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 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  Ole von Uexküll Right Livelihood Award Foundation, S-10465 Stockholm
Rubrik:Energie & Technik    Datum: 29.03.2011
World Future Council: Gemeinsame Erklärung zur japanischen Atomkatastrophe

Hamburg, 29. März 2011
Den Menschen in Japan, die das verheerende Erdbeben, den Tsunami und die folgenreiche Havarie des Fukushima Daiichi Atomkraftwerkes erleiden müssen, möchten wir unsere tiefste Anteilnahme aussprechen. Unsere Anerkennung gilt den tapferen Menschen, die ihr Leben riskieren, um das Ausströmen gewaltiger Mengen an Radioaktivität aus den zerstörten Nuklearreaktoren und Brennelementen zu verhindern.

Die Katastrophe in Japan zeigt uns wieder ganz deutlich, dass wir Menschen gefährliche Technologien nicht unfallfrei betreiben können. Naturkatastrophen können in Kombination mit menschlichem Versagen eine mächtige Kraft entwickeln und auch die besten Vorkehrungen zunichtemachen. Unsere Hybris, auf menschliche Perfektion zu vertrauen, hat in der Vergangenheit schon zu anderen, bedeutenden Störfällen geführt und wird dies wieder tun. Was in Japan durch die Verbindung von Naturkatastrophe und menschlichem Versagen geschehen ist, kann anderswo mit Absicht herbeigeführt werden, etwa durch Terroranschläge oder kriegerische Angriffe.

Neben den Gefahren durch Unfälle oder absichtliche Zerstörung bedrohen Atomkraftwerke auch auf andere Weise die Menschheit und ihre Zukunft. Atomenergie produziert große Mengen an radioaktivem Müll, der länger hochgiftig bleiben wird als es die menschliche Zivilisation gegeben hat. Es gibt bisher keine Langzeitlösung für den Umgang mit der Gefahr, die dieser radioaktive Müll für die Umwelt und die menschliche Gesundheit darstellt. Hinzukommt, dass Subventionen für Atomkraftwerke finanzielle und menschliche Ressourcen binden, die für die Entwicklungen sicherer und zuverlässigerer Energieformen eingesetzt werden könnten.

Schließlich verwenden und produzieren Atomkraftwerke spaltbares Material, das ebenfalls für die Herstellung von Atomwaffen genutzt werden kann und somit erwiesenermaßen die Verbreitung unterstützt. Zahlreiche Länder haben zivile Atomprogramme bereits dafür genutzt, spaltbares Material für Nuklearwaffen herzustellen. Weitere Länder, insbesondere solche mit Anlagen zur Aufbereitung von Plutonium und zur Anreicherung von Uran, könnten dem Beispiel folgen, wenn sie wollten. Der Ausbau von Atomenergie wird die Welt nicht nur gefährlicher machen, sondern es auch erschweren, wenn nicht sogar unmöglich machen, das Ziel einer atomwaffenfreien Welt zu erreichen.

Atomkraft ist weder die Antwort auf moderne Energieprobleme, noch ein Wundermittel für die Herausforderungen des Klimawandels. Probleme können nicht gelöst werden, indem man neue Probleme schafft. Atomenergie rechnet sich nicht für die Wirtschaft, nicht für die Umwelt und nicht für die Gesellschaft. Von allen Energieformen ist Atomkraft am kapitalintensivsten, ihre Stilllegung ist unerschwinglich teuer und die finanzielle Belastung läuft weiter, auch wenn das Werk längst geschlossen ist.

Die Tragödie in Japan hat weltweit Aufmerksamkeit auf die extremen Gefahren von Atomenergie gelenkt. So gravierend diese Gefahren auch sind - von Atomwaffen, von ihrem Besitz, ihrem Drohpotential und ihrem möglichen Einsatz geht eine noch größere Bedrohung aus. Atomwaffen können die Zivilisation vernichten und das Leben auf unserem Planeten nahezu vollständig zerstören.

Wir ziehen aus dem Störfall in Japan die Konsequenz, dass die menschliche Gesellschaft, ob sie nun im Eigeninteresse handelt oder als Treuhänder für zukünftige Generationen, überall auf der Welt eine viel größere Sorgfalt walten lassen muss, wenn es um den Umgang mit einer Technologie geht, die das Potential zur Massenvernichtung hat. Wir sollten solche Technologien auslaufen lassen, sie abschaffen und schlussendlich durch Alternativen ersetzen, die heutige und zukünftige Generationen nicht bedrohen. Dies gilt sowohl für Atomwaffen als auch für Atomkraftwerke.

Unterzeichnende:
  • Dr. h.c. Hafsat Abiola-Costello, Mitglied des World Future Council, Gründerin der Kudirat Initiative for Democracy (KIND) und China Africa Bridge, Nigeria
  • Dr. Martín Almada, Träger des Alternativen Nobelpreises 2002, Gründer der Fundación Celestina Perez de Almada, Paraguay
  • Marianne Andersson, Mitglied des Vorstands und der Jury der Right Livelihood Award Foundation, ehemaliges Mitglied des schwedischen Parlaments
  • Dr. h.c. Shawn A-in-chut Atleo, Mitglied des World Future Council und Vorsitzender der Versammlung der Ersten Nationen ("First Nations") in Kanada
  • Dr. h.c. Maude Barlow, Mitglied des World Future Council und Trägerin des Alternativen Nobelpreises 2005, ehemalige UN-Beraterin in Wasserangelegenheiten und Vorsitzende des Council of Canadians
  • Dipal Chandra Barua, Mitglied des World Future Council, Mitbegründer der Grameen Bank, ehemaliger Geschäftsführer der Grameen Shakti, Träger des Alternativen Nobelpreises 2007, Gründer und Vorsitzender der Bright Green Energy Foundation, Bangladesh
  • Nnimmo Bassey, Träger des Alternativen Nobelpreises 2010, Geschäftsführer der Environmental Rights Action in Nigeria und Vorsitzender von Friends of the Earth International, Nigeria
  • Dr. Tony Clarke, Träger des Alternativen Nobelpreises 2005, Gründer und Direktor des Polaris Institute, Kanada
  • Dr. h.c. Riane Eisler, Mitglied des World Future Council und Präsident des Centre for Partnership Studies, USA
  • Dr. Scilla Elworthy, Mitglied des World Future Council, Gründerin der Oxford Research Group und Peace Direct, Programmdirektorin des World Peace Partnership, Großbritannien
  • Prof. Dr. h.c. Anwar Fazal, Träger des Alternativen Nobelpreises 1982, Direktor des Right Livelihood College, Malaysia
  • Dr. h.c. Irene Fernandez, Trägerin des Alternativen Nobelpreises 2005, Direktorin von Tenaganita, Malaysia
  • Dr. Juan E. Garcés, Träger des Alternativen Nobelpreises 1999, Anwalt, ehemaliger persönlicher Berater von Salvador Allende und ehemaliger Berater des UNESCO-Generaldirektors, Spanien
  • Prof. Dr. Martin A. Green, Träger des Alternativen Nobelpreises 2002,
    Forschungsdirektor vom ARC Photovoltaics Centre of Excellence, School of Photovoltaic and Renewable Energy Engineering, University of New South Wales, Australien
  • Monika Griefahn, Ko-Vorsitzende und Jurymitglied des Right Livelihood Award, Beiratsmitglied des World Future Council, Mitbegründerin von Greenpeace Deutschland, ehemalige Bundestagsabgeordnete und ehemalige Umweltministerin in Niedersachsen
  • Cyd Ho, Mitglied des World Future Council und Mitglied des Hong Kong Legislative Council
  • SM Mohamed Idris, Gründer und Präsident von Sahabat Alam Malaysia,
    Träger des Alternativen Nobelpreises 1988, Gründer und Präsident von Consumers'
    Association of Penang
  • Dr. Ashok Khosla, Mitglied des World Future Council, Präsident der
    Weltnaturschutzunion (IUCN), Vorsitzender des Centre for Development Alternatives und Ko-Präsident des Club of Rome, Indien
  • Dr. h.c. Dom Erwin Kräutler, Träger des Alternativen Nobelpreises 2010,
    Bischof von Xingu, Präsident des Indigenous Missionary Council der katholischen
    Kirche in Brasilien
  • Dr. David Krieger, Mitglied des World Future Council und Mitbegründer sowie Präsident der Nuclear Age Peace Foundation, USA
  • Dr. med. Katarina Kruhonja, Trägerin des Alternativen Nobelpreises 1998,
    Gründerin und Direktorin des Centre for Peace, Non-violence and Human Rights,
    Kroatien
  • Dr. Ida Kuklina, Mitglied der Union of Soldiers Mothers Committees of Russia Coordination Council, Träger des Alternativen Nobelpreises 1996, Mitglied des Council of RF President for Development Civic Society and Human Rights
  • Prof. Dr. Alexander Likhotal, Mitglied des World Future Council und Präsident von Green Cross International, Russland
  • Dr. Rama Mani, Mitglied des World Future Council, Senior Research Associate am Centre for International Studies, University of Oxford, und Direktorin des globalen Projekts Responsibility to Protect: Southern Cultural Perspectives, Frankreich
  • Prof. Dr. h.c. Manfred Max-Neef, Mitglied des World Future Council und Träger des Alternativen Nobelpreises 1983, Direktor des Economics Institute, Universidad Austral de Chile
  • Prof. Dr. Wangari Maathai, Mitglied des World Future Council, Trägerin des Alternativen Nobelpreises 1984 und Friedensnobelpreisträgerin 2004, Gründerin des Green Belt Movement, Kenia
  • Ledum Mitee, Präsident des Movement for the Survival of the Ogoni People, Träger des Alternativen Nobelpreises 1994, Nigeria
  • Prof. Dr. Raúl A. Montenegro, Träger des Alternativen Nobelpreises 2004, Professor an der National University of Cordoba, Argentina, und Präsident der Environment Defense Foundation FUNAM
  • Dr. h.c. Frances Moore Lappé, Mitglied des World Future Council, Trägerin des Alternativen Nobelpreises 1987 und Gründerin des Small Planet Institute, USA
  • Helena Norberg-Hodge, Direktorin der International Society for Ecology and Culture und Initiatorin der Ladakh Ecological Development Group, Träger des Alternativen Nobelpreises 1986, Großbritannien
  • Dr. Katiana Orluc, Mitglied des World Future Council, Historikerin, Nahostexpertin undGastprofessorin an der Harvard Universität, Österreich
  • Juan Pablo Orrego, Träger des Alternativen Nobelpreises 1998, Präsident der Grupo de Acción por el Biobío (GABB), Chile
  • Nicanor Perlas, Träger des Alternativen Nobelpreises 2003, Mitbegründer und Präsident des Center for Alternative Development Initiatives, Philippinen
  • Dr. Vithal Rajan, Mitglied des World Future Council und der Jury des Right Livelihood Award, Vize-Präsident von Oxfam India und Vorsitzender der Confederation of Voluntary Associations, Indien
  • Dr. h.c. Fernando Rendón, Gabriel Jaime Franco und Gloria Chvatal des International Poetry Festival of Medellín, Träger des Alternativen Nobelpreises 2006, Kolumbien
  • Joao Pedro Stedile, Präsident des Movimento dos Trabalhadores Rurais sem Terra, Träger des Alternativen Nobelpreises 1991, Brasilien
  • Prof. Dr. h.c. Vandana Shiva, Mitglied des World Future Council und Trägerin des Alternativen Nobelpreises 1993, Gründerin der Research Foundation for Science, Technology and Ecology und des Netzwerkes NAVDANYA, Indien Prof.
  • Dr. h.c. David Suzuki, Träger des Alternativen Nobelpreises 2010 und Mitbegründer der David Suzuki Foundation, Kanada
  • Prof. Dr. Hannumappa R. Sudarshan, Träger des Alternativen Nobelpreises 1994, Karuna Trust & Vivekananda Girijana Kalyana Kendra (VGKK), Indien
  • Pauline Tangiora, Mitglied des World Future Council und Maori-Älteste des Rongomaiwahine-Stammes, Neuseeland
  • John F. Charlewood Turner, Träger des Alternativen Nobelpreises 1988, Großbritannien
  • Alice Tepper Marlin, Trägerin des Alternativen Nobelpreises 1990 und Präsidentin von Social Accountability International, USA
  • Vesna Terseliè, Trägerin des Alternativen Nobelpreises 1998, Gründerin der Anti-War Campaign of Croatia und Direktorin von DOCUMENTA, Kroatien
    Shrikrishna Upadhyay, Träger des Alternativen Nobelpreises 2010 und Vorsitzender von SAPPROS, Nepal
  • Alyn Ware, Mitglied des World Future Council und Träger des Alternativen Nobelpreises 2009, Gründer und internationaler Koordinator des Network Parliamentarians for Nuclear Non-proliferation and Disarmament (PNND), Neuseeland
  • Prof. em. Dr. h.c. Christopher G. Weeramantry, Mitglied des World Future Council und Träger des Alternativen Nobelpreises 2007, ehemaliger Richter und Vize-Präsident des International Court of Justice; Gründer, Verwalter und Vorsitzender des Weeramantry International Centre for Peace Education and Research (WICPER) und Präsident der International Association of Lawyers Against Nuclear Arms (IALANA), Sri Lanka
  • Dr. h.c. Anders Wijkman, Mitglied des World Future Council, Vize-Präsident des Club of Rome, ehemaliger Präsident von GLOBE EU, ehemaliger Abgeordneter des Europäischen Parlaments und ehemaliger stellvertretender UN-Generalsekretär, Schweden
  • Francisco Whitaker Ferreira, Mitglied des World Future Council und Träger des Alternativen Nobelpreises 2006, Mitbegründer des Worldsozialforums, Brasilien
  • Alla Yaroshinskaya, Trägerin des Alternativen Nobelpreises 1992, Journalistin und ehemalige Beraterin des russischen Präsidenten, ehemaliges Mitglied der russischen UN-Delegationen für die Verhandlungen über den Nuclear Non-Proliferation Treaty (NPT)
  • Angie Zelter, Trident Ploughshares, Träger des Alternativen Nobelpreises 2001, Großbritannien


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