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Politik & Gesellschaft   
Die Tage werden heller
Ein Kommentar von Franz Alt
Demokratische Politik ist - wie auch das persönliche Leben selbst - Wandel und Verwandlung. Und oft voller Überraschungen.

Vor etwa einem Jahr zeigten Umfragen die SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz bei etwa 15 Prozent. Wenn jemand gesagt hat, die SPD werde bei der Bundestagswahl 2021 stärkste Partei und Olaf Scholz der nächste Bundeskanzler, wurde er oder sie ausgelacht. Doch genau so kam es.

Im Frühjahr stellte Robert Habeck seine Co-Vorsitzende Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin der Grünen vor. Der Verzicht auf die eigene Kanzlerkandidatur fiel ihm sichtlich schwer. Doch heute ist Habeck Vizekanzler und Frau Baerbock erste deutsche Außenministerin. Auch diese Konstellation ist überraschend.

Armin Laschet fühlte sich lange Zeit als Bundeskanzler einer schwarz-grünen Bundesregierung - doch heute ist er politisch beinahe bedeutungslos.

Markus Söder glaubte lange, er sei der "Bundeskanzler der Herzen" - heute spielt er auf Bundesebene eine untergeordnete Rolle.

FDP-Chef Lindner fehlte noch wenige Tage vor der Bundestagwahl "die Phantasie für eine Koalition mit SPD und Grünen". Heute haben wir genau diese Regierung.
Demokratische Politik ist - wie auch das persönliche Leben selbst - Wandel und Verwandlung. Und oft voller Überraschungen. Die Zeit der Veränderung ist jetzt und nicht morgen. Und in Pandemie-Zeiten gehen die Veränderungen noch schneller als sonst. Zum Beispiel Home-Office.

Home-Office als Chance
In den USA haben noch nie so viele Menschen in so kurzer Zeit ihren Job gekündigt wie 2021. Allein im letzten Oktober waren es über vier Millionen. Die Arbeitswelt ist auch hierzulande flexibler als je zuvor. Selbst viele Arbeitgeber haben sich mit Home-Office angefreundet. Mal im Büro, mal zu Hause, mal von unterwegs ist das neue Normal. Es soll sogar Home-Office im Schwimmbad oder gar in der Wüste geben.

"Das Büro sitzt bei vielen ja sowieso auf dem Schoß, in Form eines Laptops", schreibt der "Spiegel". Das erspart auch viele Fahrten. Der alternative Verkehrsclub VCD hat errechnet: Wenn zwei Geschäftsleute von Stuttgart nach Berlin und zurück fliegen, belasten sie die Atmosphäre mit 470 Kilogramm CO2. Fahren sie die gleiche Strecke mit dem Auto, sind es 370 Kilogramm. Mit der Bahn noch 65. Wenn sie aber ganz auf die Reise verzichten und vier Stunden mit ihren Geschäftspartnern eine Video-Konferenz organisieren, belasten sie nur mit einem Kilogramm Treibhausgas die Atmosphäre. 470 Kilogramm CO2 oder ein Kilogramm? Die Chance in der Krise und durch die Krise. Menschen sind nicht nur lernfähig, sie können auch lernwillig sein.

Was lange unmöglich schien, wird jetzt möglich: Wer das Klima schützen will, wird Windräder in Kauf nehmen müssen - auch solche im Wald. Wer an die Zukunft seiner Kinder und Enkel denkt, wird sich Gedanken machen, ob er oder sie noch ein Auto braucht oder auf ein E-Auto umsteigt. Dieses Umdenken hat in Deutschland länger als anderswo gebraucht. Doch 2021 sind die Deutschen Meister beim Kauf eines E-Autos.

Und der Frust über die Corona-Krise? Olaf Scholz sagt, er sei auch "der Bundeskanzler der Ungeimpften". Und Bundespräsident Steinmeier zum selben Thema: "Menschen können irren. Sie lernen aber auch."

Wie an jedem Silvester so gilt auch an Silvester 2021: Die Tage werden wieder länger. Es wird heller. Und jedem Anfang wohnt bekanntlich ein Zauber inne (Hermann Hesse).
 
Quelle: Dr. Franz Alt Journalist, D-76530 Baden-Baden
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franzalt@sonnenseite.com
    

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