forum anders reisen - Das Portal für nachhaltigen Tourismus. Bunte Reiseideen von 100 Veranstaltern.

Zurück zur ECO-World Startseite

Haftungsausschluss
Impressum
GREEN BRANDS European Business & Biodiversity Campaign  








  Forum
 
 
HOME | Top-Nachrichten | Mobilität & Reisen alle Nachrichten
 Hier finden Sie laufend aktuelle Nachrichten aus dem Themenbereich Ökologie.
Stichwort    Art 
Hilfe   neue Suche  alle Pressestellen anzeigen 
Wenn Sie Meldungen zu einem bestimmten Thema suchen, steht Ihnen die Navigation links zur Verfügung. - Mit ECO-News, dem Presseverteiler der ECO-World sind Sie immer auf dem Laufenden.

 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  ECO-News Deutschland, D-81371 München
Rubrik:Mobilität & Reisen    Datum: 27.11.2017
Klimaschutz: Bericht entlarvt Greenwashing der Flugindustrie
Podiumsdiskussion "Grünes Fliegen - gibt es das?" am 30. November
  • Finance & Trade Watch fordert Österreich auf, Kritik an Kompensation von Emissionen der Luftfahrt zu äußern
  • Podiumsdiskussion "Grünes Fliegen - gibt es das?" am 30. November mit Austrian Airlines, Lebensministerium, Wissenschaft und Zivilgesellschaft
Bericht entlarvt Greenwashing der Flugindustrie. Foto Free-Photos / pixabay.com
Flugverkehr ist die klimaschädlichste Transportform. Seine Emissionen wachsen schneller als in fast jedem anderen Sektor. Die Nichtregierungsorganisation Finance & Trade Watch (FT Watch) (1) hat in ihrem neuen Bericht die verschiedenen Klima-Maßnahmen der Flugindustrie auf ihre Wirksamkeit geprüft.

"Wir kommen zum Ergebnis, dass sich die aktuellen grünen Strategien im Flugsektor als Greenwashing herausstellen. Sie klingen gut, beruhen aber auf unrealistischen Zielsetzungen oder auf Kompensation, also darauf, dass mit geringstem Kostenaufwand andere dafür bezahlt werden, dass sie anderswo Emissionen vermeiden. Das ist moderner Ablasshandel und funktioniert leider in der Praxis nicht", kritisiert Magdalena Heuwieser von FT Watch.

Derzeit sind Staaten dazu angehalten, die internationalen Kriterien für Emissionsgutschriften von Kompensationsprojekten zu bewerten. "FT Watch fordert die österreichische Politik auf, Gutschriften von dubiosen Projekten für die Kompensation von Luftfahrtemissionen auszuschließen. Das bedeutet eigentlich, Kompensation grundsätzlich abzulehnen, denn die allerwenigsten Projekte sind vertrauenswürdig. Die Flugindustrie muss ihre eigenen Treibhausgase verringern, statt sich freizukaufen und die Emissionsminderung auszulagern" so Magdalena Heuwieser.

Kompensationsprojekte werden vor allem im Globalen Süden umgesetzt. Es handelt sich unter anderem um Wasserkraftwerke, Baumplantagen oder Waldschutzprojekte. Viele Projekte beinhalten Einschränkungen für Landnutzung durch bäuerliche oder indigene Gemeinden oder gar Landraub. Zudem bestätigte eine von der europäischen Kommission in Auftrag gegebene Studie des deutschen Öko-Instituts, dass nur 2 % der überprüften Offset-Projekte mit hoher Wahrscheinlichkeit zusätzliche Emissionen mindern. Die meisten Probleme tauchen bei Waldschutzprojekten (REDD+) auf, denn die Bestimmung von Kohlenstoffspeicherung durch Wald ist extrem unsicher und eine langfristige Speichergarantie gibt es nicht.

Der Bericht untersucht verschiedene Greenwashing-Strategien der Flugindustrie. Dazu zählen:
  • Technologische Fluginnovationen, die sich als Illusion herausstellen.
  • Das Angebot "klimaneutraler" Flüge durch Fluggesellschaften wie Austrian Airlines, die ebenso auf der Emissionskompensation beruhen.
  • Vorgeblich "CO-neutrale" Flughäfen, welche die Emissionen der Flüge nicht einberechnen - so auch der Flughafen Wien, der vorgibt, in Zukunft besonders nachhaltig zu sein und gleichzeitig mit einer dritten Piste das klimaschädlichste Projekt Österreichs umsetzen will.
  • Den gefährlichen Plan, möglichst viel konventionelles Kerosin durch Biotreibstoffe zu ersetzen. Erst am 10. November wurden zehn von zwölf Nachhaltigkeitskriterien für Bioflugtreibstoff gestrichen.
  • Die neue Klimastrategie CORSIA. Sie wurde von der UN-Luftfahrtorganisation ICAO vor gut einem Jahr verabschiedet und verkündet den Plan des "CO2-neutralen Wachstums" der internationalen Luftfahrt ab 2020. Auch dieses Ziel soll fast ausschließlich durch Gutschriften von Kompensationsprojekten aus dem Globalen Süden erkauft werden.
"Viele indigene Organisationen lehnen eine derartige Scheinlösung ab und kritisieren sie als 'grünen Kolonialismus': Damit ein kleiner Teil der Weltbevölkerung guten Gewissens weiter fliegen kann, sollen Andere ihre ohnehin schon niedrigen Emissionen reduzieren. So zum Beispiel Frauen in afrikanischen Ländern, die klimafreundlichere Kocher verwenden oder weniger Feuerholz sammeln sollen", erklärt Magdalena Heuwieser.

Wäre die internationale Luftfahrt ein Land, lägen seine Emissionen weltweit an zehnter Stelle. "Fluggesellschaften und Flughäfen dürfen sich nicht länger aus ihrer Verantwortung stehlen. Angesichts der sich verschärfenden Klimakrise darf der Flugverkehr nicht weiterhin exponentiell wachsen. Es ist dringend notwendig, die Privilegien der Luftfahrt abzuschaffen: Kerosin kann nicht länger unbesteuert bleiben, ebenso wie Flugtickets oder Flughafengrundstücke. Allein in der EU belaufen sich die staatlichen Einnahmeverluste durch solche Subventionen auf 30 bis 40 Milliarden Euro jährlich, in Österreich sind es ab 2018 wegen der kürzlich halbierten Ticketsteuer rund 550 Millionen jährlich. Auch müssen Kurzstreckenflüge vermehrt auf die Schiene verlagert werden, statt Nachtzüge zu streichen", so Magdalena Heuwieser abschließend.

Weitere Informationen:
  • Studie "Grünes Fliegen - gibt es das?" auf deutsch und englisch
  • Kurzzusammenfassung auf deutsch und englisch
  • Podiumsdiskussion "Grünes Fliegen - gibt es das?" am 30.11.2017 um 18.30 Uhr, NIG der Universität Wien, Hörsaal III, Universitätsstraße 7.
    Mit: Magdalena Heuwieser (FT Watch), Sofia Rohner (Austrian Airlines), Sigrid Stagl (Ecological Economics, WU), Jakob Wiesbauer-Lenz (BMLFUW), Moderation: Christoph Görg (Soziale Ökologie, Uni Klagenfurt)
(1) Finance & Trade Watch (FT Watch) ist ein Verein für Bildung, Umwelt und Menschenrechte mit Sitz in Wien. Er überprüft dominante Wirtschaftspraktiken und -politiken auf ihre umwelt- und menschenrechtlichen Auswirkungen und treiben sozial-ökologische Alternativen voran.

Diskussion

  Login


Anzeige
www.ECO-World.de

 
 
  Aktuelle News
  RSS-Feed einrichten
Keine Meldung mehr verpassen

15.02.2018
Trendfarbe Grün für 2018: Nachhaltiger Urlaub ist gefragt Wikinger Reisen setzt auf verantwortungsbewussten Tourismus - auch im Luz del Mar


14.02.2018
Vorschlag für kostenlosen ÖPNV ist unüberlegter Schnellschuss der Bundesregierung Moseler (ÖDP): "Verdoppelung des ÖPNV-Angebots und Halbierung der Preise ist erster Schritt"


Vom Müssen zum Wollen Andreas Winter zeigt, wie aus Antriebslosigkeit wieder Begeisterung für selbstgesteckte Ziele wird


Neuer Master-Studiengang für verantwortungsvolles Wirtschaften in der digitalen Welt Studiengang "Digital Transformation & Sustainability" mit zukunftsweisendem Konzept


Die Menschheit verschläft den Klimaschutz Agnes Becker (ÖDP): "Meeresspiegelanstieg bedroht uns alle!"


13.02.2018
Moderne Massivholzküche aus fränkischer Eiche überzeugt bei den Küchenshows auf der Heim und Handwerk Die ganze Geschichte einer individuelle Massivholzküche von der Idee über die Messe bis zum Platz in der Ausstellung


KLIMA TÖRN 2018: Sailtraining für Nachwuchskräfte Vom 21. bis 29. September 2018 bereiten sich die Teilnehmer zunächst in einem zweitägigen Workshop- und Veranstaltungsprogramm im Klimahaus Bremerhaven 8° Ost vor und stechen dann für sechs Tage in See.


Blitzkur mit Säften Anita Heßmann-Kosaris' Kompakt-Ratgeber zeigt, wie man in zwei Tagen entgiften und entschlacken kann


12.02.2018
NaturFreunde fordern Systemwechsel in der Landwirtschaft Zu hoher Antibiotika-Einsatz in der Tiermast als Folge einer verfehlten Agrarpolitik

  neue Partner