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 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  Ökologischer Jagdverein e.V., D-88289 Waldburg
Rubrik:Umwelt & Naturschutz    Datum: 23.03.2005
Tod von 8 Stück Rotwild als Folge einer fehlenden sinnvollen Fütterungskonzeption
Umsetzung damit dringend erforderlich
Bereits vor ca. 15 Jahren wurde angeordnet, eine Fütterungskonzeption für das Rotwild im Hochgebirge zu entwickeln und umzusetzen.

Nach Kenntnis des ÖJV wurde diese Fütterungskonzeption für die Staatsjagden auch entwickelt und inzwischen weitgehend umgesetzt. Die Blockadehaltung der BJV-Jäger und die Unteren Jagdbehörden, die sich allerdings an der Umsetzung meist nicht beteiligten, haben dies verhindert. Das ist der Hauptgrund, warum es in strengen Wintern zu solchen bedauerlichen Vorfällen wie im Bereich der
Brandl-Alm kommt.

Außerdem muss bedacht werden, dass die eingegangenen Stücke Rotwild mit
großer Wahrscheinlichkeit durch die neu angelegten Wildwiesen in der
benachbarten Tiroler Jagd länger als sonst üblich in so großer Höhe
zurückgehalten wurden. Sie konnten dann ihre gewohnte Winterwanderung an
tiefer gelegene Fütterungen wegen der plötzlich eintretenden hohen
Schneelage nicht mehr antreten und waren in dem "Schneeloch"
eingeschlossen.

In diesem Schneeloch wäre es unter diesen Umständen nur unter Lebensgefahr
der zuständigen staatlichen Berufjäger möglich gewesen, zu füttern. In
dieser Situation hat das Leben von Menschen eindeutig Vorrang.

Bei den vielfach noch überhöhten Rotwildbeständen im Hochgebirge wird es
nicht zu vermeiden sein, dass einzelne Hirsche nicht an die Fütterungen
ziehen und in einem besonders strengen Winter verhungern. Vorfälle wie die
im Bereich der Brandl-Alm lassen sich nur verhindern, wenn das Rotwild
nicht künstlich in höheren Lagen zurückgehalten wird.

Der ÖJV fordert deshalb, dass eine sinnvolle Fütterungskonzeption für alle
Rotwildreviere im bayerisch / österreichischen Alpen- und Voralpenraum
umgesetzt wird. Dabei müsste außerhalb von Wintergattern auf Fütterungen
grundsätzlich verzichtet werden. Selbstverständlich sind dabei die Belange
des Hochwasser- und Lawinenschutzes sowie der Schutzwaldsanierung so zu
berücksichtigen, wie es der Bayerische Landtag bereits in seinen
"Bergwaldbeschlüssen" vom Juni 1984 gefordert hat.

Dr. Wolfgang Kornder (1. Vorsitzender des Ökologischen Jagdvereines Bayern
e.V.)
Ulsenheim 23, 91478 Markt Nordheim
Tel.09842/951370, Fax: 09842/951371
Kornder@oejv.de
www.oejv.de



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