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Aktuelle Pressemeldungen von ÖKOTEC GmbH

 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  ÖKOTEC GmbH, D-14806 Belzig
Rubrik:Naturschutz    Datum: 19.10.2000
Wald in unserer Hand
Naturgemäße Waldwirtschaft im "BürgerWald"

Südlich von Berlin will eine Gruppe von Bürgern ein Stück ökologische und ökonomische Regionalentwicklung in die eigene Hand nehmen. In einer Zeit, in der Maßnahmen "von oben", wenn überhaupt, nur sehr zögerlich Fuß fassen, ist der Einzelne viel mehr gefragt, selbst aktiv zu werden. "Laßt uns einen Staatswald kaufen, der groß genug ist, um eine ökologische Relevanz zu besitzen! Damit wir uns selbst um Nachhaltigkeit, bessere Luft, und saubereres Wasser kümmern können. Damit neue Arbeitsplätze entstehen und vorhandene erhalten bleiben!" Das ist der Ansatz der Initiative.

Der Wald ist ein ehemaliger Truppenübungsplatz von 18 Quadratkilometer Größe. Er hat wunderschöne naturbelassene Stellen am Ufer eines der saubersten Bäche Brandenburgs. Über 90% der Fläche sind aber Kiefern-Altersklassenwald, also Monokulturen gleichalter Bäume. Ziel ist es, ein Beispiel für nachhaltiges Wirtschaften mit unserer überlebenswichtigen Ressource "Wald" zu schaffen. Zu allererst bedeutet das die Umwandlung des vorhanden "Kiefern-Reih-und-Glied-Waldes" in einen von Laubbäumen durchsetzten Mischwald mit Schwerpunkt auf Kiefer und Eiche, die hier normalerweise dominieren würden.

Ökologie...

Es klingt, als wäre das bei der Größe der Fläche eine schier unlösbare Aufgabe. Aber weit gefehlt, denn eine Pflanzung von Laubbäumen ist nur in geringem Umfang erforderlich: Von den wenigen ehrwürdigen alten Eichen, die als Alleebäume gut verteilt auf der Fläche vorhanden sind, werden die Samen von unseren freiwilligen Helfern, z.B. den Eichelhähern "gesät". Ein übriges tun andere Vögel, die viele verschiedene Samen verbreiten, z.B. die der Vogelbeere. Auch der Wind hilft mit und läßt beispielsweise die leichten Samen der Birke über weite Entfernungen fliegen. Überall sind die jungen Bäume zu sehen, wir müssen ihnen nur Licht verschaffen und ihre "Liebhaber" im Schach halten. Denn durch die überhöhten Wildbestände werden jeden Winter alle jungen Laubbäume vertilgt. Das zeigen umzäunte "Weiserflächen". Da uns Luchs, Bär und Wolf fehlen, kann nur durch eine entsprechend organisierte Jagd der Wald seine Chance bekommen. Schon in wenigen Jahren wird man ein sichtbares Erfolgserlebnis in Form zahlreicher Nachwuchsbäumchen genießen.

Mit den Laubbäumen halten auch die Tiere Einzug in die Pflanzenwelt. Allein auf einer Eiche können es bis zu 300 Insektenarten sein, die nur hier vorkommen, auf einer Weide bis zu 200. Daß das die Vögel anlockt, ist einsichtig. Statt der unnützen Nistkästen im Leichenhaus des Monokulturwaldes finden sie hier abgestorbene Bäume mit Spechthöhlen und ein vielfältiges Nahrungsangebot. Auf diese Weise ist einer Schädlingsvermehrung vorgebeugt. Hinzu kommt das Belassen einiger, auch starker Bäume als "Totholz" im Wald. Baumriesen, die, dem eigenen Lauf folgend, alt werden und sterben können, bilden eine Nahrungsquelle für zahlreiche Käfer, Pilze und Moose, die damit das "Ökosystem Wald" weiter stabilisieren. Jede forstwirtschaftliche Maßnahme in diesem Wald wird sorgfältig hinsichtlich ihrer Umweltwirkungen betrachtet werden. So wird der Boden nur auf festgelegten Rückegassen befahren, Rinde und Laub bleiben als wertvolle Mineralien-Lieferanten im Wald, bzw. werden durch andere natürliche organische Substanz ersetzt.

Durch die unterschiedlichen Wuchshöhen bilden sich mehr Einzelindividuen heraus, die viel standfester sind, als ihre kasernierten Nachbarn in der preußischen Waldgesellschaft. Dies ist ein enormer Vorteil angesichts der zunehmenden Gewalt der Stürme.

Der Laub-Mischwald selbst schafft für sich und andere auch besonders vorteilhafte Lebensbedingungen: Er fördert z.B. die Gewinnung von Regen als Grundwasser. Bis zu einer Million Liter je Hektar mehr als unter Kiefern, dazu von einer besseren Qualität, können vom Laubwald gesammelt werden. Ursache dafür ist unter anderem die bessere Beschattung, die wenig Gras wachsen läßt. Im lichten Kiefernwald hingegen wird der Niederschlag durch das dort reichlich vorhandene Gras aufgefangen und anschließend wieder verdunstet.

...und Ökonomie

Im Schattendach der großen Bäume reifen langsam wachsende Bäume mit engen Jahresringen heran, also Qualitätsholz. Da verschiedene Baumarten wachsen, ist eine hohe Unabhängigkeit gegenüber Holz-Modetrends vorhanden. Darüber hinaus ist ein artenreiches Sortiment unter regionalen Gesichtspunkten wichtig, um die verschiedensten Einsatzbereiche bedienen zu können.

Alles schön und gut, mag man einwenden, aber ist das nicht ein Faß ohne Boden, angesichts der Holzpreise, die heutzutage hoffnungslos im Keller sind? Wo Raubbau-Billigholz aus Sibirien die heimischen Waldbesitzer zu massivem Maschineneinsatz zwingt, wenn sie nicht draufzahlen wollen? Aber im Wald könnten erfreulicherweise Ökologie und Ökonomie einigermaßen überein-stimmen! Durch die Minimierung des größten Kostenfaktors, nämlich der Pflanzung, ist zumindest eine kostendeckende Wirtschaftsweise möglich ¹ und das bei wachsendem Wert des Waldes.

Wer den Wald wertschätzt, wird wertvolle Bäume heranwachsen lassen wollen. Bäume, die zu schade dazu sind, über hunderte von Kilometern transportiert, um dann mit Plastik zusammen zu Billigprodukten verarbeitet zu werden. Eigentlich auch zu schade für Furnierholz, obwohl man dafür die höchsten Preise erzielt. Denn das dient nur zur Kaschierung späteren Sondermülls. Unser Holz soll mondphasengeschlagen, sorgfältig natürlich getrocknet und zu Häusern und in einem späteren Schritt auch zu Möbeln verarbeitet werden, die "vererbbar" sind. Weg von der uniformen Struktur des "Kasernenholzes" hin zur lebhaften Astigkeit einer Charakterkiefer oder zum Rotkern einer alten Buche. Indem der Verbraucher den Schritt von der Wegwerf- hin zur Wertegesellschaft unternimmt, unterstützt er die Vielgestaltigkeit und ökologische Nachhaltigkeit des Waldes.

Ein Herzbereich des Projekts ist die Waldschule. Diese hat verschiedene Aspekte: Kindergarten, Schule und Erwachsenenbildung. Der Schulbetrieb der Freien Schule Fläming soll im kommenden Herbst im Gebiet des zukünftigen Bürgerwaldes beginnen. Eine Natur- und Wildnisschule existiert bereits seit drei Jahren und soll in dem Wald ihre Heimat finden. Sie dient dem Zweck, Erwachsene und Kinder wieder mit der Natur zu verbinden. Dazu gehört auch Waldarbeit als therapeutische Maßnahme. Der zugrunde liegende Gedanke ist der, daß der Mensch Teil der Natur und Natur Teil des Menschen ist. Der Mensch als genauer Beobachter der natürlichen Prozesse kann allmählich auch zum Gestalter der Umwelt avancieren. Aber jetzt in Kooperation und nicht in Gegnerschaft zu den Mitgeschöpfen.

 

Wer macht mit?

Die inhaltlichen Schwerpunkte des Projektes sind schon weit gediehen. Es wurde mit dem Aufbau eines regionales Netzwerkes von Holzerzeugern, -verarbeitern und -verbrauchern begonnen. Eine angegliederte, aber dennoch autonome Holzhäckselproduktion, die die regional vorhandenen Heizwerke beliefert, ist angelaufen.

Inzwischen wurde eine Stelle für einen Forstingenieur geschaffen, der damit begonnen hat, ein konkretes Bewirtschaftungskonzept zu erarbeiten. Dies ist Voraussetzung für die Kaufbewerbung und natürlich auch für eine später kostendeckende Wirtschaftsweise.

Eine stattliche Anzahl Menschen sind bereits mit Engagement und Geld dabei. Aber da der Verkauf der Waldflächen bald zu erwarten ist, wird jetzt intensiv nach weiteren Geldgebern gesucht. Verträge, die die finanzielle Beteiligung von vielen Bürgern ermöglichen, sind erarbeitet; das Treuhandkonto ist eröffnet!

Informationen: BürgerLand e.V., Postfach 1135, 14801 Belzig

Telefon/Fax 033841/380 140

info@buergerland.de

www.buergerland.de



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