Auch Feldlerchen machen sich vom Acker: Sie zählen ebenfalls zu den "Frühbuchern" unter den Zugvögeln. Trauerseeschwalbe, Kiebitz, Wespenbussard, Nachtigall und Kuckuck bereiten sich erst in ein paar Wochen auf ihre Reise vor. Junge Mehl- und Rauchschwalben wurden von dem Ornithologen der Deutschen Wildtier Stiftung vor ihrem Abflug in die Winterquartiere beringt. "Mit Hilfe dieser Kennzeichnung, die die Vögel nicht beeinträchtigt, ist es möglich, sie später zu identifizieren und im nächsten Frühjahr festzustellen, ob sie zu uns zurückgekehrt sind", erklärt Michael Tetzlaff. Für die "Gruppenreisenden" unter den Vielfliegern gibt es Sammelplätze, an denen sie sich zu gut organisierten Schwärmen zusammenschließen. Auf Wiesen und Äckern sammeln sich jetzt Kiebitze, Störche und Stare. "Wie auf ein geheimes Kommando beginnt dann über unseren Köpfen das faszinierende Spektakel und Milliarden Vögel gehen auf die Reise", sagt Tetzlaff. Gemeinsam sind anstrengende Langstrecken leichter zu bewältigen. Ein beliebter "Traveller-Trick" der Vögel: "Kräftige Tiere fliegen außen oder an der Spitze des Schwarms. Sind sie erschöpft, wird nach einer Weile innerhalb der Formation die Stellung gewechselt." Schwächere Tiere haben eine weniger anstrengende Position innerhalb des Schwarms. Die Vögel flüchten übrigens nicht vor dem schlechten Sommerwetter: Insektenfresser wie Rohr- und Laubsänger, Grasmücken und Mehlschwalben finden nur im Frühjahr und Sommer in Deutschland genug Nahrung; sie würden im Winter verhungern. Deshalb machen sie sich auf die beschwerliche Reise.
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