Zurück zur ECO-World Startseite

Haftungsausschluss
Impressum
Datenschutzerklärung
 








  Forum
 
 
HOME | Top-Nachrichten | Politik & Gesellschaft alle Nachrichten
 Hier finden Sie laufend aktuelle Nachrichten aus dem Themenbereich Ökologie.
Stichwort    Art 
Hilfe   neue Suche  alle Pressestellen anzeigen 
Wenn Sie Meldungen zu einem bestimmten Thema suchen, steht Ihnen die Navigation links zur Verfügung. - Mit ECO-News, dem Presseverteiler der ECO-World sind Sie immer auf dem Laufenden.

 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  ECO-News Deutschland, D-81371 München
Rubrik:Politik & Gesellschaft    Datum: 30.03.2021
Corona führt zu schlechteren Ernten in ärmeren Regionen
Neue Studie der Universität Kassel zeigt Auswirkungen der Pandemie auf Wasser, Energie und Nahrung
Die Maßnahmen zur Bekämpfung von COVID-19 haben negative Auswirkungen auf die Wirtschaft. Was jedoch oft übersehen wird, sind Folgen für Trinkwasser und Ernten. Gerade ärmere Regionen der Welt sind hiervon stark betroffen.

Durch stärkeres Händewaschen und Desinfizieren wird mehr Wasser verbraucht, was zu Wassermangel im Nahrungsanbau führen kann.
© Rajesh Balouria, pixabay
Zu diesem Schluss kommt Dr. Hussam Hussein, Gastwissenschaftler an der Universität Kassel. Zusammen mit Dr. Mohammad Al-Saidi, ein deutscher Wissenschaftlicher der Qatar University, haben sie die Auswirkungen der Pandemie auf die Bereiche Wasser, Energie und Nahrung untersucht. Ein Ergebnis ist, dass Menschen mehr auf ihre Hygiene achten, weswegen auch Masken und andere biomedizinische Abfälle die Felder verunreinigen können. Weiterhin wird durch stärkeres Händewaschen und Desinfizieren mehr Wasser verbraucht - für den Anbau von Nahrung steht also weniger zur Verfügung. Wegen mehr Hygiene stieg beispielsweise in Jordanien der private Wasserbedarf 2020 um 40 Prozent.

Ein weiteres Problem für Jordanien sind Grenzschließungen wegen Corona. Lebensmittel, die vorher aus dem Ausland importiert wurden, kamen zeitweise nicht mehr ins Land. Um die eigene Bevölkerung dennoch versorgen zu können, verbot die Regierung den Export eigener Lebensmittel. Zusätzlich soll mehr Essen in Jordanien angebaut werden, wofür zusätzlich Wasser benötigt wird. Auch andere Länder haben mit solchen Problemen zu kämpfen. Im Libanon sind Lebensmittelpreise seit der Krise stark gestiegen, im Jemen, wo seit 2015 krieg herrscht, hat sich die Versorgungslage noch weiter verschlechtert.

Der Energiebedarf verändert sich hingegen kaum. Zwar wird viel eingespart, da viele öffentliche Gebäude und Büros geschlossen sind. Die Menschen ziehen sich jedoch wegen Lockdown-Bestimmungen ins Private zurück. Computer, Fernseher und Klimaanlagen werden stärker benutzt, weswegen der individuelle Verbrauch steigt. In New York beispielsweise gab es 2020 kaum Veränderungen im Stromverbrauch zwischen mittags und abends oder zwischen Woche und Wochenende. Das Resultat für den Einzelnen ist, dass seine Stromrechnung höher wird.

Bei allen negativen Auswirkungen betont Hussam Hussain jedoch auch die Chancen, die sich aus der Pandemie ergeben können: "Die aktuelle Krise kann auch als Stresstest für unsere Nachhaltigkeitsziele, Nachhaltigkeitspolitik und unser Nachhaltigkeitsmanagement betrachtet werden. COVD-19 prägt die Agenda der Umweltforschung bis in die absehbare Zukunft. Sie stellt ein einzigartiges Experiment mit langfristigen Auswirkungen auf Umweltpolitik, Klimaregulierung und Wirtschaft sowie auf unsere Wahrnehmung von Globalisierung, Gerechtigkeit und Umweltverantwortung dar." So könnte der gestiegene private Stromverbrauch zur Anschaffung sparsamerer Geräte führen, Grenzschließungen zu einer effizienteren regionalen Lebensmittelerzeugung beitragen und generell ein bewussterer Umgang mit der Ressource Wasser entstehen.

Diese Studie wurde jetzt im Journal Science of The Total Environment veröffentlicht und ist online verfügbar.

Diskussion

  Login



 
 
  Aktuelle News
  RSS-Feed einrichten
Keine Meldung mehr verpassen

13.04.2021
Ist es die Allergie oder doch Corona? Heuschnupfen und Asthma auf dem Vormarsch - Kein höheres Risiko bei Impfung gegen Covid-19


Von Regenwurm bis Wassermelone: Wie viel Power steckt im Boden? "forscher"-Magazin stellt Böden in den Mittelpunkt


Schulze: Umweltleistungen der Landwirtschaft werden endlich stärker honoriert Bundeskabinett bringt Gesetze zur Umsetzung der EU-Agrarförderung in Deutschland auf den Weg

Agrar-Förderung: Die Bundesregierung scheint die Richtung zu verstehen, nur reicht es noch nicht aus Kritik an der geplanten EU-Agrarpolitik

Nanotechnologien in Lebensmitteln & Co. VERBRAUCHER INITIATIVE über Nanomaterialien in Alltagsprodukten


12.04.2021
Hilfe für Allergiker in der Pollensaison Der Copernicus-Atmosphärenüberwachungsdienst der Europäischen Union bietet viertägige Pollenvorhersagen, um Allergikern die Planung zu erleichtern

Weniger Ammoniak und mehr Tierwohl durch bessere Belüftung Modell-Vorhaben simuliert Rinderstall


Zukunftsfähiger Wald und nachhaltige Holznutzung Klimawandel und gesunde Wälder hängen eng zusammen


Bündnis Bodenwende: Wir brauchen eine bodenpolitische Wende! Breites Verbändebündnis stellt Parteiprogramme zur Bundestagswahl auf den Prüfstand


  neue Partner