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Presse-Stelle:  Unternehmensgrün e.V., Bundesverband der grünen Wirtschaft, D-10117 Berlin
Rubrik:Mode & Kosmetik    Datum: 08.06.2018
Neues staatliches Siegel "Grüner Knopf"
Ambitionierte Kriterien und genaue Definitionen sind notwendige Zutaten, damit das Siegel keine Verbrauchertäuschung wird
Anlässlich der Ankündigung des Bundesentwicklungsminister Müller, 2019 ein staatliches Siegel für fair produzierte Kleidung einzuführen ("Grüner Knopf") erklärt Enrico Rima, Vorstand von UnternehmensGrün, Geschäftsführer des Textilunternehmens Lebenskleidung und Mitglied im Textilbündnis:

Viele der Projekte im Textilbündnis sind mit einer sehr heißen Nadel gestrickt oder für kleine und mittelständische Unternehmen schlichtweg zu groß, um daran zu partizipieren. © Pixabay/Activedia

"Hartnäckigkeit beim Thema faire und saubere Textilien finden wir grundsätzlich gut. Aber mit den Erfahrungen, die wir als eines der wenigen verbliebenen nachhaltigen Unternehmen im Textilbündnis machen, stelle ich fest:
  • Der "Grüne Knopf" darf nicht zu einer Verwässerung von Nachhaltigkeit und Fairness in der textilen Kette führen.
  • Für die Aussage von Minister Müller, wer Kleidung mit dem grünen Knopf kaufe, könne zu 100 % sicher sein, dass sie fair und nachhaltig produziert wurde, fehlt die Definition von "fair" und "nachhaltig". Es muss daher endlich klar und deutlich ausgearbeitet und definiert werden, was der grüne Knopf konkret bedeutet, welche Kriterien angelegt werden.
  • Der Zeitplan, dies in den nächsten sechs Monate zu erarbeiten, ist vollkommen unrealistisch - der Prozess, vernünftig aufgesetzt, braucht mindestens zwei Jahre. (Gerade auch mit Blick auf die Erfahrungen im Textilbündnis - Abstimmungsprozesse laufen hier meist sehr schwerfällig ab.)
  • Es scheint hier so, als ob der Minister jeglichen fachlichen Rat zur Möglichkeit der Umsetzung ignoriert. Das schadet der gesamten Textilbranche.
  • GOTS und Fairtrade Textilien bleiben Premium Standard.

Hintergrund Textilbündnis: Viele der Projekte im Bündnis sind mit einer sehr heißen Nadel gestrickt oder für kleine und mittelständische Unternehmen schlichtweg zu groß, um daran zu partizipieren. Daher haben viele Öko-Unternehmen das Textilbündnis verlassen. Nun sitzen nur noch die großen Firmen am Tisch - und diese reden über Maßnahmen, die den nachhaltigen Unternehmen nicht weit genug gehen. Lebenskleidung wird den großen Akteuren im Textilbündnis trotzdem weiterhin genaustens auf die Finger schauen. Das war der einzige Grund für uns, weiterhin im Textilbündnis zu verbleiben und dieses kritisch-konstruktiv zu begleiten."

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