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Presse-Stelle:  Bündnis 90/ Die Grünen Bundesvorstand, D-10115 Berlin
Rubrik:Politik & Gesellschaft    Datum: 16.04.2018
Bodenlos!
Hunger bekämpfen. Landrechte stärken.
Zum Internationalen Tag der Landlosen erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

Die Lebensgrundlage vieler Millionen Menschen ist durch Vertreibungen und den fehlenden Zugang zu Land bedroht.Ungerechte Landverteilung, ausbleibende Bodenreformen und die Konkurrenz um Flächen, etwa durch den Anbau von Futtermitteln, werden für Bäuerinnen und Bauern zur Existenzgefahr. Immer mehr Grund und Boden, vor allem auf dem afrikanischen Kontinent, wird an internationale Großkonzerne verkauft. Seit dem Jahr 2000 wechselten mindestens 50 Millionen Hektar und damit etwa eineinhalb mal der Fläche Deutschlands den Besitzer. Die Leidtragenden von Landgrabbing sind vor allem Kleinbauern. Millionen von Menschen wird die Möglichkeit genommen, sich durch eigenen Grund und Boden vor Hunger und Mangelernährung zu schützen.

Es ist besonders erschreckend, dass mit der gestiegenen Konkurrenz um Land die Gewalt gegen Landrechtsaktivisten, Menschenrechtsverteidigern und Umweltaktivisten in manchen Ländern immer weiter zu nimmt und viel zu vielen Aktivisten das Leben kostet.

Um den Zugang zu Land zu verbessern, muss die Bundesregierung sich national und international für die Umsetzung der "Freiwillige Leitlinien für die verantwortungsvolle Verwaltung von Boden- und Landnutzungsrechten, Fischgründen und Wäldern" einsetzen und in ihren Außenwirtschaftsbeziehungen und der Entwicklungszusammenarbeit stärker für den Schutz der lokalen Zivilgesellschaft einsetzen. Deutsche und in Deutschland ansässige Investoren sollten zur Einhaltung der Leitlinien verpflichtet werden und diese Standards für geförderte Projekte - egal ob durch Entwicklungsbanken, das BMZ oder andere Ressorts - verpflichtende Bedingung werden.

Die Fraktionspressestelle auf Twitter: @GruenSprecher

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