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Presse-Stelle:  Der Spatz - Alternativer Anzeiger für Bayern, D-80999 München
Rubrik:Essen & Trinken    Datum: 06.12.2007
Pestizid-Rückexporte per Tee
Neben Kaffee ist Tee das beliebteste Heißgetränk der Deutschen - und sein Konsum scheint zu wachsen. Im vergangenen Jahr importierte die Bundesrepublik 46.785 Tonnen - 12,2 Prozent mehr als gegenüber dem Vorjahr. Doch die Deutschen selbst trinken nur etwa 21.000 Tonnen davon, denn etwas mehr als die Hälfte der Importe werden bei uns "nur" weiterverarbeitet und in alle Welt weiterexportiert. Im nationalen Durchschnitt trinken die Bundesbürger etwa 25 Liter Tee pro Jahr. 77 Prozent davon ist Schwarztee und 23 Prozent Grüntee.

Fairer Tee ist rar

Fairer Tee kommt bis heute nur bei den wenigsten in die Tasse. Obwohl die Arbeits- und Lebensbedingungen auf den konventionellen Plantagen in Indien, Sri Lanka, China aber auch in afrikanischen Ländern bis heute kein Honigschlecken sind. Beispielsweise sind extrem niedrige Löhne, sexuelle Ausbeutung, schleichende Vergiftung mit Pestiziden bis heute auf Teeplantagen anzutreffen. Der Faire Handel in Deutschland verzeichnete im vergangenen Jahr lediglich eine Steigerung des fairen Tee-Absatzes um sieben Prozent auf nur 230 Tonnen jährlich. Das entspricht nicht mal einem halben Prozent unserer Gesamt-Teeimporte im Jahr 2006.

Unsere Hauptlieferländer 2005 waren China (über 8.000 Tonnen), Indonesien (7.600 Tonnen), Indien (6 200 Tonnen), und Sri Lanka (5 200 Tonnen) und Kenia. Diese Länder wiederum sind weltweite große Verbraucher von Pestiziden. Denn wie beim Kaffee werden die chemischen Hilfsmittel auch beim konventionellen Tee-Anbau in den Tropen reichlich Mengen eingesetzt, wofür unsere Chemiekonzerne auch kräftig in der "Dritten Welt" die Werbetrommel rühren. Weil wir beim Tee direkt die mit Pestiziden besprühten Blätter grün oder fermentiert verwenden, können sich deshalb eben diese Giftstoffe oder deren Abbauprodukte auch in unseren Teetassen wieder finden - was bei der geschälten und gerösteten Kaffeebohne so gut wie unmöglich ist.

Die Stiftung Warentest prüft schon seit Jahren die Schadstoffbelastung mit Pestiziden in Tees. Da die Konzerne aber Jahr für Jahr neue "Giftcocktails" vor allem in die "Dritte Welt" setzen müssen die Tester entsprechend nachziehen. So muss inzwischen die Stiftung Warentest die Tees auf etwa 440 verschiedene Pestizide und Giftsubstanzen untersuchen. Vor ein paar Jahren waren es "nur" 200 in Frage kommende Giftstoffe. Der jüngste Warentest, 2006, bei dem 30 grüne Tees unter die Lupe genommen wurden, brachte sieben schwarze Schafe ans Tageslicht (rund 40 Prozent!): Vier deutlich mit Pestiziden belastete Tees und drei stark belastete. Doch all dies sind nur Stichproben, so auch die offiziellen Kontrollen der staatlichen Behörden. Deshalb wird der meiste Tee ohne vorherige Pestizid-Rückstandsuntersuchung verkauft und getrunken.

Kritiker von Pestizidkritikern (ja auch die gibt es!) sagen zwar, dass Pestizide auf den Teeblättern kein Problem seien. Denn die Mehrzahl der Pestizide sei nicht wasserlöslich und verbleibe beim Aufgießen im Blatt. Lediglich ein ganz geringer Teil dieser Giftstoffe lande durchs Aufgießen in unseren Mägen, der überwiegende Rest in den Kompost oder in der Müllverbrennung.

Ich persönlich denke anders darüber. In einer Welt, in der leider die verschiedensten chemischen Schadstoffe an jeder Ecke lauern, gilt es die tägliche Giftdosis so gering wie möglich zu halten. Dies hilft nicht nur der eigenen Gesundheit, sondern auch den Menschen, vor allem jungen Frauen, die sich schließlich nicht nur mit der täglichen Tasse Tee, sondern auf den Teeplantagen beim Teepflücken oder beim Pestizid-Versprühen direkt mit den Giften kontaminieren.

Fairer, biologisch angebauter Tee und Kaffee sind eine Alternative, um die Arbeitsbedingungen und Lebensumstände der Arbeiterinnen und Arbeiter in den Plantagen zu verbessern. Doch wir sollten nicht in dieser Wohlfühlnische und Kuschelecke kleben bleiben. Die vergangenen zwei Jahrzehnte Bio- und Fairtradebewegung haben leider auch gezeigt: Der Konsumentendruck alleine hilft nicht, unserer eigenen, den Planeten vergiftende Pestizidindustrie das Handwerk zu legen. Es braucht politischen Druck!

Norbert Suchanek


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