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Presse-Stelle:  BUND Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V., D-10179 Berlin
Rubrik:Energie    Datum: 05.11.2001
BUND fordert härtere Konsequenzen aus AKW-Pannen
Gefährliche Schlampereien dürfen nicht folgenlos bleiben
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat
von Bundesumweltminister Trittin härtere Konsequenzen aus den Skandalen bei
deutschen Atomkraftwerken gefordert. Die Serie krimineller Verstöße gegen
Sicherheitsvorschriften in mehreren AKW`s in Baden-Württemberg mache ein
schnelles und entschiedeneres Eingreifen seitens der Bundesregierung nötig.
Da es bei Kontrolle und Überwachung der Atomanlagen jahrelang gefährliche
Schlampereien gegeben habe, müsse den dafür Verantwortlichen die Erlaubnis
für den Betrieb von Atomanlagen gänzlich entzogen werden. Die laut
Atomkonsens vorgesehenen Reststrommengen der Pannenreaktoren dürfen nach
BUND-Auffassung dann nicht auf noch laufende Reaktoren übertragen werden.
Gefährliche Schlampereien dürften sich nicht lohnen.

Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des BUND-Bundesvorstands: "Die
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Betreiber von deutschen
Atomkraftwerken wegen des unerlaubten Betreibens von Anlagen. Für die
Atommanager drohen bis zu fünf Jahre Haft - wer aber haftet für die enormen
gesundheitlichen Schäden, für die Toten, für die Verstrahlung ganzer
Landstriche, wenn es durch solche Schlampereien zu einem Störfall kommt?
Bedrohungen der Sicherheit von innen und von außen machen Atomanlagen zu
einem unkalkulierbaren Risiko. Damit muss jetzt Schluss sein, der
Sofortausstieg steht auf der Tagesordnung."

Für den BUND ist die Skandalserie erneut Beleg für die Notwendigkeit des
sofortigen Abschaltens aller AKW`s. Die in den letzten Wochen bekannt
gewordenen Nachlässigkeiten bei sicherheitsrelevanten Kühl-, Druck- und
Notsystemen in mehreren Atomkraftwerken belege zudem erneut die
Untauglichkeit des Atomkonsenses für einen geordneten und schnellen Ausstieg
aus der Atomenergienutzung in Deutschland.

Nach BUND-Auffassung haben nicht nur die Betreiber der AKW`s und die
Landesregierung von Baden-Württemberg bei der Atomaufsicht versagt. Es
stelle sich die Frage, warum die Bundesregierung als oberste atomrechtliche
Aufsichtsbehörde die jahrelangen Schlampereien in Baden-Württemberg nicht
bemerkt haben will.

Renate Backhaus: "Aufsichtsbehörden, Kontrollbehörden, Gutachter und
Technischer Überwachungsverein sind offensichtlich zu eng miteinander
verquickt, als dass eine unabhängige Kontrolle der Atomanlagen möglich wäre.
Damit ist der nächste Atomskandal vorprogrammiert. Umweltminister Trittin
muss das geltende Atomrecht ernst nehmen und den unzuverlässigen
Reaktorbetreibern die Betriebsgenehmigungen entziehen. Nur ein
abgeschaltetes Atomkraftwerk ist ein relativ sicheres Atomkraftwerk."

Bei Rückfragen: BUND-Pressestelle, Rüdiger Rosenthal: Tel. 030-27586-425 /
-489, Fax: -449, mobil: 0171-8311051; eMail: presse@bund.net; Der BUND im
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