Zurück zur ECO-World Startseite

Haftungsausschluss
Impressum
Datenschutzerklärung
 








  Forum
 
 
HOME | Top-Nachrichten | Umwelt & Naturschutz alle Nachrichten
 Hier finden Sie laufend aktuelle Nachrichten aus dem Themenbereich Ökologie.
Stichwort    Art 
Hilfe   neue Suche  alle Pressestellen anzeigen 
Wenn Sie Meldungen zu einem bestimmten Thema suchen, steht Ihnen die Navigation links zur Verfügung. - Mit ECO-News, dem Presseverteiler der ECO-World sind Sie immer auf dem Laufenden.

 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  Umweltbundesamt für Mensch und Umwelt, D-06844 Dessau-Roßlau
Rubrik:Umwelt & Naturschutz    Datum: 20.03.2020
UBA kürt Gewässertyp des Jahres 2020
Der steinige, kalkhaltige Mittelgebirgsbach - nur noch selten in "gutem" Zustand
Der steinige, kalkhaltige Mittelgebirgsbach ist der Gewässertyp des Jahres 2020. Das teilt das Umweltbundesamt (UBA) zum Internationalen Weltwassertag am 22. März 2020 mit. Bäche dieses Typs treten vor allem in den Kalksteingebieten der deutschen Mittelgebirge auf, zum Beispiel in der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Einen guten ökologischen Zustand erreichen derzeit nur acht Prozent. Eine spürbare Verbesserung des Zustands ist nur zu erzielen, wenn diesem Gewässertyp - wie allen Bächen und Flüssen - mehr Raum zur freien Entfaltung zugestanden wird. Zudem sollten weniger Stickstoff und Phosphat in diese Bäche gelangen. Dies ließe sich durch eine konsequentere Umsetzung des Gewässerschutzes und der EU-Wasserrahmenrichtlinie erreichen.

Das UBA kürt den Gewässertyp des Jahres traditionell am Internationalen Weltwassertag, den die UNESCO 1992 ins Leben gerufenen hat. Der diesjährige Weltwassertag ist dem Thema "Wasser und Klimawandel " gewidmet. Die vergangenen Dürresommer haben gezeigt, dass der Klimawandel auch in Deutschland die Wasserverfügbarkeit ändern kann. Ein bewussterer Umgang mit der Ressource Wasser und der Schutz unserer Gewässer wird dringender.

Steinige und kalkhaltige Mittelgebirgsbäche führen oft nur nach Regenfällen oder nach der Schneeschmelze Wasser. Klimatische Veränderungen der Niederschlagsmenge oder der Verdunstung können der Wasserführung dieses Bachtyps daher besonders stark zusetzen. Von Natur aus sind die Bäche von Ufergehölzen überschattet. Die Beschattung sorgt im Hochsommer für eine natürliche Temperaturregulierung. Sommerkühles Wasser kann auch mehr Sauerstoff aufnehmen. Die in den Bächen heimischen Tiere stellen daher hohe Ansprüche an den Sauerstoffgehalt. Typische Lebewesen dieses Gewässertyps sind die Elritze, die Masken-Köcherfliege und der Feuersalamander, gemeines Quellmoos und Blaualgen.

Wimmelndes Leben ist in diesen Bächen selten geworden. Nährstoffe gelangen aus angrenzenden Flächen in die Bäche und können dort für ein übermäßiges Pflanzenwachstum und geringe Sauerstoffgehalte sorgen. Mit einer intensiven, großmaschinellen Nutzung des Gewässerumfelds geht die Begradigung des Bachlaufs und oft die Abholzung der Ufergehölze einher. Die fehlende Beschattung sorgt für höhere Temperaturen im Sommer, die viele Gewässerorganismen der Mittelgebirgsbäche nur schlecht vertragen. All diese Veränderungen machen die ursprünglich vielfältige Gewässerstruktur eintönig. Fachleute sprechen von "struktureller Degradation".

Fachleute sind sich seit langem einig, wie der Zustand dieses Bachtyps sowie aller Flüsse und Bäche in Deutschland verbessern lässt: Bäche und Flüsse brauchen links und rechts genügend Platz, um ihre natürlichen Funktionen voll entfalten zu können. Davon profitiert nicht nur die Natur, sondern auch der Mensch in Zeiten zunehmender Wetterextreme. So können Hochwasserwellen abgeschwächt werden. In Niedrigwasserzeiten dienen bachbegleitende Auen als Wasserspeicher. Weniger nackte Einöde am Gewässer bedeutet auch mehr Erholungswert. Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb Gewässerentwicklungsflächen dort verbindlich auszuweisen, wo Nutzungen nicht wesentlich beeinträchtigt werden.

Der Gewässertyp des Jahres 2020 ist nur ein Beispiel für Gewässer, die noch keinen guten Zustand aufweisen und deren Schutz besser werden muss. Dies zeigen die Studien des Umweltbundesamtes "Gewässer in Deutschland - Zustand und Bewertung" und "Wasserwirtschaft in Deutschland" sowie die Berichte zur EU-Wasserrahmenrichtlinie . Deshalb muss die Umsetzung dieser wichtigen EU-Richtlinie intensiviert werden.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der UBA-Website.

Diskussion

  Login



 
 
  Aktuelle News
  RSS-Feed einrichten
Keine Meldung mehr verpassen

31.03.2020
Richtig entsorgen VERBRAUCHER INITIATIVE informiert mit dem ABFALL-ABC


Tiny Houses: Mobiler Minimalismus Be more with less - Minimalismus liegt im Trend.


30.03.2020
Wie hält man die Angst vor Corona im Zaum? Mehr Nähe trotz Mindestabstand/Helfen lenkt ab!

Frühjahrsputz in Corona-Zeiten Altlampen nicht im Hausmüll entsorgen

Coronavirus: Vier Pfoten Orang-Utan Waldschule bereitet sich auf Ernstfall vor und schützt Tiere Covid-19 gefährdet womöglich auch die letzten Menschenaffen


Neue Studie zeigt Handlungsbedarf beim Schutz von exotischen Wildtieren Auch deutscher Heimtiermarkt gefährdet seltene Reptilien und Amphibien

Energierebellen kämpfen für die Zukunft der Erde "Power to Change - Die Energierebellion" ab 1. April in der Mediathek und am 15.4. um 23:15 Uhr im Ersten


Hilfen für die Corona-Krise Nachbessern und europäisch denken

"Weniger ist mehr - auch beim Frühjahrsputz" Falsch dosierte Reinigungsmittel belasten die Umwelt besonders stark

  neue Partner