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Presse-Stelle:  ECO-News Deutschland, D-81371 München
Rubrik:Essen & Trinken    Datum: 13.11.2020
Aktion "Schluss mit lustig" der Bäuerinnen und Bauern
Erwartungen an die Verarbeiter nach der Übergabe eines gemeinsamen Forderungspapiers
An mehr als 150 Standorten von Molkereien und Schlachthöfen haben am 11. November in ganz Deutschland um 11 Uhr 11 die Bäuerinnen und Bauern in kleinen und auch größeren Delegationen verbändeübergreifend ein gemeinsames Forderungspapier unter dem Motto "Schluss mit lustig - Uns geht die Luft aus" persönlich abgegeben. Darin fordern sie in einem ersten Schritt
  • für den Liter Milch mindestens 15 Cent mehr!
  • für das kg Rindfleisch mindestens 1 Euro mehr!
  • für das kg Schweinefleisch mindestens 50 Cent mehr!
  • für das kg Geflügel mindestens 20 Cent mehr!

Es muss jetzt alles dafür getan werden, dass dies kurzfristig realisierbar ist, so die Forderung der Bäuerinnen und Bauern.

"Nicht nur die nackten Zahlen unserer Forderungen zeigen, wie tief die tierhaltenden Betriebe in der Misere stecken. Auch die Tatsache, dass für diese Aktionen Verbände zusammenstehen, die in vielen anderen Sachfragen bei weitem nicht immer einer Meinung sind, ist ein eindringliches Zeichen unserer ernsten wirtschaftlichen Bedrängnis", betonen die Teilnehmer des Milchdialogs, von dem der Anstoß zu den aktuellen Aktionen ausgeht. "Wir erwarten, dass unsere Verarbeiter dieses Zeichen und unsere nachdrückliche Bitte und Aufforderung zur Mitarbeit sehr ernst nehmen."

Mit dem Auftakt der Aktionen "Schluss mit lustig" sollte den Verarbeitern auch noch einmal verdeutlicht werden, wie existenzbedrohend die wirtschaftliche Lage insbesondere der tierhaltenden Betriebe angesichts deutlich steigender Kosten und niedrigster Erlöse ist.

Die Reaktionen der Verarbeiter auf die Besuche der Bäuerinnen und Bauern und ihre Forderungsübergabe fielen sehr unterschiedlich aus - von Freundlichkeit bis Aggression.

"Für uns ist klar: Wir kommen am 19. November wieder, um uns die schriftliche Stellungnahme unserer Molkereien, Schlachthöfe und anderer Verarbeiter persönlich abzuholen - wie auch immer sie zu einem erneuten Besuch stehen. Auch das als ein Signal, dass wir uns nicht wegschieben und vertrösten lassen können.

"Unsere Verarbeiter wissen nicht erst seit gestern, dass wir bei ihnen vorstellig werden. Sie haben nun in ihren Gremien und auch in den gemeinsamen Plattformen mit ihren Abnehmern die Möglichkeit, sich bis zum 19. November dazu auszutauschen und schon konkretere Antworten auf die Forderungen der Landwirtinnen und Landwirte zu geben", erklären die Milchdialog-Teilnehmer.

"Wir Bäuerinnen und Bauern haben in den verschiedenen Verbänden immer wieder Vorschläge gemacht, was aus unserer Sicht getan werden müsste, um die wirtschaftliche Situation der Betriebe zu verbessern.

Wir erwarten nun von den Verarbeitungsunternehmen,
  • dass sie uns konkret darlegen, mit welchen Schritten sie die geforderte Preisanhebung kurzfristig umsetzen wollen.
  • eine Antwort darauf, was aus ihrer Sicht getan werden muss und welcher Veränderungen es bedarf, um ein deutlich höheres Preisniveau auch dauerhaft nicht nur auf dem deutschen, sondern auch auf dem europäischen Markt zu realisieren.
  • dass sie ihren Teil der Verantwortung innerhalb der Wertschöpfungskette übernehmen und alles dafür tun, dass ihre Lieferanten eine Zukunft haben.

Erste Gespräche, die dafür zwischen den Verarbeitern und ihren Abnehmern nötig sind, müssen bereits jetzt geführt werden, um schnellstmöglich zu guten Ergebnissen zu kommen", betonen die Teilnehmer des Milchdialogs. "Uns läuft die Zeit davon!"

Hintergrund zum Milchdialog & seinen Teilnehmern:
Bereits im August hatten sich die Verbände und Organisationen der Landwirte, die sich insbesondere für den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft engagieren, im Rahmen des so genannten Milchdialogs auf ein gemeinsames Positionspapier zu notwendigen Handlungsschritten im Milch- und Fleischbereich geeinigt, das sich an Politikerinnen und Politiker richtete.

Angesichts der katastrophalen Situation, in der sich die tierhaltenden Betriebe aktuell befinden, haben sich die Teilnehmer des Milchdialogs nun auf ein gemeinsames Forderungspapier an die Verarbeiter - im Milchbereich also an die Molkereien - verständigt, das diesen im gemeinsamen Aktionsauftakt am 11. November öffentlich überbracht wurde.

Unterzeichnet wird das aktuelle Forderungspapier an die Verarbeiter von BDM, AbL, der LsV-Milchgruppe, EMB, den Freien Bauern und der MEG Milch Board. Unterstützt wird es zudem von der Bauern & Land Stiftung.

Informationen rund um die Aktionen finden Sie hier: www.milchdialog.com

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