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Quelle:ECO-News - die grüne Presseagentur
Partner:  Baubiologie Regional, D-95402 Bayreuth
Rubrik:Bauen    Datum: 26.12.2000
Ökologischer Gewerbebau
Öko-Architekten berichten
Der Architekt Karlheinz Paulus aus Miltenberg ist Mitglied im Verzeichnis "Öko-Architekten" von Baubiologie Regional

Vorgestellt wird das Projekt "Sanierung einer Halle + Umbau eines Bürogebäudes" der Firma Konrad Schliesstechnik GmbH in Miltenberg. Wir beschränken uns in dieser Pressemitteilung auf das Energie- und Ökologiekonzept. Der gesamte Werkbericht kann unter diesem Link abgerufen werden.

Das Ingenieurbüro für Energie- und Umwelttechnik Horst Endrich IBEU aus Zellingen erstellte das Energie- und Ökologiekonzept. Dabei wurde ein besonderes Augenmerk auf die Nachhaltigkeit des Gebäudes gelegt. Die daraus entstehenden Punkte der Aufgabenstellung wurden bereits im Planungskonzept erläutert.
Das von IBEU erstellte Konzept enthält zwei Teile. Zum einen das Gebäude selbst, zum anderen die technische Gebäudeausstattung. Bei dem Gebäude wurde versucht, den Niedrigenergiehausstandard zu erreichen. Dafür ist es notwendig gewesen, sich mit der Gebäudehülle zu befassen und ein Vorschlag für die Bauweise zu erarbeiten. Dabei wurden die verwendeten Materialien auch auf ihre Umweltverträglichkeit hin untersucht.

Außenwand
Für die nachträgliche Dämmung von Außenwänden schreibt die Wärmeschutzverordnung `95 einen k- Wert von mindestens 0.4 W/m²K vor. Dies wurde für nicht mehr zeitgemäß gehalten und deshalb wurde ein Wert von 0.2 W/m²K angestrebt. Bei der Werkhalle war dies problemlos zu realisieren, da der Wandaufbau ohnehin neu erstellt werden mußte und dabei die vorhandenen Gefache der Außenwandkonstruktion mit Dämmstoff ausgefüllt wurden. Beim Kalksandstein-Mauerwerk mußte eine Außendämmung in Form eines Vollwärmeschutzes angebracht werden.

Fenster
Die Wärmeschutzverordnung schreibt für die Fenster Wärmeschutzverglasung mit einem k- Wert von 1,8 W/m²K vor. Nachdem heute Wärmeschutzver-glasungen mit einem k- Wert von 1,1 W/m²K der Standard sind, wurde diese gleich eingebaut.

Dach
Für eine zukunftsweisende und richtige Dämmung des Daches war es wichtig, daß zum einen ein optimaler Wärmeschutz vorhanden sein sollte und zum anderen die Dachkonstruktion winddicht ausgeführt wird. Die Dämmschichtdicke wurde auf 20 cm festgelegt.

Fußboden gegen Erdreich
Zur Vermeidung von ungewollten Wärmeverlusten ist der Dämmung des Fußbodens besondere Beachtung zu schenken. Weil nachträgliche Veränderungen kaum oder nur mit großem Aufwand möglich sind, wollten wir schon von Beginn an ein Wert 0,3 W/m²K erreichen. Gefordert sind 0,5 W/m²K bei Fußböden gegen Erdreich oder 0,35 W/m²K bei Fußböden mit Fußbodenheizung.

Dämmaterial
Bei den Dämmaterialien entschieden wir uns für Zellulose im Dach und in den Holzständerwänden. Dieses Dämmaterial wird aus Altpapier hergestellt, ist also ein typisches Recyclingprodukt und damit besonders umweltschonend.
Die massiven Außenwände wurden mit 15 cm Steinwolle gedämmt. Aufgrund der hohen Belastungen des Fußbodens, besonders im Lagerbereich, wurde der Fußboden mit 10 cm PS- Hartschaumplatten gedämmt. Hierfür gab es keine technisch und gleichzeitig finanziell vertretbare Alternative.

Farben
Bei allen verwendeten Farben wurde darauf geachtet, daß Lacke auf Wasserbasis ausgewählt wurden.

Durch die hervorragende Dämmung und der kompakten Bauform, was eine geringe Außenwandfläche im Verhältnis zum genutzten Volumen bedeutet, errechnet sich ein Endenergiebedarf von 72 kWh/m² pro Jahr. Dies liegt ca. 60 % unter dem Energiebedarf von Gebäuden aus der Zeit vor der Wärmeschutzverordnung von 1995.

Durch die großen Fensterflächen im Süden des Gebäudes und der Lage der weniger beheizten Räume im Norden, ist der Heizenergiebedarf noch geringer; er liegt bei 65 kWh/m²a.

Der zukünftig anzustrebende Wert für den spezifischen Wärmebedarf nach dem Leitfaden "Energie im Hochbau - Energiebewußte Gebäudeplanung" liegt bei neuen Bauvorhaben bei 75 kWh/m²a.
Bei der Berechnung der mittleren Raumtemperatur während einem Jahr kann man davon ausgehen, daß eine Raumtemperatur von 20 °C aufgrund des sehr guten Dämmstandards ausreicht und sowohl Nacht- als auch Wochenendabsenkungen durchgeführt werden können. So errechnet sich nach dem oben genannten Leitfaden ein spezifischer Wärmebedarf von 52 kWh/m²a. Damit wird er Niedrigenergiehausstandard weit unterschritten.

Regenwasser
Das Regenwasser soll aus ökologischen und finanziellen Gründen für die Klospülungen und Gartenbewässerung genutzt werden. Möglichst wenig Flächen werden auf dem Parkplatz versiegelt.

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