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lavera Naturkosmetik - Was macht sie so erfolgreich?
Interview mit Thomas Haase von Lavera
Vom Tüfteln in der Küche unter die Top 4 weltweit: ECO-World sprach mit Thomas Haase, dem Gründer und Geschäftsführer von lavera, über die Geschichte seines Unternehmens, die Rolle der Naturkosmetik auf dem deutschen und internationalen Markt und über empfindliche Haut und deren Pflege.

ECO-World: Herr Haase, aufgrund Ihrer Neurodermitis haben Sie sich schon früh mit alternativer Hautpflege auseinandergesetzt. Wie sind Sie damals auf diesen Weg aufmerksam geworden; wieso legten Sie Hoffnung in die natürlichen Produkte?

Th.Haase: Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Hautproblemen war in meiner Kindheit bei weitem nicht auf dem wissenschaftlichen Stand, den wir heute kennen. Damals, also vor 40 Jahren, gab es für meinen Hautzustand keine adäquaten Pflegeprodukte. So habe ich aus meiner Not heraus schon während der Schulzeit nach alternativer Hautpflege gesucht und in unserer Küche experimentiert.

ECO-World: Während Ihres Studiums haben Sie sich immer weiter in das Thema Naturkosmetik vertieft; Sie haben selbst Pflanzen angebaut und Kräuterauszüge hergestellt. - Passt das mit einem Studium des Industrie-Designs zusammen? Wären nicht eine heilkundliche Ausbildung oder ein Studium der Pharmazie näher liegend gewesen?

Th.Haase: Mein Interesse für Industrie-Design überwog damals. Die erworbenen Kenntnisse helfen mir heute bei der Produktgestaltung oder neuen Investitionen. - Einen Studiengang Kosmetik gibt es übrigens erst seit 1984 in Lemgo. Dort kann man inzwischen Lebensmitteltechnologie mit Schwerpunkt Kosmetik belegen.

Alles, was ich über Pflanzen, Kräuter und die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Hautproblemen weiß, habe ich mir selbst beigebracht. Ich bin somit ein Quereinsteiger - Sie werden in der Naturkosmetikbranche allerdings viele Quereinsteiger finden, die sehr erfolgreich sind. Wichtig ist, dass man mit dem Herzen arbeitet - authentisch ist, quer denken kann und ein Gespür für natürliche Inhaltsstoffe besitzt.

ECO-World: 1975 hatten Sie Ihr erstes Produkt entwickelt, einen Lippenpflegestift. War das für Sie ein großer, bestätigender Erfolg oder nur ein Schritt von vielen auf dem Weg zum Ziel? Was war Ihr Motor, weiter zu machen und Produkt um Produkt zu entwickeln?

Th.Haase: Mein Motor war und ist der Anspruch, die Haut optimal zu pflegen und zu schützen; jeder soll sich in seiner Haut wohlfühlen können. Nachdem ich merkte, dass mein basis-System auf breites Interesse und Bedarf stieß, hieß mein Ziel, gezielt Hautpflegeprodukte zu entwickeln, die das ganzheitliche Wohlgefühl unterstützen und fördern.

Wir haben heute circa 200 Produkte in unserem Programm und bieten umfassende Körper- und Gesichtspflege für alle Altersschichten und Hauttypen. Unser Unternehmen ist für seine Innovationen bekannt; jede von ihnen ist für mich eine spannende Herausforderung. Es macht einfach Spaß, Produkte in die Naturkosmetik einzuführen, die vorher nicht umsetzbar waren: Lipgloss, Selbstbräuner, Concealer, sprühbaren Sonnenschutz, Pflege mit Anti-Ageing-Wirkeffekten... Fundierte Kenntnisse sind das A und O, um stabile Formulierungen, die optimal wirken, herstellen zu können.

ECO-World: 1987 gründeten Sie Lavera, "die Wahre". Warum wählten Sie diesen Namen?

Th.Haase: Die Wurzeln für meine Namenswahl sind im Lateinischen zu finden: "verum" bedeutet "das Wahre". Einwandfreie Inhaltsstoffe sowie optimale Verträglichkeit und Wirksamkeit - das ist "meine wahre" Pflege.

ECO-World: Gab es Rückschläge?

Th.Haase: Ja, 1992 brannte das damals noch in Rethen ansässige Unternehmen völlig aus - es war nichts mehr übrig. Meine Mitarbeiter haben zeitweise auf ihre Gehälter verzichtet und das Unternehmen mit mir zusammen wieder aufgebaut. Ich bin ihnen für diesen Einsatz sehr dankbar. Schon 1995 konnte ich die Räumlichkeiten in Wennigsen erwerben, eine ehemalige Müslifabrik. - Wir sind heute noch eine lavera-Familie; den lavera-Geburtstag z.B. feiern wir jedes Jahr gemeinsam.

ECO-World: Lavera-Produkte können inzwischen in Italien, Frankreich, Griechenland, sogar in Japan und den USA bezogen werden. Wie ist man dort auf Lavera aufmerksam geworden? Wie sehen diese Märkte aus; sind sie Naturkosmetik gegenüber sehr aufgeschlossen?

Th.Haase: Kontakte zu ausländischen Partnern haben wir immer auf der BioFach Messe geknüpft. Die BioFach ist noch eine Weltmesse, auf der Rohstoffe gehandelt und Neuheiten präsentiert werden. Sie gibt einen realen Überblick der Bio-Szene weltweit.

Zu Italien und den USA unterhalte ich schon seit circa 10 Jahren Exportbeziehungen. Seit 2001 nimmt der Exportbereich in meinem Unternehmen einen höheren Stellenwert ein. Das Bewusstsein für Naturkosmetik in anderen Ländern wächst ständig und die Struktur des Naturkosmetikvertriebes verbessert sich. Dennoch liegt die Biobereich-Entwicklung der Exportpartnerländer circa 5-7 Jahre hinter der Deutschlands. Doch kann man über die einzelnen Länder keine allgemein gültigen Aussagen treffen. Jedes Land hat seine eigene Struktur, seine eigenen Markt- und Vertriebsgesetze.

Aufmerksam geworden sind die Importeure, weil unsere Produkte so modern sind, ein ansprechendes, klares Design aufweisen und eine hervorragende Qualität besitzen, die uns durch die unzähligen ÖKO-TEST Auszeichnungen immer wieder bestätigt wird. Außerdem wurde lavera Naturkosmetik so häufig wie kein anderes Unternehmen von der BioFach-Jury ausgezeichnet, insgesamt schon 5 Mal.

ECO-World: Heute zählt die Laverana GmbH & Co. KG 100 Mitarbeiter und Ihr Unternehmen hat sich unter den großen Firmen der Naturkosmetik-Branche einen Platz unter den Top-Vier weltweit gesichert. Wie sehen Sie die Zukunft der Naturkosmetik auf dem deutschen Markt? Wie sehen Sie Ihre Zukunft?

Th.Haase: Die Zukunft der Naturkosmetik: Meines Erachtens befinden wir uns nach wie vor auf einer Insel; unsere Branche bekommt kaum etwas von der allgemein schlechten Wirtschaftslage mit und verzeichnet nach wie vor Umsatzzuwächse im ein- bis zweistelligen Prozentbereich. Die Verbraucher in Deutschland haben erkannt, dass zu einem ganzheitlichen Wohlgefühl Ernährung UND Körperpflege gehören.

Allerdings: Naturkosmetik wird immer moderner werden. Der Anwender erwartet nicht nur einwandfreie natürliche Rohstoffe, die Produkte müssen ebenso dem gelernten Verbraucher- und Anwenderverhalten entsprechen. Ein Sonnenspray mit 100 % mineralischem Lichtschutz z.B. muss leicht verteilbar sein, jedes Produkt sollte sich bis mindestens 6 Monate nach Anbruch halten, ungeöffnet mindestens 24 Monate usw...

Die Zukunft der laverana sehe ich sehr positiv. In Deutschland sind wir in allen Naturwarenläden und Naturkosmetikfachgeschäften gelistet. Im Ausland fangen wir gerade erst an: Wir haben im August diesen Jahres die letzten Produkte auf 6-Sprachigkeit umgestellt. Laverana mit lavera und LAVERÉ Naturkosmetik wird auch zukünftig Innovationen bieten und in zertifizierter Naturkosmetikqualität aktuelle Trends aufgreifen.
Foto: Thomas Leingreder: Firmensitz der Laverana GmbH & Co. KG in Wennigsen bei Hannover

ECO-World: Noch eine letzte Frage, Herr Haase: Sie haben es geschafft, Ihre Neurodermitis zu besiegen. Gibt es einen Rat, den Sie Betroffenen oder auch den Eltern betroffener Kinder mit auf den Weg geben möchten?

Th.Haase: Wichtig für ein beschwerdenfreies Leben sind für mich Hautpflege mit rein natürlichen Inhaltsstoffen und eine gesunde und disziplinierte Ernährung. Wer an Neurodermitis leidet, sollte prüfen, ob er auf Milcheiweiß, Fisch, Eier, Erd- und Haselnüsse allergisch reagiert.

Unser Körper ist sehr vielen negativen Reizen ausgesetzt, die Umwelteinflüsse belasten den Organismus und das Immunsystem. Die unablässige Reizstoffzufuhr kumuliert in der allergischen Reaktion: Wenn ich meinem Körper immer wieder Reizstoffe zuführe, kann es bei einem latent vorhandenen Allergiepotenzial zu allergischen Schüben kommen.

Verzichte ich - gerade im Hautpflegebereich - auf irritierende Inhaltsstoffe, sinkt das Allergierisiko. Verwende ich zudem Kosmetik mit Inhaltsstoffen, die meine Immunität heraufsetzen, stärke ich die Hautfunktionen. Der Hefewirkstoff Betaglucan z.B. stimuliert die Hautzellfunktionen, regt das Zellwachstum an und stärkt somit die Haut.

Zusätzlich sollte man sich auf die natürlichen Abwehrmechanismen des Körpers verlassen und möglichst keine Antibiotika verwenden, sondern auch in diesem Bereich immer erst Genesung durch Homöopathie anstreben.
Foto: Vater Haase und Sohn Leon

Vielen Dank für dieses Gespräch.

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