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Presse-Stelle:  PROVIEH Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung e.V., D-24226 Heikendorf
Rubrik:Umwelt & Naturschutz    Datum: 01.10.2004
Bund und Länder entscheiden in den nächsten Tagen, ob Hennen weiter in Käfigen leiden müssen
VIER PFOTEN und PROVIEH präsentieren zum Welttierschutztag ein vernichtendes Gutachten zu sogenannten "Kleinvolieren"
Hamburg/Heikendorf, 01.10.2004: Heute veröffentlichen die Tierschutzorganisationen PROVIEH - Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung e.V. und VIER PFOTEN e.V. ein neues Gutachten von Dr. B. Hörning, Mitarbeiter an der Universität Gesamthochschule Kassel, in dem Vorschläge zur Haltung von Hennen in sogenannten "Kleinvolieren" untersucht wurden. Anlass für das Gutachten ist die am 6. Oktober stattfindende Herbstkonferenz der Agrarminister, auf der das BMVEL Eckpunkte zur "Kleinvoliere" vorstellen soll. "Die Studie zeigt, dass die bisherigen Vorschläge für ein neues Haltungssystem aus Tierschutzsicht einem katastrophalen Rückschritt gleich kommen", erklärt Dr. Marlene Wartenberg, Vorsitzende von VIER PFOTEN. "Deshalb muss an dem gesetzlich legitimierten Käfigverbot festgehalten werden. Wir appellieren an Bundesministerin Künast, sich dem immensen Druck der Bundesländer nicht zu beugen".
Das Gutachten stellt fest, dass in sogenannten "Kleinvolieren" eine verhaltensgerechte Unterbringung von Legehennen nicht möglich ist. Die Entwürfe der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft und der Vorschlag der Geflügelwirtschaft bieten gegenüber den herkömmlichen Käfigen keine wesentlichen Verbesserungen für die Tiere. Damit erfüllen alle Modelle weder die Anforderungen des Tierschutzgesetzes noch des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom 6. Juni 1999.
So kann ein Haltungssystem keinesfalls als tiergerecht bezeichnet werden, wenn die Hennen bei nur 45 Zentimetern Käfighöhe nicht erhöht ruhen können. Die nach wie vor beengten Käfigmaße lassen artgemäßes Picken und Scharren sowie artgemäßes Sandbaden nicht zu. Die Hennen können sich nur fortbewegen, indem sie ihre Artgenossen zur Seite drängen. Ferner ist bei einer Futtertrogbreite von nur zehn Zentimetern nicht einmal gewährleistet, dass alle Hühner gleichzeitig Nahrung aufnehmen können. Diese laut Studie unabdingbaren Mindeststandards für eine rechtlich zulässige Legehennenhaltung werden von sämtlichen Vorschlägen nur unzureichend oder gar nicht erfüllt.
Besonders schlecht schneidet im Gutachten der als "Weltneuheit" präsentierte Vorschlag der Geflügelindustrie ab. Dort wurden bestehende ausgestaltete Käfige nur geringfügig verändert, ohne den Hennen mehr Lebensraum zu bieten. Die Studie entlarvt dieses Modell als plumpe PR-Maßnahme der Käfiglobby.
"Zudem ist es ein Betrug an den Verbraucherinnen und Verbrauchern, ein System, in dem die Hühner nicht fliegen können, als "Kleinvoliere", d. h. als Flugeinrichtung (volare = fliegen) zu deklarieren", stellt Sandra Gulla, Vorsitzende von PROVIEH fest.
PROVIEH und VIER PFOTEN werden Verbraucherschutzministerin Künast auch weiterhin bei der Aufrechterhaltung des Käfigverbotes unterstützen und sich gegen die Zulassung eines neuen tierquälerischen Käfigsystems stellen, das weder den Verbraucherwünschen noch dem im Grundgesetz garantierten Schutz unserer Nutztiere entspricht.
Das vollständige Gutachten und weitere Informationen erhalten Sie bei:
VIER PFOTEN e.V.:
Thomas Pietsch, Nutztier-Kampaigner, Tel. 040 - 399 249 50 oder 0171/4910784
Altonaer Straße 57, 20357 Hamburg
thomas.pietsch@vier-pfoten.de, www.vier-pfoten.de

PROVIEH - Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung e.V.
Markus Pfeuffer, Dipl. Agrarbiologe, Tel. 0431 - 248 28 13
Teichtor 10, 24226 Heikendorf/Kiel
pfeuffer@provieh.de, www.provieh.de



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