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 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  Sol Nocturno Coffee, D-21337 Lüneburg
Rubrik:Essen & Trinken    Datum: 05.07.2022
"Bewusst handeln und groß denken" - Windwärts für eine Transformation des Kaffeehandels
Am 8. Juli kommt der Frachtsegler Avontuur u.a. mit Kaffee des jungen Start-ups Sol Nocturno nach Hamburg
Über 14.000 Seemeilen wird das Flaggschiff des Frachtsegel-Unternehmens Timbercoast per Windkraft zurückgelegt haben, wenn es am Freitag Hamburg erreicht. 65 Tonnen Stückgut hat der Gaffelschoner in diesem Jahr wieder klimaschonend über das Meer transportiert, darunter Kaffee des jungen Lüneburger Start-ups Sol Nocturno. Gemeinsam mit weiteren Frachtpartner*innen zeigen die jungen Unternehmen, wie zukunftsfähige Kaffee-Wertschöpfungsketten aussehen können und appellieren an ein gemeinsames Umdenken für eine nachhaltige Entwicklung.

Avontuur auf hoher See - © Verena Brüning
Erntezeit auf der Farm Sol Nocturno - Don Julio Prado, Doña Maria Clara Anell und Luca Windolph © Aleph Martínez
Seit Anfang Februar 2022 segelt die 15-köpfige Besatzung der AVONTUUR aus Berufsseeleuten und aktiven Mitsegler*innen von Frankreich über die Kanaren, die französischen Antillen, Costa Rica, Belize, Mexiko, die Azoren und Helgoland nach Hamburg. Was nach Sonne tanken und Seele baumeln lassen klingt, ist in Wirklichkeit jedoch harte Arbeit für eine ambitionierte Mission: gemeinsam mit seinen Partner*innen will Timbercoast ein Zeichen für sauberen Seetransport und nachhaltigen Handel setzen. Am Freitag endet die 9. Seereise des Frachtseglers gegen 09:00 Uhr im Museumshafen Harburg. Viele freiwillige Helfer*innen kommen zu diesem Anlass dorthin und werden die Ladung der AVONTUUR gemeinsam mit der Crew von Hand und mit Unterstützung des historischen Kulturkrans löschen.

Bereits das zweite Jahr ist Sol Nocturno mit eigenem Kaffee an Bord der AVONTUUR vertreten. Die gleichnamige Kaffeefarm hoch in den Bergen von Veracruz in Mexiko ist Herzstück der Unternehmung mit dem Leitbild Coffee Shared Among Friends. Der Anspruch: die Anonymität in globalen Wertschöpfungsketten aufbrechen durch persönlichen Austausch und Transparenz. So wird Produzent*innen und Konsument*innen die Möglichkeit gegeben, in direkten Kontakt miteinander zu treten. "Was daraus erwächst, ist ein Miteinander statt eines Gegeneinanders und ein voneinander-und-über-Kaffee-Lernen," so Sol Nocturno-Mitbegründerin Luca Windolph und Studentin am Center for Sustainability Management der Leuphana Universität Lüneburg. Gemeinsam mit ihr setzt sich das Team von Sol Nocturno für fairen Handel auf Augenhöhe durch ein Finanzierungsmodell nach dem Vorbild der solidarischen Landwirtschaft ein. Auf diese Weise übernehmen sie gemeinsam mit ihren Verbraucher*innen Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung der Farm und ermöglichen eine Wertschöpfung abseits der Kaffeepreis-Schwankungen des Weltmarktes. Die Farm ist ein agro-forstwirtschaftlicher Betrieb und setzt Praktiken aus der Permakultur ein. Mit biodynamischem Kompost und ohne den Einsatz von Chemikalien wird der Boden schonend versorgt, was eine sehr hohe Kaffeequalität gewährleistet. Zudem ist sie Teil des selten gewordenen und bio-diversen Ökosystems Nebelwald, welches durch die nachhaltigen Anbaupraktiken geschützt wird.

Für den ökologisch nachhaltigen Transport dieses besonderen Kaffees zeigt sich Cornelius Bockermann verantwortlich: 2014 rief der Kapitän aus der Wesermarsch das Frachtsegel-Projekt "Timbercoast" ins Leben und erwarb das über 100 Jahre alte Segelschiff, AVONTUUR (dt. "Abenteuer"). Mit Hilfe von Freiwilligen aus der ganzen Welt und größtenteils aus eigenen Mitteln setzte er über zwei Jahre lang den alten Schoner wieder instand. Das Ziel: Mit der AVONTUUR den Seetransport so umweltfreundlich und nachhaltig wie nur irgend möglich zu gestalten und einen sauberen Transport für all jene Güter anzubieten, die lokal nicht angebaut werden können, aber dennoch Teil unseres alltäglichen Lebens sind. Das Leuchtturmprojekt will dabei eine längst überfällige Debatte darüber anstoßen, wie wir künftig Waren über den Seeweg transportieren und die Achtung von Menschen-und Arbeitsrechten entlang der Lieferkette wahren.

 
 
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