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Presse-Stelle:
Wissenschaftsladen Bonn e.V., D-53113 Bonn
Rubrik:
Job & Karriere
Datum:
19.04.2006
Umweltspezialisten haben inzwischen wieder rosige Jobaussichten - aber nur mit Berufserfahrung
Wissenschaftsladen Bonn: Zahl der Stellenangebote im Bereich Umweltschutz wuchs von 2003 auf 2005 um mehr als 40 Prozent. 2006 noch mehr Jobs erwartet. Regional große Unterschiede.
Mehr als 6.100 Stellen im Umweltbereich wurden bundesweit im Jahr 2005 für Akademiker/innen angeboten. "Das ist eine Steigerung um mehr als 40 Prozent gegenüber dem Jahr 2003", sagt Norbert Steinhaus, Arbeitsmarktexperte im Wissenschaftsladen Bonn für die Bereiche Umweltschutz und Naturwissenschaften: Im Jahr 2003 waren es nur rund 4.250 Stellen. Dennoch wird das Rekordhoch von 2001 auch 2006 (Hochrechnung des ersten Quartals ergibt rund 7100 Stellenangebote) nicht erreicht: Im Jahr 2001, so ergab die Auswertung des Wissenschaftsladen Bonn, wurden bundesweit rund 8.200 Umweltspezialisten gesucht.
Der Wissenschaftsladen Bonn, mit 25 Mitarbeitern der größte der 58 Wissenschaftsläden in Europa, wertet wöchentlich rund 90 Tages-, Wochenzeitungen, Fachpublikationen sowie mehr als 30 Internetportale auf Stellenangebote im Bereich Umweltschutz und Naturwissenschaften aus und stellt diese in seinem Informationsdienst "Arbeitsmarkt Umweltschutz und Naturwissenschaften" jeweils aktuell und nach Fachgebieten sortiert für Arbeitsuchende zusammen.
Angebots-Boom bei Erneuerbaren Energien
Profitiert hat vor allem der Bereich der Erneuerbaren Energien, wo, so Steinhaus, allein von 2004 auf 2005 die Zahl der Stellenangebote um stolze 40 Prozent stieg. Ansonsten kamen Akademiker/innen vor allem im technischen Umweltschutz unter (v.a. Abfallbereich), wo der Wissenschaftsladen Bonn ein Plus von 19,4 Prozent an Stellenangeboten zwischen 2004 und 2005 verzeichnete.
Hochburgen: Hamburg/Kieler Raum und Berliner Raum
"Die besten Chancen, als Akademiker/in im Umweltbereich einen qualifizierten Job zu finden, hat man seit Jahren im norddeutschen Raum um Hamburg und Kiel (14,3 Prozent aller Stellenangebote) sowie im Berliner Raum (12,3 Prozent)", sagt Norbert Steinhaus. Auch 2005 wurde damit mehr als ein Viertel aller Stellen im Umweltbereich dort angeboten. Die Regionen um die Städte Köln (10,3 Prozent), Stuttgart (9,6 Prozent), Frankfurt (8,0 Prozent)und München (6,0 Prozent) seien mehr oder minder abgeschlagen. Schlusslicht ist der Postleitzahlenbereich 9 (4,4 Prozent).
Schlechte Zeiten für Berufsanfänger/innen
"Rund 70 Prozent der Unternehmen, Verwaltungen bzw. sonstigen Institutionen verlangen in ihrer Stellenausschreibung ausdrücklich berufliche Erfahrung", sagt Arbeitsmarktexperte Norbert Steinhaus. Hoch im Kurs der Arbeitgeber stehen außerdem Englisch-Kenntnisse (in rund 39 Prozent der Stellenangebote explizit genannt) sowie die Teamfähigkeit der Bewerber/innen (35 Prozent). Stärker geschätzt als noch vor Jahren werden Beschäftigte, darauf weist die Auswertung des Wissenschaftsladen Bonn hin, die selbstständig arbeiten können (16 Prozent gegenüber 15,2 Prozent im Jahr 2004).
Fachübergreifende Qualifikation gefragter als reines Spezialistentum
"Auffällig ist, dass Unternehmen verstärkt Anzeigen schalten, in denen sie keine spezifischen Angaben zur geforderten Qualifikation machen", sagt Norbert Steinhaus. Vielmehr würden offenbar Fachkräfte gesucht, die flexibel einsetzbar seien, über die Fachgrenzen hinaus blickten. Steinhaus: "Mittelständische Unternehmen leisten sich oft keinen ausgebildeten Umweltjuristen, sondern suchen einen Umweltingenieur, der auch anfallende ju-ristische und kaufmännische Aufgaben mitbearbeitet." Insgesamt zeigte sich in der Auswertung, dass Chemiker, Bauingenieure, Verfahrenstechniker und Elektrotechniker die Gewinner auf dem Arbeitsmarkt Umweltschutz sind. "Sie werden mit Abstand am häufigsten von Unternehmen, Verwaltungen bzw. sonstigen Institutionen genannt", sagt Norbert Steinhaus.
Kaum Chancen für Teilzeitkräfte, mehr Befristungen
"Arbeitgeber im Umweltbereich vergeben Stellen immer häufiger nur für Projektlaufzeiten", sagt Norbert Steinhaus. Während 2003 nur 22,4 Prozent der Stellen befristet waren, waren es 2005 bereits 25,8 Prozent. Teilzeitkräfte haben im Arbeitsmarkt Umweltschutz vergleichsweise schlechte Chancen, ergab die Auswertung. Nur knapp 9 Prozent der Arbeitsplätze waren vom Umfang her keine vollen Stellen.
Stellenanzeigen: Deutlicher Trend zum Internet
Wer eine Stelle im Umweltschutz sucht, findet immer noch rund die Hälfte aller Angebote in den Printmedien. Dennoch, so ergab die Auswertung des Wissenschaftsladen Bonn, geht der Trend zur Erst- bzw. Zweitanzeige hin zum Internet: Während 2004 rund 42 Prozent der Angebote aus dem Informationsdienst "Arbeitsmarkt Umweltschutz und Naturwissenschaften" aus dem Internet stammten, waren es 2005 bereits 46 Prozent.
=> Ansprechpartner/in:
Norbert Steinhaus, Tel. (02 28) 201 61-22, norbert.steinhaus@wilabonn.de
Brigitte Peter, Tel. (02 28) 201 61-27, brigitte.peter@wilabonn.de
Wissenschaftsläden arbeiten aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse konkret und verständlich auf. Inhaltliche Schwerpunkte des Wissenschaftsladen Bonn e.V., 1984 gegründet, sind die Bereiche Umweltschutz und Gesundheit, Bürgergesellschaft und Nachhaltigkeit sowie Arbeitsmarkt und Qualifizierung.
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Kontakt:
Wissenschaftsladen Bonn e.V.
Email:
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Homepage:
http://www.WilaBonn.de
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