Zurück zur ECO-World Startseite

Haftungsausschluss
Impressum
Datenschutzerklärung









  Forum
 
 
HOME | Top-Nachrichten | Energie & Technik alle Nachrichten
 Hier finden Sie laufend aktuelle Nachrichten aus dem Themenbereich Ökologie.
Wenn Sie Meldungen zu einem bestimmten Thema suchen, steht Ihnen die Navigation links zur Verfügung. - Mit ECO-News, dem Presseverteiler der ECO-World sind Sie immer auf dem Laufenden.

Stichwort    Art 
 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  NaturFreunde Deutschlands Bundesgeschäftsstelle, D-10243 Berlin
Rubrik:Energie & Technik    Datum: 15.06.2009
NaturFreunde warnen vor nicht zukunftsfähigem CCS-Verfahren
Berlin, 15. Juni 2009 - Als ein "teures Experiment, das nicht zukunftsfähig ist", werten die NaturFreunde Deutschlands die Anwendung der Technologie zur Abscheidung und Lagerung von Kohlendioxid aus fossilen Kraftwerken (CCS). Der Umweltausschuss des Bundestages will am kommenden Mittwoch dazu einen Gesetzentwurf verabschieden. Die Menschen hätten seit den Erfahrungen mit der Atomenergie "die Schnauze voll von technologischen Großexperimenten zulasten von Natur und Bevölkerung". Die Zukunft liege bei den erneuerbaren Energien, deren Ausbau nicht durch subventionierte Kohlekraftwerke behindert werden dürfe.

Die NaturFreunde Deutschlands warnen den Bundestag vor einer übereilten Verabschiedung des CCS-Gesetzes. Wie der umweltpolitische Sprecher des Verbandes für Nachhaltigkeit Eckart Kuhlwein in Berlin erklärte, gebe es für die Anwendung der Technologie zur Abscheidung und Lagerung von Kohlendioxid aus fossilen Kraftwerken mehr offene Fragen als Antworten. Es sei außerdem ein Skandal, dass die Bundesregierung dabei mit erheblichen Summen die Energiemonopolisten subventioniere.

Mit der CCS-Technologie soll das Kohlendioxid, das bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe - vor allem Kohle - freigesetzt wird, aus dem Abgas abgeschieden, durch Pipelines transportiert und anschließend in unterirdischen Speichern "entsorgt" werden. In Übereinstimmung mit dem Sachverständigenrat für Umweltfragen sieht Kuhlwein darin ein "teures Experiment, das nicht zukunftsfähig ist".

In Deutschland kommt eine Speicherung von Kohlendioxid nur in leeren Gasfeldern und tiefen Hohlräumen im Erdreich (Aquifere) in Frage. Die möglichen Kapazitäten - sie liegen vor allem in Norddeutschland - sind jedoch begrenzt. Die Lagerung von Kohlendioxid konkurriert außerdem mit anderen wesentlich zukunftsfähigeren Nutzungen wie der Geothermie und der Druckluftspeicherung von Windenergie.

Auch die ökologischen Risiken seien noch ungeklärt, so Kuhlwein. Es fehlten vor allem Erkenntnisse über die Folgen eines plötzlichen oder schleichenden Austritts von Kohlendioxid und über mögliche chemische Prozesse in der Erde, die zu Leckagen führen könnten. Kohlendioxid ist unsichtbar und schwerer als Luft und schon bei drei Prozent Anreicherung in der Atemluft gesundheitsschädlich, bei zehn Prozent droht Atemstillstand.

Für Transportsysteme wie Pipelines wird es nach Auffassung Kuhlweins keine gesellschaftliche Akzeptanz geben. Die Menschen hätten seit den Erfahrungen mit der Atomenergie "die Schnauze voll von technologischen Großexperimenten zulasten von Natur und Bevölkerung". Wie bei der Atomenergie werde ein Programm gestartet, ohne dass der Landeplatz sicher sei. Die Folgen seien im Atommülllager Asse zu besichtigen.

Schließlich sei das CCS-Verfahren auch unwirtschaftlich. Sonst hätten die Energieversorger nicht nach staatlichen Subventionen gerufen. Für die NaturFreunde stehen Investitionen in die Nutzung fossiler Brennstoffe zur Stromversorgung im Widerspruch zur offiziell verkündeten nachhaltigen Entwicklung. Kuhlwein: "Große Grundlastkraftwerke werden auch als Übergangstechnologie nicht mehr gebraucht. Die Zukunft liegt bei den erneuerbaren Energien, deren Ausbau nicht durch subventionierte Kohlekraftwerke behindert werden darf."


3.300 Zeichen mit Leerzeichen - freigegeben - Mitteilung über einen Abdruck erbeten

www.presse.naturfreunde.de


Rückfragen bitte an:
NaturFreunde Deutschlands
Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur
Eckart Kuhlwein
Bramkampweg 5
22949 Ammersbeck

+49 (0)4102 425 74 | Tel
+49 (0)4102 448 67 | Fax
kuhlwein@naturfreunde.de
www.naturfreunde.de

Diskussion

  Login



 
 
  Aktuelle News
  RSS-Feed einrichten
Keine Meldung mehr verpassen

19.08.2025
Sauber sog i - jetzt wird um den Titel gekämpft! Schafft "Müllbertshofen" es, den Pokal der Münchner Müllmeisterschaft - vom 13. bis 15. September 2025 - zu verteidigen?


Einstellung des ECO-Newsletters Am 19. August wird der letzte ECO-Newsletter an die AbonnentInnen verschickt


18.08.2025
Kaum Platz für Busse: Abfrage der Deutschen Umwelthilfe offenbart dringenden Nachholbedarf bei Busspuren in Großstädten

Moor-PV: Chance für Klimaschutz, Energiewende und Landwirtschaft Orientierungshilfe für landwirtschaftliche Betriebe veröffentlicht


17.08.2025
Reichling gegen neue Erdgas-Förderung BUND Naturschutz organisiert große Kundgebung direkt am Bohrplatz.


15.08.2025
Deutsche Umwelthilfe zum UN-Abkommen gegen Plastikmüll: "Rückschlag im Kampf gegen wachsende Müllberge"

Plastikkrise ungelöst: UN-Verhandlungen scheitern an Blockadehaltung einzelner Staaten UN-Mitgliedstaaten können sich auf keinen Vertragstext gegen Plastikverschmutzung einigen


Bundesregierung muss zu Klima-Verfassungsbeschwerden Stellung nehmen Klagen für ausreichenden Klimaschutz nehmen wichtige Hürde


Wasserampel als hilfreiche Orientierung bei der Wassernutzung Gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden veröffentlicht das Hessische Landwirtschafts- und Umweltministerium den Leitfaden Wasserampel

ÖDP kritisiert Reiches Energie-Pläne Naturschutzpartei: Nicht den gleichen Fehler von Peter Altmaier wiederholen, das kostet Arbeitsplätze und den Verlust von Spitztechnologie.


14.08.2025
Kostenpunkt PV-Anlage Für wen rechnet sich die Investition wirklich?

Welt-Pferdetag am 20. August Tierschutzbund fordert verbesserten Schutz von Pferden


Hitzewelle gefährdet Leben Initiative "Grün in die Stadt" fordert: mehr Stadtgrün und die Umsetzung der 3-30-300-Regel


Messstationen melden deutschlandweit extrem hohe Ozonbelastung Deutsche Umwelthilfe fordert Maßnahmen gegen Vorläuferstoffe aus Verkehr und industrieller Tierhaltung

Kenvue fördert Produkttransparenz: Adaption des EcoBeautyScore durch Neutrogena® in Deutschland Mit der Einführung des neuen Ratings will Kenvue Menschen dabei unterstützen, nachhaltigere Gewohnheiten anzunehmen


Kein Skandal scheint groß genug: Es geht immer noch dreister ÖDP kritisiert Rheinwasser-Umleitung in NRW-Braunkohlegruben: Gesundheitsgefahr durch PFAS.


13.08.2025
100-Tage-Bilanz der Merz-Regierung Transparency Deutschland fordert Kurskorrektur

Hoyerswerda: Energiestruktur im Wandel Die Agentur für Erneuerbare Energien e. V. (AEE) zeichnet die Stadt Hoyerswerda als Energie-Kommune des Monats August 2025 aus.


ÖDP kritisiert "Rolle rückwärts beim Umweltschutz" Bio-Bauer Billmann warnt: "Entbürokratisierung, aber nicht so!"


Flexible Energie fürs Haus: SunLit Solar macht erstmals E-Autos zur Stromquelle für steckerfertige Speichersysteme Neue Vehicle-to-Load-to-Home-Funktion des SunLit EV3600 ermöglicht AC-seitige Beladung von Balkonkraftwerkspeichern über Elektrofahrzeuge