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Presse-Stelle:  ECO-News Deutschland, D-81371 München
Rubrik:Politik & Gesellschaft    Datum: 14.06.2019
Internationale Kooperation zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens muss in Realität und nicht nur auf dem Papier erfolgen
Vor UN-Klimaverhandlungen in Bonn: Germanwatch fordert klare Regeln für Marktmechanismen
Fortschritte bei wichtigen abschließenden Detailfragen im Regelbuch zum Pariser Klimaabkommen erwartet die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch vor den am Montag beginnenden zehntägigen UN-Zwischenverhandlungen in Bonn. Die Verhandlungen sind vor allem technischer Natur, dennoch können die noch offenen Fragen großen Einfluss auf die Wirksamkeit des Klimaabkommens haben.

Im Zentrum stehen die Verhandlungen zu Artikel 6 des Pariser Abkommens, allgemein als Marktmechanismen umschrieben. Dabei geht es darum, dass Länder Klimaschutzmaßnahmen in anderen Ländern finanzieren können und deswegen weniger Klimaschutz zu Hause machen müssen. "Marktmechanismen dürfen nicht als billiger Ausweg genutzt werden um die Klimaziele zu Hause nicht zu erfüllen", betont Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. "Es wäre sogar besser, sie gar nicht zu beschließen, anstatt gewaltige Schlupflöcher wie Doppelzählungen von Emissionsminderungen zuzulassen. Der Einsatz von Marktmechanismen ist nur sinnvoll, wenn er dazu führt, dass insgesamt mehr und nicht weniger Klimaschutz stattfindet."

Optimal wäre es aus Sicht von Germanwatch, wenn die Verhandlerinnen und Verhandler den Artikel 6 des Abkommens zu einem transformativen Mechanismus machen würden, also ein Hebel, der in einigen Ländern ganz neue Schritte im Klimaschutz ermöglicht. Bals: "Es geht darum, das transformative Potenzial von Artikel 6 zu heben. Ein Beispiel wäre, dass er nur benutzt werden dürfte, um neue Technologien oder Handlungsweisen in eine Gesellschaft einzuführen. Das könnten in manchen Regionen der Welt zum Beispiel Passivhäuser sein oder solar betriebene Kühlanlagen oder nachhaltige Formen der Landwirtschaft."

Ein anderes Thema wird bei den Verhandlungen in Bonn die Schäden und Verluste durch den Klimawandel sein, die in immer mehr Regionen der Welt massiv zunehmen. Den von der eskalierenden Klimakrise am stärksten betroffenen Ländern fehlt es an Ressourcen, um dies aufzufangen. Im Rahmen der Verhandlungen wird nun die bisherige Arbeit des Internationalen Warschauer Mechanismus zu Schäden und Verlusten überprüft.

Christoph Bals: "Die Frage der Finanzierung für die auftretenden Probleme wurde bisher bewusst ausgespart. Das war vielleicht noch plausibel solange man dachte, man könne mit Klimaschutz und Anpassung den Klimawandel eindämmen. Aber angesichts von immer mehr und heftigeren Katastrophen wäre es zynisch, nicht auch über finanzielle Mechanismen zu sprechen. Es gilt, die Menschen in armen Ländern zu unterstützen, die am wenigsten zur Klimakrise beigetragen haben aber am heftigsten davon betroffen sind." Ein Thema könnten dabei von den Verursachern der Klimakrise mitfinanzierte Klimaversicherungen sein, die zum Beispiel Bauern nach vernichteten Ernten schnell eine neue Aussaat ermöglichen. Diskutiert werden könnte auch über Handlungsmöglichkeiten und Unterstützung bei Verlust von Landwirtschaftsflächen durch Meeresspiegelanstieg oder Wüstenausdehnung."

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