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Aktuelles
Ausgehend von dem griechischen Wort Kosmos ("die Ordnung der Natur"), kann man Kosmetik auch als die Kunst beschreiben, die Schönheit des Körpers im Einklang mit der Natur zu erhalten. In Deutschland entwickeln in diesem Sinne Unternehmen wie Weleda, PHARMOS NATUR, Annemarie Börlind oder Wala mit der Marke Dr. Hauschka seit vielen Jahren wirkungsvolle Produkte. In den USA begeisterte schon vor rund zwanzig Jahren die exklusive Ligne St. Barth, basierend auf dem Wissen karibischer Ureinwohner, Models und Visagisten. Lange galten viele Marken als Geheimtipp, doch seit Hautprobleme wie Schuppenflechte und Neurodermitis auf dem Vormarsch sind, entdecken nicht nur Anwenderinnen, sondern auch Beautyexperten die Naturkosmetik neu. Nicole Praß-Anton, Spa-Managerin bei "Bollant's im Park Romantik Hotel & Vital Spa" in Bad Sobernheim, lässt ihre Gäste unter anderem mit Produkten von Primavera ganzheitlich verwöhnen. In ihrem Hotel "Zur Bleiche Resort & Spa" im Spreewald setzt Hausherrin Christine Clausing auf Naturkosmetik von Martina Gebhardt - das Hotel wurde unlängst ausgezeichnet als führendes Wellness-Hotel in Deutschland und gekürt mit der internationalen "Wellness-Aphrodite". Die Vorzüge von Emulsionen, Masken, Cremes und Anti-Aging-Produkten auf rein pflanzlicher Basis liegen auf der Hand: Sie verzichten auf synthetische Inhaltstoffe, welche die Haut irritieren können. Etwa Formaldehydabspalter, die in vielen Pflegeprodukten zur Konservierung eingesetzt werden, obwohl sie unter Verdacht stehen, Krebs auszulösen. Unabhängige Untersuchungen, etwa von der Zeitschrift Öko-Test, zeigen, dass solch bedenkliche Substanzen sowie synthetische und allergieauslösende Farb- und Duftstoffe oft in vielversprechender und teurer Hightech-Kosmetik stecken. Hingegen rangierten Produkte von Naturkosmetikherstellern bei Tests regelmäßig an der Spitze. Mit der steigenden Nachfrage ist das Angebot erheblich gewachsen. So werben inzwischen viele Produkte mit Versprechen wie "Auf pflanzlicher Basis" oder "Mit reinem Kräuterextrakt". Mogelpackung oder echte Naturkosmetik - dazu bietet das Logo des BDIH (Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungs- und Körperpflegemittel) eine Orientierungshilfe. Rund 55 Hersteller, die sich den Richtlinien des Verbandes angeschlossen haben, tragen bereits das Siegel für kontrollierte Natur-Kosmetik. "Die Weisheit des Lebens besteht im Weglassen des Unwesentlichen", diese Einsicht Laotses (604 vor Christus) hat für die Hersteller von Naturkosmetik noch heute Gültigkeit, die auf vieles verzichten: auf Erdölprodukte, radioaktive Bestrahlung, Genmanipulation und Tierversuche. Nicht gespart hingegen wird bei der Entwicklung innovativer Methoden zur Verarbeitung der Grundstoffe aus kontrolliert ökologischem Anbau oder aus Wildsammlung. Ziel ist dabei stets, die Funktionen der Haut zu unterstützen. Martina Gebhardt, Gründerin der gleichnamigen Naturkosmetiklinie, empfiehlt, Cremes grundsätzlich sparsam anzuwenden. Ihr Tipp: Der Nase und dem Gefühl vertrauen und ausprobieren, worauf man gerade Appetit hat. "Finden Sie den Duft angenehm, dann können Sie auch die enthaltenen Wirkstoffe annehmen!" Pionierin in der Produktion und Paradebeispiel für die Wirksamkeit ihrer Produkte ist Annemarie Lindner. In ihrer Jugend machte sie aus der Not eine Tugend und mixte sich Pflegeprodukte selbst, die optimal auf ihre Problemhaut abgestimmt waren. "Mit Heilerde habe ich gute Erfahrungen gemacht", erinnert sie sich. 1959 gründete sie mit ihrem Geschäftspartner Friedrich Börner die Pflegelinie Annemarie Börlind, ein kleines Unternehmen. Vor zwei Jahren wurde die heute 85-Jährige, die die Leitung der international florierenden Firma inzwischen abgegeben hat, in New York mit dem "Natural Legacy Award" ausgezeichnet, dem Oscar der Naturwarenbranche. Persönliche Erfahrungen standen auch am Anfang von PHARMOS NATUR. Firmengründerin Margot Esser aus Uffing am Staffelsee schwört persönlich auf Aloe vera, deren naturreiner Saft anstelle von Wasser die Basis ihrer Produkte mit Heilpflanzenextrakten bildet. Ein besonderes Engagement jenseits von Profitgier zeichnen viele Hersteller von Naturkosmetik aus. So bieten einige Firmen ihren Kunden als Plus zum Beauty-Effekt ein gutes Gewissen. Wala etwa hat anthroposophische Ideale im Unternehmenskonzept verankert. Davon profitieren zum einen die Mitarbeiter, darüber hinaus leistet Wala mit der Förderung des Rosenanbaus im strukturschwachen Georgien echte Entwicklungshilfe. Und die Unternehmensführung von Aveda ist darauf bedacht, "dass die Erde und deren Ressourcen geschont und für künftige Generationen bewahrt werden", wie der Präsident des Unternehmens, Dominique Conseil, auf seiner Website versichert. Gut gepflegt und mit reinem Gewissen: Ganzheitlicher können Schönheit und Wellness wirklich nicht sein. - Ute Wild -
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