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 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  Ökologischer Jagdverein e.V., D-88289 Waldburg
Rubrik:Umwelt & Naturschutz    Datum: 05.02.2005
Vergiftung der Seeadler durch bleihaltige Jagdmunition in Brandenburg
Die Jäger der Landesforstverwaltung treffen Maßnahmen zum Schutz des Brandenburgischen Wappentieres
Nachdem der Zusammenhang zwischen an Bleivergiftung gestorbenen Seeadlern und der Verwendung bleihaltiger Jagdgeschosse nicht mehr übersehen werden kann, haben die Jäger der Landesforstverwaltung reagiert und entscheidende Regelungen zum Schutz des Brandenburgischen Wappentieres getroffen.

Durch einen Erlass des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz vom 31.1.2005 an die Jäger der landeseigenen Jagdflächen - sie machen rd. 11 % der Gesamtjagdfläche Brandenburgs aus - wurde ein sofortiges Verbot der Verwendung bleihaltiger Jagdmunition angeordnet. Alternativ müssen die Jäger dafür sorgen, dass die Reste des geschossenen Wildes so entsorgt werden, dass die Seeadler nicht daran gelangen und mit den bleihaltigen Geschossresten in Kontakt kommen können (z.B. durch Vergraben).

Mit dieser Anordnung trägt die Landesforstverwaltung genau dem entscheidenden Umstand der Haupttodesursache des Seeadlers Rechnung: Es ist gerade die Verwendung bleihaltiger Büchsenmunition für die Jagd auf Schalenwild (Rehe, Sauen, Rot- und Damwild), die für den problematischen Eintrag von Blei in die Nahrungskette des Seeadlers verantwortlich ist und mit 33 % zur häufigsten Todesursache des Adlers wird. Die Verwendung bleihaltiger Munition (Schrot) für die Jagd auf Wasserwild spielt bei der Vergiftung der Seeadler lediglich eine untergeordnete Rolle.
Dass mit dieser getroffenen Regelung eine grundlegende Umstellung und Verschlechterung der bisherigen Jagdausübung verbunden ist, entbehrt dabei trotz häufiger Behauptung vieler Jäger jeglicher Grundlage. Bleifreie Munition führen dieselben Händler, die auch die bisher verwendeten Patronen verkaufen. Umfangreiche und zahlreich durchgeführte Tests belegen, dass die bleifreien Patronen in Sachen Wirkung und Zuverlässigkeit den giftigen Schwestern in nichts nachstehen. Jäger, die bereits aus der Einsicht heraus mit den neuen Patronen jagen, bestätigen diese Ergebnisse.

Bleibt zu hoffen, dass auch auf der übrigen Jagdfläche des Landes - immerhin 89 % der Gesamtfläche - rasch die entsprechenden Schritte umgesetzt werden und die Verwendung von bleihaltiger Jagdmunition im Ökosystem endlich beendet wird.

Ökologischer Jagdverein
Brandenburg e.V.
Geschäftsstelle
Ahornallee 32 a
14552 Michendorf
fon: 033205-23 702
fax: 069-133 047 48 695
brandenburg@oejv.de


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