Der WWF fordert, den Subventionsdschungel im Rindfleischmarkt zu lichten. "Statt vielfältige Prämien pro Tier zu zahlen, muss endlich eine Grünlandprämie her", forderte Hilmar Freiherr v. Münchhausen, Agrarexperte des WWF. Nur so lasse sich die Wettbewerbsfähigkeit von Wiesen und Weiden gegenüber Mais und Soja erhöhen. Die Bewirtschaftung von Grünland ist aus Sicht des Arten- und Naturschutzes besonders wichtig, da vor allem das extensiv bewirtschaftete Weideland einen wichtige Lebensraum für wild lebende Tiere und Pflanzen bietet. Der einzige Lichtblick im "7-Punkte-Plan" sei der Vorschlag, die Höchstzahl für prämienfähige Rinder von 2 auf 1,8 pro Hektar zu senken. Noch besser wäre es, die Subventionen für Bauern, die mehr als zwei Großvieheinheiten pro Hektar halten, ganz zu streichen. Ein Rückfall in die alte "Klein-Groß" Debatte sei der Vorschlag, die Zahl der prämienfähigen Tiere pro Betrieb auf 90 zu begrenzen. "Mit Natur- und Verbraucherschutz hat das überhaupt nichts zu tun. Agrarkommissar Fischler wird kaum erklären können, warum Betriebe mit 100 Tieren Umweltsünder und die mit 80 Umweltschützer sein sollen," kritisierte Münchhausen. Der Versuch, die obligatorische Obergrenze als Beitrag zur Extensivierung der Rindfleischproduktion zu verkaufen, sei Etikettenschwindel. Darüber entscheide das Verhältnis zwischen Tier und Fläche und nicht die Anzahl der Tiere pro Betrieb. Der WWF setzt sich dafür ein, die Rindfleischmarktordnung zu reformieren. Es gelte, die Produktion zu begrenzen und das Grünland wirtschaftlich zu stärken. "Laßt Kühe (wieder) ins Gras beißen", müsse das Motto einer zukunftsweisenden Agrarpolitik sein. Weitere Informationen: Jörn Ehlers, Pressestelle WWF Deutschland, Tel.: 0 69/7 91 44-1 45, Fax: -1 16 Hilmar Freiherr v. Münchhausen, Referat Landwirtschaft & Ländliche Entwicklung, Tel.: 0171 8315105 Sonderseite zur Agrarpolitik im Internet unter: www.wwf.de
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