Zurück zur ECO-World Startseite

Haftungsausschluss
Impressum
Datenschutzerklärung
 








  Forum
 
 
HOME | Top-Nachrichten | Umwelt & Naturschutz alle Nachrichten
 Hier finden Sie laufend aktuelle Nachrichten aus dem Themenbereich Ökologie.
Stichwort    Art 
Hilfe   neue Suche  alle Pressestellen anzeigen 
Wenn Sie Meldungen zu einem bestimmten Thema suchen, steht Ihnen die Navigation links zur Verfügung. - Mit ECO-News, dem Presseverteiler der ECO-World sind Sie immer auf dem Laufenden.

 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  ECO-News Deutschland, D-81371 München
Rubrik:Umwelt & Naturschutz    Datum: 28.11.2019
Europas Flüsse sind verdammt: über 8.700 neue Wasserkraftwerke geplant
Neue Studie zeigt Ausmaß des Wasserkraft-Irrsinns in ganz Europa
Die erste europaweite Bestandsaufnahme bestehender und geplanter Wasserkraftwerke zeigt den immensen Druck, unter dem die Flüsse des gesamten Kontinents stehen. Zu den bisher schon bestehenden 21.387 Wasserkraftwerken sollen hauptsächlich in den Alpen und auf dem Balkan weitere 8.779 hinzukommen. Teils unberührte Flüsse - insbesondere auf dem Balkan - würden dadurch zerstört. Über ein Viertel dieser geplanten Kraftwerke (2.500) sind zudem in Schutzgebieten vorgesehen, der Großteil in Nationalparks und Natura 2000-Gebieten.

Wasserkraftwerke in Europa © Fluvius (commissioned by WWF, RiverWatch, EuroNatur, GEOTA)
Die Studie wurde von den Organisationen EuroNatur, Riverwatch, WWF und GEOTA in Auftrag gegeben. Ihre Ergebnisse zeigen das Versagen der Regierungen innerhalb und außerhalb der EU, Flüsse und die biologische Vielfalt zu schützen, und belegen die offensichtliche Missachtung der EU-Wasserschutzgesetze, insbesondere der Wasserrahmenrichtlinie.

"Wir stehen vor dem Ende frei fließender Flüsse in Europa und vor einem Kollaps der Artenvielfalt, wenn wir diesen Wasserkraftwahn nicht aufhalten. Die EU-Kommission unter der Leitung von Ursula von der Leyen sowie die Regierungen der Länder müssen diesen Ausbau stoppen. Sie müssen vor allem die Subventionen für Wasserkraft beenden und den Schutz der Flüsse verbessern. Es ist völlig inakzeptabel, dass wir mit unserer Stromrechnung Wasserkraftinvestoren finanzieren und damit die Zerstörung von Europas Lebensadern bezahlen", sagt Ulrich Eichelmann von Riverwatch.

"Die meisten geplanten Wasserkraftprojekte - weit mehr als 3.000 - sollen auf dem Balkan entstehen. Die Flüsse dort sind größtenteils noch intakt, manche sogar in unberührtem Zustand. Sie sind ein europäischer Schatz, den wir uns nicht leisten können, zu verlieren. Wir drängen darauf, dass die Europäische Union diese Entwicklungen im Rahmen der Beitrittsverhandlungen thematisiert und auf die Einhaltung der Naturschutzgesetze pocht. Auf dem Balkan wird zudem übermäßig viel in Wasserkraft investiert, aber das Potenzial für Solarenergie - eine wirklich erneuerbare Energiequelle - nicht genutzt", sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur.

Staudämme für Wasserkraft zerstören Flüsse und ihre Umgebung und tragen erheblich zum Verlust der Artenvielfalt bei. Sie verändern den natürlichen Fluss, blockieren die Fischwanderung - was sich auf die Fischbestände und das Überleben gefährdeter Arten auswirkt - und fangen Sedimente ab, die Flussufer und Deltas vor Überschwemmungen und dem Anstieg des Meeresspiegels schützen. Der lokalen Bevölkerung wird zudem buchstäblich das Wasser abgegraben. Überdies erzeugen über 90 Prozent der geplanten Wasserkraftwerke nur geringe Mengen an Strom (weniger als 10 MW), sind also sogenannte Kleinwasserkraftwerke, die bei wenig wirtschaftlichem Nutzen große Schäden an der Natur anrichten.

Steven Weiss, Assoc. Univ.-Prof. Uni Graz, betont die verheerenden Effekte von Wasserkraft: "Auf der Grundlage meiner detaillierteren Balkanstudie sowie der Roten Liste der IUCN können wir vorhersagen, dass mindestens 20 und möglicherweise bis zu 30 Süßwasserfischarten aussterben würden, wenn alle diese Pläne ausgeführt würden. Darüber hinaus würde ein großer Prozentsatz (> 95 Prozent) der südeuropäischen Fischfauna in eine IUCN-Bedrohungskategorie eingestuft. Wir müssen verstehen, dass die ohnehin hohe Nachfrage nach Wasserressourcen, insbesondere in Südeuropa, durch eine solche großflächige Nutzung der Wasserkraft noch verstärkt wird, was zu einer tödlichen Kombination für die Artenvielfalt des Süßwassers wird."

Um dem Verlust der biologischen Vielfalt in Flüssen und Seen entgegenzuwirken, fordern wir von allen europäischen Ländern und der EU:
  • einen "Blue New Deal" für Europas Flüsse
  • den Subventionsstopp für Wasserkraft
  • einen besseren Schutz der wertvollsten Flussabschnitte
  • ein neues europaweites Fluss-Renaturierungsprogramm

Hintergrundinformationen:

EuroNatur ist eine gemeinnützige, international tätige Naturschutzstiftung mit Sitz in Radolfzell am Bodensee. Ziel ist der grenzübergreifende Erhalt wertvoller europäischer Natur- und Kulturlandschaften mitsamt ihrer Artenvielfalt. Hauptbestandteil der Arbeit von EuroNatur ist es, Menschen und Natur zu verbinden - die Grundlage, um einen langfristigen Erfolg der Projekte zum Schutz von Wildtieren wie Wölfen, Bären, Luchsen, Zugvögeln und ihren Lebensräumen zu erreichen. Sie finden uns im Internet unter www.euronatur.org und auch auf Facebook, Twitter und YouTube.

Diskussion

  Login



 
 
  Aktuelle News
  RSS-Feed einrichten
Keine Meldung mehr verpassen

10.12.2019
Der Mensch ist, was er isst forum 04/2019 ist erschienen


lavera ergreift die Initiative und ruft den offiziellen TAG DER NATURKOSMETIK aus Der lavera Gründungstag, der 23. NOVEMBER WIRD ZUM OFFIZIELLEN TAG DER NATURKOSMETIK


Jetzt bei O2: Das Fairphone 3 ergänzt Nachhaltigkeitsstrategie


Biodiversität schützen durch Nutzen DAW überzeugt mit Leindotter-Projekt und ganzheitlichem Gestaltungskonzept beim Kongress zum Deutschen Nachhaltigkeitspreis


"Wachsen - aber nachhaltig!" Ein Diskussions-Beitrag von Prof. Dr. Guido Quelle, Managementberatung Mandat


Konzernklagen gegen Klimaschutzgesetze stoppen Uniper droht damit, die Niederlande wegen des dortigen Kohleausstiegs zu verklagen


Das Sustainable Agriculture Network (SAN) begrüßt neue NGOs im Netzwerk Beide Organisationen ergänzen komplementär die geografische Abdeckung der bisherigen SAN-Mitglieder


09.12.2019
Terra Madre Tag Verlust von Biodiversität wird Milliarden kosten


Erstmals sogar steigende CO2-Emissionen bei Dienstwagen Deutsche Umwelthilfe wirft Regierungspolitikern Schaufahren gegen den Klimaschutz vor

  neue Partner