs inspiriert. Das ist auch der erste Unterschied zu anderen Standards: Während manche den Umgang mit der Umwelt beurteilen, konzentrieren sich andere auf faire Vergütung und Arbeitsbedingungen. EoL will beides abdecken und noch mehr: Der kulturelle Aspekt, also die Frage danach, wie ein Produkt sowohl die Potentialentfaltung der Verbraucher als auch der Produzenten beeinflusst, berücksichtigt bisher kein anderes Label. EoL ist ein multidimensionaler Standard für eine ganzheitlich nachhaltige Entwicklung. So müssen die Produzenten beispielsweise immer Zugang zu regelmäßigen kulturellen Aktivitäten und Bildungsangeboten haben, die lokale Kultur muss berücksichtigt und eingebunden werden und lebenslanges Lernen garantiert sein. Des Weiteren gilt bei den Kultur-Kriterien, dass nur solche Produkte EoL-zertifiziert werden, die auch zur Potentialentwicklung der Verbraucher sinnvoll beitragen. Die Zertifizierten müssen also nicht nur den Anforderungen der biologisch dynamischen -Landwirtschaft oder des fairen Handelns nachkommen, sondern weitaus mehr: Die insgesamt 20 Grundkriterien betreffen die vier Dimensionen Kultur, Soziales, Umwelt und Wirtschaft gleichermaßen.

© Economy of Love
Die Notwendigkeit eines weiteren Standards sehen die Entwickler auch darin, dass keines der momentan vorhandenen Labels die gesamte Wertschöpfungskette abdecken und transparent darstellen kann. "Wenn die Verbraucher die Möglichkeit hätten, die Herkunft und den Weg eines Produktes nachzuvollziehen, würden sie ein anderes Kaufverhalten an den Tag legen, davon sind wir überzeugt", so Justus Harm, der das Label mit der EBDA hauptverantwortlich entwickelt hat. "Wir wollen den gesamten Wertschöpfungskreislauf darstellen, um die Anonymität zwischen Konsumenten und Produzenten aufzuheben. Die verlorengegangene Beziehung zum Ursprung eines Produkts hat stark zu dem enormen Wertverlust von Waren und Arbeit beigetragen." Und zu dieser Transparenz gehört viel mehr als ausschließlich die Rückverfolgung der Haupt-Rohware, die nur einen bestimmten Teil des gesamten Produkts ausmacht; EoL berücksichtigt auch die Herkunft der Verpackungsmaterialien, die Transportwege, die Verarbeitung und die tatsächlichen Kosten, die bei der Produktion verursacht werden. Dabei wird auf Studien und praktische Erfahrung mit der "True Cost Accounting Methode" zurückgegriffen, in denen die oftmals externalisierten Kosten der Herstellung konventioneller Produkte wie beispielsweise Wasserverbrauch- und Wiederaufbereitung, CO2-Ausstoß oder Gesundheitsschäden mit den der ökologischen Lebensmittelherstellung verglichen wird.

Das EoL "impacTrace"-Tool ermöglicht die komplette Rückverfolgung eines Produktes. Hier können Verbraucher Informationen über die Bauern, über Transport, Verpackung, Verarbeitung oder den ökologischen Fußabdruck einholen.

Die "Economy of Love"-Zertifizierung kann ab sofort von Bauern und Verarbeitern in Ägypten bei der COAE beantragt werden. Unterstützt wird das neue EoL-Label auch auf internationaler Ebene von Akteuren aus der Bio- und Fairtrade-Branche. "Nicht nur SEKEM hat erkannt, dass Bio-Zertifizierungen oder faire Wirtschafts-Siegel nicht mehr ausreichen. Wir müssen ganzheitlich denken und agieren, um die Branche wirklich nachhaltig verändern zu können", so Helmy Abouleish, Geschäftsführer der SEKEM Initiative. "Deshalb sind wir dabei unsere SEKEM-Farmen und alle unsere über 420 Vertragsbauern im Land EoL zertifizieren zu lassen. Wir sehen in dem Ansatz einen grundlegenden Schritt für die Entwicklung der Landwirtschaft als auch der Menschen entlang der Wertschöpfungskette."

Hier finden Sie weitere Informationen zum "Economy of Love"-Label!

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