Der DGB behauptetet weiter: "Das gesetzliche Rentensystem in Deutschland ist vom Grundsatz her einfach: Auf der einen Seite zahlen abhängig Beschäftigte ein, auf der anderen Seite zahlt die Rentenversicherung an die Rentnerinnen und Rentner aus." "Leider ist das eine sehr verkürzte Darstellung!", konstatiert Resch. "Was die Erwerbstätigen einzahlen, wird sofort an die heutigen Rentner ausgezahlt, steht also nicht mehr zur Verfügung, wenn dieselben Erwerbstätigen ihre Rente erhalten wollen. Diese Renten müssen von den heutigen Kindern bezahlt werden. Wenn weniger Kinder erzogen werden, wie das heute der Fall ist, müssen entweder die Renten sinken oder die nachfolgende Generation wird überfordert. Beides ist keine befriedigende Lösung", ist sich Resch sicher. Wenn Altersarmut vermieden und die junge Generation trotzdem nicht durch überhöhte Beiträge überfordert werden solle, gäbe es nur einen Lösungsweg: "Das Geld, das bei der Erziehung von weniger Kindern eingespart wird, muss zur Altersversorgung des kinderlosen Bevölkerungsteils herangezogen werden", betont Resch. Das heutige Rentenrecht sei ein Solidarsystem der Erwerbstätigen auf Kosten von Kindern und deren Familien. Ein Umbau des Rentensystems müsse Familien in die Solidarität einbeziehen. "Der existierende ´Familienlastenausgleich` gleicht nur etwa ein Drittel des Nachteils aus, der den Familien durch unser Altersversorgungssystem aufgebürdet wurde", meint Resch. Schlussendlich fordert er höhere Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung für kinderlose Erwerbstätige. Nur so könne die drohende Finanzierungslücke in der gesetzlichen Rentenversicherung nachhaltig geschlossen werden.
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