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ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:
David gegen Goliath e.V., D-80331 München
Rubrik:
Geld & Investment
Datum:
17.07.2014
Ethisch fundiert - menschenfreundlich - und trotzdem professinell gut Geld verdienend: 40 Jahre GLS-Bank
Geburtstagrede von DaGG-Vorsitzenden und "GLS-Genossen" Bernhard Fricke
Sehr geehrter Herr Jorberg,
sehr geehrte Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder,
liebe Mit-Genossinnen und - Genossen
Ihr Geschäftsbericht war umfassend und hat in eindrucksvoller Weise Zeugnis von einer wertorientierten, gleichzeitig aber auch wirtschaftlich erfolgreichen Geschäftspolitik abgelegt.
Bevor ich auf einzelne Punkte eingehe, gestatten Sie mir noch ein paar persönliche Bemerkungen, zumal ich das erste Mal als GLS Genosse an einer solchen Veranstaltung bei der GLS Bank teilnehme.
Auf der mehr als achtstündigen Anfahrt zu der 40 jährigen Geburtstagsfeier der GLS Bank und der gleichzeitig stattfindenden Jahresversammlung hatte ich genug Zeit, mir einige grundlegende Gedanken zur Entwicklung der GLS Bank zu machen.
GLS - das sind zunächst nur drei Buchstaben, die natürlich im Kontext der Bankgeschichte stehen.
Es kam mir spontan in den Sinn, diesen drei Buchstaben als eine Art persönliches Geburtstagsgeschenk, zusätzlich eine weitere Bedeutung zu geben, die die wertorientierte Ausrichtung der Bank unterstreicht:
Danach steht G für Glauben, L für Liebe beziehungsweise Leben und S für Schönheit. Ich glaube, dass diese weiterführende Interpretation für alle mit der GLS Bank verbundenen Menschen, das heißt Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner eine Bereicherung sein könnte - und sie soll ganz bewusst an den geistigen Vater der GLS Bank, Rudolf Steiner erinnern, dem ich gerne eine Erwähnung in ihrem Geschäftsbericht gewünscht hätte.
Im übrigen habe ich den Begriff des Genossen -in dieser juristischen Eigenschaft bin ich heute hier - für mich im Zusammenhang mit der GLS Geburtstagsfeier das erste Mal, mit dem Tätigkeitswort genießen in Verbindung gebracht, dass heißt sich an schönen Dingen und an einer schönen Umgebung und liebenswerten Menschen in Dankbarkeit zu erfreuen- wie es hier möglich gewesen ist.
Doch nun konkret zu Ihrem Rechenschaftsbericht:
Die vorgelegten und prognostizierten Zahlen mit auch weiter zu erwartendem zweistelligen Zuwachsraten, sprechen eine deutliche Sprache für eine rundum erfolgreiche Arbeit, für die ich mich ausdrücklich bei Ihnen und allen Mitarbeitern der GLS Bank bedanken möchte.
Bei aller Freude darf man nicht vergessen, darauf hatte auch gestern der frühere Bundespräsident Horst Köhler hingewiesen, dass die GLS Bank zurzeit noch in einer geschützten Nische platziert ist. Das liegt vor allem daran, dass trotz steigender Umsätze und Kundenzahlen, sich die GLS Bank im Vergleich zu den turbo-kapitalistischen ausgerichteten Banken-Goliaths, deren oberstes Ziel ein gnadenloses Wachstum um jeden Preis ist, im qualifizierten Promillebereich bewegt - d. h., dass die GLS Bank für sie noch Lange nicht als ernst zu nehmender Konkurrent wahrgenommen wird. Das kann sich allerdings sehr schnell ändern.
Ein Blick auf andere erfolgreiche "Nischen", wie im Bereich der Solarenergie, der Biolandwirtschaft oder der Naturmedizin zeigen mit welchem massivem und gezieltem Widerstand zu rechnen ist, wenn sich die Wachstum-Goliaths wirklich von erfolgreichen "Nischen-Konkurrenten" bedroht fühlen.
Deshalb ist es nach meiner Auffassung geradezu überlebensnotwenig, im politischen Vorfeld, ähnlich wie bei der Tsunami-Warnung, ein effektives Frühwarnsystem zu installieren, mit dem schon der Hauch von neuen gesetzlichen Regulierungen wahrgenommen werden kann, die der GLS Bank weitere Fesseln anlegen und ihre auf den Menschen bezogene Geschäftspolitik erschweren oder gar unmöglich machen könnte. Dazu ist ein gut funktionierendes Netzwerk auf der höchst möglichen Entscheidungsebene mit den zuständigen Fachbehörden und den zuständigen Fachpolitkern aus allen Fraktionen unerlässlich, das sorgfältig, wie ein Schatz, immer gepflegt und weiter ausgebaut werden muss.
Und noch zwei weitere Aspekte möchte ich ansprechen:
Sie haben wiederholt aus der eindrucksvollen Fest-Rede von Ex-Bundespräsident Horst Köhler zitiert. Darin hat er vor allem dramatische Fehlentwicklungen im immer unkontrollierter werdenden Bereich von virtuellen Finanzdienstleistungen und das viel zu hohe Energieniveau und den naturschädlichen Lebensstil der westlichen Welt kritisiert. Er hat dies mit der deutlichen Mahnung verbunden, dass gerade im Zusammenhang mit der die Menschheit als Ganzes bedrohenden, von Menschen gemachten Erderwärmung, eine grundlegende, auf mehr Teilen und Abgeben angelegte neue Ausrichtung unserer bisher zu einseitig auf Wachstum, Konsum und Vergnügen ausgerichteten Lebensweise erfolgen müsste.
Diese Auffassung teile ich in jeder Weise. Ich kann aber aus meiner langen politischen Erfahrung ohne Einschränkung feststellen, dass die Umsetzung einer auf globale Nachhaltigkeit ausgerichteten Politik-Wende, bisher noch immer am Wähler gescheitert ist, der den Ernst der Stunde noch längst nicht erkannt hat und um jeden Preis seinen Besitzstand wahren will. Diese Zeit ist endgültig vorbei. Erhard Eppler trifft es: "Eine Fortschreibung des Bestehenden ergibt keine Zukunft mehr."
Darüber hinaus haben Sie in Ihrer Rede völlig zu Recht die Problematik des "green washing", also eine heuchlerische, nur auf den eigenen Vorteil bedachte Haltung angesprochen. Die zeigt sich im Bankenbereich darin, dass der sich natürlich selbst als ethisch einschätzende Kunde, sein eigenes, der Bank zur Verfügung gestelltes Geld nur auf Tagesgeldbasis überlässt - damit er natürlich jederzeit eine bessere Anlagemöglichkeit nutzen kann - er aber gleichzeitig von der Bank ein möglichst langfristiges, also für ihn weitgehend risikofreies Darlehen zur derzeit optimalen Konditionen haben möchte.
Dieser Widerspruch hinsichtlich der eigenen Glaubwürdigkeit ist nicht neu. Er zeigt sich zum Beispiel auch darin, dass zwar 70 Prozent befragter Menschen angeben, Bio-Lebensmittel gut zu finden, aber real nur 20 Prozent von ihnen die preislich etwas teureren, dafür nachhaltigeren Lebensmittel wirklich einkaufen.
Wenn wir nicht endlich erkennen, dass wir die Welt sind, wie es der indische Weisheitslehrer, Jiddu Krishnamurti, so treffend ausgedrückt hat, dass also unser eigenes tägliches Fehlverhalten, unsere Nachlässigkeiten im Umgang mit der Natur und mit unseren Mitmenschen in ihrer Gesamtheit zu den immer drängenderen Problemen unserer Welt beitragen, haben wir verloren, wird unsere Zivilisation keinen Bestand haben. Der bekannte Planeten-Witz drückt dies unvergleichlich gut aus:
" Treffen sich zwei Planeten. Fragt der Eine "wie geht es dir?". Antwortet der Andere mit sorgenvoller Miene "ich habe homo sapiens". Sagt der Andere " hatte ich auch, geht vorüber!"
Das schwere, sich aus dem Nichts aufbauende Unwetter, das von keiner Vorhersage erfasst wurde, zum Zeitpunkt des 40. Geburtstags der GLS Bank, deren Auswirkungen jeder von uns durch die gesperrten Straßen und Bahnstrecken am eigenen Leib erleben konnte, ist ein deutlicher Denkzettel gewesen, endlich wahrzunehmen welche ungeheuren, von uns niemals zu beherrschenden Kräfte in den Elementen unserer Erde schlummern.
Die mit der Natur besonders verbundenen Indianer bringen diese Entwicklung auf den Punkt, indem sie in ihren Prophezeiungen sagen, dass sich unsere "heilige Mutter Erde" gegen ihre seit langem andauernde Vergewaltigung und Ausbeutung durch egoistische Menschen mit den entfesselten Kräften ihrer Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde wehren wird. Die Prognosen der Rückversicherungen bestätigen diese Schadens-Entwicklungen, allerdings in einer anderen Terminologie.
Auch und gerade am Geburtstag der GLS Bank, wo die Bankgenossen eher in freudiger Feierlaune sind und von keinen Problemen belästigt werden möchten, muss ich ganz klar feststellen:
Die Zeiten für unser Überleben stehen auf Sturm. Nur ein grundlegender Kurswechsel und ein Leben im Einklang mit der Natur, können uns, wenn überhaupt, noch weiterhelfen. Achten wir also bei unserem Einkaufsverhalten darauf, dass wir möglichst nur ökologisch erzeugte Produkte aus unserer Region kaufen und dass wir unser Geld, natürlich in der GLS Bank, allerdings in fairer Weise anlegen. Und vor allem: Füllen wir unsere einzigartige, kostbarere und unendlich zerbrechliche Erde, unsere Heimat, mit Liebe und Fürsorge aus.
Dann kann die GLS Bank und wir alle auf gelingenden Segen hoffen.
Und eine allerletzte Schlussbemerkung: Es ist eine wunderbare Koinzidenz, dass das heute vorgestellte, künftige Aktionsmotto der GLS Bank "Shared Euch" in dem gerade erschienenen David gegen Goliath Buch "Anleitung zum Einmischen" eine sehr konkrete, lebenspraktische Umsetzung gefunden hat.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
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David gegen Goliath e.V.
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Homepage:
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