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Presse-Stelle:  ECO-News Deutschland, D-81371 München
Rubrik:Politik & Gesellschaft    Datum: 01.12.2022
Deutschland braucht endlich ein Ressourcenschutzgesetz
"Um die Klimakrise abzumildern und das Artensterben aufzuhalten, brauchen wir einen Neustart."
Anlässlich der heutigen Veröffentlichung des Ressourcenberichts des Umweltbundesamtes erklärt Antje von Broock, Geschäftsführerin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):

"Der Ressourcenverbrauch Deutschlands ist erstmals wieder leicht angestiegen. Die Bemühungen um Ressourcenschutz in den letzten Jahrzehnten sind damit komplett ins Leere gelaufen. Um die Klimakrise abzumildern und das Artensterben aufzuhalten, brauchen wir einen Neustart. Laut Bericht liegt der Verbrauch bei 16 Tonnen pro Mensch und Jahr; das sind 44 Kilogramm jeden Tag. Damit bleiben die Pariser Klimaziele unerreichbar.

Dass Deutschland im Ressourcenschutz seit Jahren auf der Stelle tritt, liegt auch an fehlenden Zielen. Deswegen fordert der BUND die Bundesregierung auf, ihre Versprechen aus dem Koalitionsvertrag endlich umzusetzen. Wir brauchen als ersten Schritt übergreifende verbindliche Ressourcenschutzziele, die eine klare Richtung vorgeben, den Handlungsdruck verdeutlichen und ein Ausweichen auf andere Ressourcen verhindern. Wir brauchen Maßnahmen zur Verringerung des primären Ressourcenverbrauchs. Dafür muss der rechtliche Rahmen überarbeitet werden. Wir brauchen ein Ressourcenschutzgesetz."

Hintergrund:
Fast 65 Prozent der in Deutschland verwendeten Rohstoffmenge wird dem Bericht zufolge importiert. Damit macht Deutschland sich nicht nur abhängig von anderen Ländern. Der Ressourcenverbrauch der deutschen Wirtschaft führt auch zu Umweltverschmutzungen im Ausland. Der Ressourcenbericht zeigt eindringlich, welche Auswirkungen der deutsche Ressourcenverbrauch beispielsweise auf den Flächenverbrauch und damit auf das Artensterben im Ausland hat. Mehr als das doppelte der gesamten Fläche Deutschlands ist nötig, um den deutschen Ressourcenhunger zu decken. Die gravierenden Folgen sind verseuchte Gewässer und Böden, abgeholzte Wälder und Bergbau-Kraterlandschaften sowie Menschenrechtsverletzungen, Kinderarbeit, mangelnde Arbeitssicherheit und blutige Konflikte vor allem im Globalen Süden. Der Bericht zeigt außerdem: Bei metallischen Rohstoffen sieht die Lage besonders verheerend aus. Denn hier ist Deutschland zu 99,9 Prozent von Importen abhängig, wobei gleichzeitig die menschenrechtlichen, sozialen und ökologischen Risiken besonders hoch sind.

Weitere Informationen:
Der BUND ist Mitglied im Netzwerk Ressourcenwende und setzt sich für eine global und generationsübergreifend gerechte Ressourcennutzung im Rahmen der ökologischen Belastungsgrenzen ein: www.ressourcenwende.net/

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