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Presse-Stelle:  Der Spatz - Alternativer Anzeiger für Bayern, D-80999 München
Rubrik:Essen u. Trinken    Datum: 05.08.2002
Öko-Bier ist wirklich rein
Konventionelle Bier-Brauer setzen schon lange nicht mehr nur auf Hopfen, Malz und Wasser

Man traut seinen Augen nicht: Große deutsche Massenbiere wie Beck's und Warsteiner haben den Segen der Zeitschrift Öko-Test. In ihrem Biertest schnitten die konventionellen Produkte der getesteten Großbrauereien durchwegs mit dem Gesamturteil "sehr gut" ab. Eine Aussage über die ökologischen Qualitäten dieser Biere ist dies freilich nicht, wie ein zweiter Blick auf den Biertest zeigt. Denn trotz der Vorsilbe "Öko" in ihrem Namen hat die besagte Zeitschrift die Biere gar nicht auf ihre Umweltfreundlichkeit oder Ökobilanz untersucht.

Somit verschafft das Magazin unglücklicherweise gerade den konventionellen Großbrauereien, die vor allem den kleinen, regionalen Brauereien das Leben schwer machen, ein unverdientes grünes Mäntelchen. Dabei hat die moderne Braukunst der konventionellen Bierbranche auch in Deutschland mit dem immer wieder zitierten Reinheitsgebot nicht mehr viel gemein, auch wenn dies der Brauerbund ganz bestimmt nicht gerne hört. Schon lange sind es gerade die Bio-Brauereien, die das Reinheitsgebot strikt befolgen und ein wirklich reines Bier brauen.

Fangen wir beim Hopfen an. Als das bayerische Reinheitsgebot für Bier 1516 geschrieben wurde, gab es weder Pestizide noch Kunstdünger. Der Hopfen wuchs ohne die modernen Hilfsmittel der chemischen Industrie, weshalb auch nur Hopfen im Hopfen war. Das ist heute freilich im konventionellen Anbau anders, der zum Beispiel das hochgiftige Pestizid Triphenylzinn einsetzt. Ist der konventionelle Hopfen geerntet kommt heutzutage, trotz Reinheitsgebot, zur Haltbarmachung noch eine kräftige Prise Schwefel hinzu - bis zu 10 Gramm Schwefel je Kilogramm Hopfen. Konventionelle Braukunst erlaubt darüberhinaus die Verwendung von Hopfenextrakt, der mit Hilfe von chemischen Lösungsmitteln wie Methylenchloprid und Hexan aus dem Hopfen gelöst wird.

All dies ist bei Öko-Brauern strikt verboten. Zur Herstellung von Öko-Bier darf nur ungeschwefelter Bio-Hopfen und kein Hopfenextrakt verwendet werden. Besonders streng sind hierbei die Öko-Regeln der Neumarkter Lammsbräu, die nur Naturhopfendolden zum Brauen erlauben. Die Bio-Bier-Regeln von Bioland und Naturland lassen hingegen auch den Einsatz von Hopfenpulver oder zu Pellets gepreßten Hopfen zu.

So wie Pestizide und Schwefel sind auch Polyvinylpolypyrrolidon (PVPP) oder Kieselsäurepräparate zwar nicht im historischen Reinheitsgebot erwähnt. Dennoch sind sie bei modernen deutschen Bierbrauern als Hilfsmittel erlaubt und werden dem konventionellen Gebräu zur Haltbarmachung vor der Filtration zugesetzt. Das deutsche "Biergesetz" genehmigt den Einsatz solcher Hilfsstoffe, solange sie bis auf "gesundheitlich, geruchlich und geschmacklich unbedenkliche, technisch unvermeidbare Anteile wieder ausgeschieden werden."

Während konventionelle Brauer ohne diese künstlichen Hilfsstoffe offensichtlich nicht mehr auskommen, verzichten Bio-Brauer selbstverständlich auf solche "Tricks". PVPP und ähnliche Präparate zur künstlichen Verlängerung der Haltbarkeit sind in der Öko-Bierherstellung strikt verboten. Das gleiche gilt für die im konventionellen Bereich erlaubte radioaktive Bestrahlung zur Füllhöhenkontrolle. Damit nicht zuviel und nicht zuwenig Bier in die Flasche oder Dose kommt, setzen gerade Großbrauereien seit Jahren Gamma- oder Röntgenstrahlen ein. Als strahlendes Element dient hierbei Americium 241, was ein Abfallprodukt aus der Wiederaufarbeitung von Kernbrennstäben ist. Weil die bei der Füllhöhenkontrolle eingesetzte Gammastrahlung "nur" schwach ist und nicht der Konservierung dient, muß diese Form der radioaktiven Bestrahlung - zum Glück für die konventionelle Bier- und Getränkebranche - übrigens nicht auf dem Etikett vermerkt werden. Der Verbraucher wird so hinters Licht geführt. Das gleiche gilt für die diversen Hilfsstoffe, die gleichfalls nicht unter die Deklarationspflicht fallen.

Es gibt noch weitere, deutliche Unterschiede zwischen konventionellem und Bio-Bier. Würde man die Brauereien einem wirklichen Öko-Test unterziehen, bekämen die Beck's, Löwenbräus, Paulaners und Warsteiners deshalb mit Sicherheit "Mangelhaft". Zumal die Großbrauereien mit Dosenbier Geschäfte machen und die kleineren, regionalen Brauereien vom Markt drängen. Doch gerade die kleinen, regionalen Brauereien sind sowohl wichtig für vielfältigen Biergeschmack wie für die Wirtschaft der Regionen. Denn jede kleine Brauerei schafft wichtige Arbeitsplätze und bringt Umsatz in der jeweiligen Gemeinde und Region. Seit 1960 ging die Zahl der Brauereien in Bayern um über 56 Prozent zurück. Von 1566 bayerischen Bierherstellern im Jahr 1960 gab es 1999 nur noch 683. Tausende von Jobs gingen so verloren. Und hunderte von weiteren Arbeitsplätzen würden allein in Bayern verloren gehen, wenn noch mehr regionale Brauereien im Preiskampf mit den "Großen" im Biergeschäft aufgeben müßten. Dies wäre doppelt schlecht für die Regionen wie für die Umwelt. Denn dann würden die Transportwege für Bier noch länger, die Straßen noch voller und die Luft noch verschmutzter werden. Gerade beim Bier sollte der Spruch gelten: Think Global, buy lokal.

Weitere Infos zum Thema Bier gibt's bei der
Verbraucher Initiative, Tel. 0228-726 3393, Fax 0228-726 33 99

Infos zum Thema Gentechnik und Bier gibt's beim
Gen-ethischen Netzwerk, Tel. 030-685 7073, Fax 030-684 1183


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