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 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  Wissenschaftsladen Bonn e.V., D-53113 Bonn
Rubrik:Familie & Kind    Datum: 30.11.2005
Weichmacher in Barbie, Baby Born & Co: Mit Puppenkauf noch warten
Umfrage des Wissenschaftsladen Bonn bei Herstellern ergab: Führende deutsche Firmen bringen erst ab Anfang 2006 Puppen ohne Phthalate in den Verkauf.
"Eltern, die ihren Kindern zu Weihnachten Puppen oder Spieltiere ohne gesundheitsgefährdende Weichmacher schenken wollen, sollten sorgsam wählen oder gar den Puppenkauf um ein paar Monate verschieben", sagt Antje Lembach, Biologin und Expertin für Spielzeug im Wissenschaftsladen Bonn. Der Wissenschaftsladen Bonn, mit 25 Mitarbeitern der größte der 58 Wissenschaftsläden in Europa, bereitet wissenschaftliche Erkenntnisse praxisnah für Verbraucher auf.
Im Juli 2005 hatte die EU beschlossen, bestimmte Arten von Phthalaten, die als Weichmacher in vielen Spielzeugen und Puppen enthalten sind, zu verbieten. Phthalate stehen im dringenden Verdacht, hormonwirksam und fortpflanzungsgefährdend zu sein und insbesondere bei Jungen zu Missbildungen an den Geschlechtsorganen zu führen. Umsetzen müssen die Firmen die europäischen Vorgaben bis zum Herbst 2006.

Einige Firmen setzen EU- Vorgaben vorzeitig um

Puppen etwa der Firmen Sigikid, Götz oder Schildkröt, Spieltiere von Schleich bzw. Bullyland können Eltern ihren Kindern Weihnachten unbesorgt auf den Gabentisch legen, ergab die Umfrage des Wissenschaftsladen Bonn bei den führenden deutschen Puppen- und Spieltierherstellern: Sie alle enthalten schon heute keine Phthalate mehr.
Andere Firmen wollen die Vorgaben zwar vorzeitig, also vor Herbst 2006, umsetzen, schaffen dies jedoch nicht bis Weihnachten: Die Firmen Zapf (u.a. Baby-Born) und Simba-Toys (u.a. New Born Baby) verbannen die Phthalate nach eigenen Angaben erst zur Jahreswende, verkaufen gleichzeitig aber die "Restbestände" der alten Produktion weiter. Barbie-Puppen der Firma Mattel werden erst zum Herbst 2006 ohne die verbotenen Phthalate zu haben sein.

Firmen sollten eindeutig kennzeichnen

"Die Firmen sollten auf ihren Produkten kennzeichnen, ob diese ohne die von der EU verbotenen Phthalate hergestellt sind", fordert Antje Lembach, Expertin des Wissenschaftsladen Bonn. Sonst wisse der Verbraucher auch im Frühjahr nicht, ob er eine Puppe aus alter oder neuer Produktion vor sich habe. Lembach: "Außerdem sollten sich die Spielzeughersteller aus Vorsorgegründen dazu durchringen, Spielzeug künftig gänzlich ohne Phthalate herzustellen." Möglich, das zeigten einige fortschrittliche Hersteller, sei dies schon heute.

Ansprechpartnerinnen:
Antje Lembach, Tel. (02 28) 201 61-30, antje.lembach@wilabonn.de
Brigitte Peter, Tel. (02 28) 201 61-27, brigitte.peter@wilabonn.de

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Die aktuelle Publikation von Antje Lembach lautet:

Spielen und basteln - aber gesund!

Praxisnahe Informationen und Tipps für Eltern und Erzieher/innen,
12 DIN A4-Seiten, 3 Euro

Wissenschaftsläden arbeiten aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse konkret und verständlich auf. Inhaltliche Schwerpunkte des Wissenschaftsladen Bonn e.V., 1984 gegründet, sind die Bereiche Umweltschutz und Gesundheit, Bürgergesellschaft und Nachhaltigkeit sowie Arbeitsmarkt und Qualifizierung.




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