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Rubrik:Essen & Trinken    Datum: 13.05.2024
Rettung für das Lebensmittelretten Startup:
Online-Supermarkt SIRPLUS startet neu durch
Sie ist da - die Rettung für die Retter:innen: SIRPLUS, der im Januar dieses Jahres in die Insolvenz gerutschte Online-Supermarkt für gerettete Lebensmittel, wurde selber gerettet und ist seit heute wieder online.

Der Neustart wurde möglich, als Mitgründer Raphael Fellmer zusammen mit drei Investor:innen, die bereits bei SIRPLUS dabei waren und einem neuen Investor die Marke, Domain und Social-Media-Accounts aus der Insolvenzmasse kaufte. Dadurch wird nun der SIRPLUS Mission neues Leben eingehaucht.

Nach bio und vegan wurde mit SIRPLUS gerettet salonfähig
Der 2017 an den Start gegangene Online-Supermarkt SIRPLUS machte gerettete Lebensmittel salonfähig und Lebensmittelretten zum Mainstream. Gründer Raphael Fellmer setzte sich bereits seit 2009 gegen die Verschwendung und für die Wertschätzung von Lebensmitteln ein. Nach Jahren als Mülltaucher lebte er 5,5 Jahre ohne Geld - oder im "Geldstreik", wie es der zweifache Familienvater nennt - und baute in dieser Zeit erfolgreich die Bewegung foodsharing mit auf. Mittlerweile retten über 600.000 Menschen in der DACH Region bei über 15.000 Bäckereien, Supermärkten und Marktständen überschüssige Lebensmittel. Mit SIRPLUS machte der Berliner das Lebensmittelretten salonfähig und bewahrte mit 100.000 Kund:innen über 4 Millionen Kilogramm Lebensmittel vor der Entsorgung. Der Großteil der Produkte hatte dabei eine zu kurze Restlaufzeit vom Mindesthaltbarkeitsdatum und stammt vornehmlich von Produzent:innen und Großhändler:innen, die diese nicht normal verkaufen konnten. Das Berliner Startup liefert diese mit DHL Go Green bequem zu Verbraucher:innen nach Hause. Überschüssige Lebensmittel wurden so zurück in den Kreislauf geführt, womit wiederum Lebensmittelverschwendung reduziert wurde. Außerdem ermöglichte SIRPLUS in Kooperation mit der Welthungerhilfe über 500.000 Schulmahlzeiten in Burundi. Zwischenzeitlich führte das Berliner Startup auch stationäre Geschäfte, sogenannte Rettermärkte, die jedoch im Zuge der Corona-Pandemie schließen mussten.

SIRPLUS 2.0: In neuer Konstellation gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung
Um beim Neustart von Anfang an auf festen Beinen zu stehen, schließt sich Raphael Fellmer jetzt mit Alexander Bernikas von TrendRaider zusammen, der als Mitgründer von SIRPLUS 2.0 vor allem die Themen Operations, Customer Satisfaction und Business Development verantwortet. Bernikas hat mit TrendRaider in Bootstrapping-Manier ohne externe Finanzierung selbst ein erfolgreiches Geschäft rund um nachhaltige Food- und Lifestyle-Produkte aufgebaut. Damit ist er die perfekte Ergänzung zu Mitgründer Raphael Fellmers Plan, sich mit dem Neustart von SIRPLUS auf die Anfänge und eigenen Stärken zurückzubesinnen: Community Building, kleines Team statt rasantem Wachstum und dafür schneller in die Schwarze Null durch organisches Wachstum, Aufklärung und Beteiligung statt teurer Werbeschlacht auf Meta, Google & Co zu kommen.

Gemeinsam setzen beide Gründer zudem ab sofort auf einen anderen Hebel, der zurück zu den Wurzeln der foodsharing Bewegung weist: Durch enge Partnerschaften und Kooperationen soll die Kostenstruktur optimiert und damit langfristige und fruchtbare Partnerschaften geschaffen werden. Das beliebte Subscription-Überraschungs Modell bleibt und profitiert durch Bernikas zehnjährige Erfahrung im E-Commerce Boxengeschäft. Aber auch die individuellen Bestellungen von einzelnen geretteten Lieblingsprodukten wird es weiterhin geben. Das Produktportfolio wird neben geretteten Lebensmitteln in Zukunft auch gerettete Haushaltsartikel, überschüssige und nachhaltige Wellness- und Lifestyle-Produkte umfassen. Die geretteten Produkte erhalten die Kund:innen direkt aus einer Hand in Berlin-Weißensee nach Hause.

"Wir gehen noch einmal zurück zum Anfang, aber ich bin überzeugt, dass unsere Community zu uns zurückkehren wird", sagt SIRPLUS Mitgründer Raphael Fellmer. "Ich bin unendlich dankbar, dass die SIRPLUS Reise weitergeht, denn unsere Vision von einer Welt in der alle Menschen genügend zu essen haben, ist heute relevanter denn je: Pro Minute wird allein in Deutschland eine volle LKW-Ladung Lebensmittel weggeschmissen, rund 50 % dieser Verschwendung geschieht dabei direkt in den Haushalten. Dabei könnten wir die 800 Millionen hungernden Menschen weltweit dreimal mit den global verschwendeten Lebensmitteln ernähren. Außerdem gehen die neusten Studien davon aus, dass 1/10 der globalen Treibhausgase durch Food Waste entstehen. Unsere Herausforderung bleibt also, ohne moralischen Zeigefinger aufzuklären und Bewusstsein für dieses wichtige Thema zu stärken."

"Einmal ganz abgesehen von unserer ökologischen und moralischen Verpflichtung, sorgsam und wertschätzend mit Lebensmitteln und Ressourcen umzugehen, sind günstige Nahrungsmittel in Zeiten von Inflation und Krise gefragter denn je. Einfach zum Klimaschutz beizutragen und dabei gleichzeitig den Geldbeutel zu schonen ist und bleibt für mich - wenn richtig umgesetzt - ein Erfolgskonzept", ergänzt der Berliner Mitgründer Alexander Bernikas.

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