Zurück zur ECO-World Startseite

Haftungsausschluss
Impressum
Datenschutzerklärung
 








  Forum
 
 
HOME | Top-Nachrichten | Energie & Technik alle Nachrichten
 Hier finden Sie laufend aktuelle Nachrichten aus dem Themenbereich Ökologie.
Stichwort    Art 
Hilfe   neue Suche  alle Pressestellen anzeigen 
Wenn Sie Meldungen zu einem bestimmten Thema suchen, steht Ihnen die Navigation links zur Verfügung. - Mit ECO-News, dem Presseverteiler der ECO-World sind Sie immer auf dem Laufenden.

 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  Pressebüro Hüttmann, D-90617 Puschendorf
Rubrik:Energie & Technik    Datum: 05.12.2017
Siffizienz: Grau ist alle (Energie-)Theorie
Sanieren oder neu bauen?
Aber auch trotz steigendem Wohnflächenbedarf müsste nicht in dem Maße neu gebaut werden. Es ist genügend Substanz vorhanden. Nur entscheidet man sich statt eines Umbaus bzw. einer Vollmodernisierung immer häufiger für einen Abriss mit anschließendem Neubau. Glaubt man einer Studie, ist jedes zehnte Wohnhaus in Deutschland nicht mehr wirtschaftlich zu sanieren. Aber selbst wenn dies zutrifft, stellt sich die Frage, ob Wirtschaftlichkeit hier überhaupt das entscheidende Kriterium sein sollte. Angesichts des drängenden Handlungsdrucks durch den Klimawandel sollte die Prämisse der Suffizienz und das Bemühen um einen möglichst geringen Rohstoff- und Energieverbrauch deutlicher in den Vordergrund gerückt werden. Das Ziel eines klimaneutralen Wohnungsbestands im Jahr 2050 ist nur durch den Erhalt von Bausubstanz zu erreichen.
Ressourceneffizienz!
Eine Studie aus Österreich offenbart, dass der Herstellungsenergiebedarf von Niedrigenergie- und Passivhäusern wesentlich höher als der während des gesamten Lebenszyklus erforderliche Heizenergiebedarf sein kann. Hauptverantwortlich dafür sind Baustoffe, welche in zahlreichen energieintensiven Umwandlungsschritten hergestellt wurden, wie z.B. Dämmstoffe auf Kunststoffbasis, Kleber oder auch gebrannte Ziegel. Grundsätzlich gilt: Je mehr ein Baustoff bei seiner Herstellung bearbeitet, Wärmebehandlungen unterzogen bzw. chemisch verändert wird, umso höher sind die umweltrelevanten Belastungen. Im ungünstigen Fall kann die "graue Energie" für die Gebäudeerrichtung mehr als das 100-fache des jährlichen Heizenergiebedarfs eines Passivhauses betragen. Da seine erwartete Lebensdauer kürzer als 100 Jahre ist, hat die graue Energie bei Passivhäusern mehr Einfluss auf den Gesamtenergiebedarf als die Heizenergie selbst.

Abnehmender Grenznutzen
Wenn nun, wie zuletzt zu hören war, das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und die Energieeinsparverordnung (EnEV) mit dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zusammengelegt werden, nicht zuletzt um die EU-Gebäudeenergieeffizienzrichtlinie zu erfüllen, ist das ein sinnvoller Ansatz. Schließlich hat die Strategie der stetigen Verschärfung von Anforderungen die EnEV zu einer Zwangsjacke werden lassen. Es hat sich herausgestellt, dass Dämmung allein keine Lösung ist, da diese ab einem bestimmten Punkt oftmals nur noch Kosten verursacht, aber zu kaum noch messbaren Energieersparnissen führt. Zudem wird der Bewegungsspielraum für Investitionen in Erneuerbare Energien eingeschränkt. Weitere Verschärfungen des energetischen Neubaustandards führen auch zu einem Mehrverbrauch an Ressourcen und Energie, was für das Ziel einer Energiewende kontraproduktiv ist. Leider spielt der Aspekt, dass bei rein regenerativen Heizungssystemen die Grenzkosten gegen Null gehen, im Gerüst der EnEV kaum eine Rolle. Dämmung als solches sollte nicht verteufelt werden, jedoch geht es um ein optimiertes Verhältnis von Haustechnik und Bauphysik. Ein besserer Ansatz: Die Ökobilanzierung über den ganzen Lebenszyklus eines Gebäudes. Ein solches Gesamtbilanzierungsverfahren sollte dann auch die "graue Energie" sowie realistische Bedarfsannahmen berücksichtigen.

Provokante Thesen
Eine Begrenzung des Neubaus wäre wichtig, ein Flächenmoratorium ein sinnvoller Ansatz. In der Schweiz gibt es beispielsweise ein Siedlungslimit, das den verschwenderischen Umgang mit Bodenflächen und die Zersiedlung der Landschaft stoppen soll. Der ehemalige Architekturverleger Daniel Fuhrshop geht noch ein wenig weiter. In seinem Blog gegen die Bauwut "Verbietet das Bauen" veröffentlicht er streitbare Ansichten, die zu Denken geben. Radikale Ansätze, die sicherlich berechtigt sind. Leider passen solche Überlegungen nur schlecht in unsere auf Wachstum gebürstete Gesellschaft. Aber womöglich würde ein Umschwenken auf "Sanierung first" zu einem Boom im Handwerk führen. So ein Aufschwung wäre dann nicht nur ein quantitativer. Durch anspruchsvolle Aufgaben wäre die Tätigkeit am Bau außerdem attraktiver. Unter Umständen könnte man auch noch die Wohnungsnot in den Städten bekämpfen. Darüber lohnt es sich allemal, ganz ressourceneffizient, ein paar Gedanken zu verschwenden, das kostet nichts.


Diskussion

  Login



 
 
  Aktuelle News
  RSS-Feed einrichten
Keine Meldung mehr verpassen

14.12.2018
Der Nährstoffgehalt von Obst und Gemüse nimmt seit einem halben Jahrhundert ab. Kann uns das egal sein? Der Nährstoffgehalt von Obst und Gemüse nimmt seit einem halben Jahrhundert ab. Kann uns das egal sein?


13.12.2018
Beim Weihnachtsputz an die Umwelt denken Die VERBRAUCHER INITIATIVE über umweltfreundliche Reinigungsmittel


12.12.2018
JEFTA: Europäische Union setzt auf alte Fehler MdEP Buchner: "Gegen Bürger und für internationale Großkonzerne"

11.12.2018
Die 10 größten Irrtümer zur neuen Öko-Verordnung Richtig gestellt!

Junge Edertalerin Johanna Betz gründet nachhaltiges Business-Mode-Label Peaceman's daughter|son Ab sofort sind die ersten Etuikleider in vier Farbkombinationen und sechs Größen erhältlich.


10.12.2018
Wirklich ausgezeichnete Bausteine! Jeder Stein ist gleich, und doch sind sie alle anders.


Bei Greenpicks steckt die Nachhaltigkeit in jedem Detail Eco und Upcycling Online-Marktplatz


GroKo-Klimabilanz schwarz wie Kohle "Dass Deutschland im Klimaschutz international weiter nach hinten fällt, ist kein Zufall, sondern Folge politischer Tatenlosigkeit der Großen Koalition"

BIOFACH 2019 Check-in für eine Reise ins Herz der Bio-Welt...


  neue Partner