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Presse-Stelle:  ECO-News Deutschland, D-81371 München
Rubrik:Essen & Trinken    Datum: 04.07.2019
Klöckners Tierwohllabel in der Sackgasse
Naturland und PROVIEH fordern verpflichtende Haltungskennzeichnung und eigenständige Stufe für Öko
Der Öko-Verband Naturland und die Tierschutzorganisation PROVIEH kritisieren den Entwurf des staatlichen Tierschutzlabels als mangelhaft und nicht zielführend. "Ein freiwilliges Label bringt die Tierhaltung in Deutschland kein bisschen weiter. Im Gegenteil, mit diesem Vorschlag wird der Status Quo zementiert. Es sorgt weder für spürbare Verbesserungen in der Nutztierhaltung, noch für Transparenz beim verantwortungsvollen Einkauf", sind sich Naturland Präsident Hubert Heigl und Angela Dinter von PROVIEH e.V. in ihrer Kritik einig.

Der Gesetzesentwurf für eine Tierwohlkennzeichnung für Schweinefleisch wurde wegen massiver Kritik vorerst zurückgezogen.
© RitaE, pixabay.com
Der Gesetzesentwurf für eine staatliche, dreistufige und freiwillige Tierwohlkennzeichnung für Schweinefleisch sollte eigentlich letzte Woche von Bundesministerin Klöckner dem Kabinett vorgelegt werden, wurde aber wegen der massiven Kritik von allen Seiten vorerst zurückgezogen.

Öko-Fleisch ist mehr als Klöckners Fake-Premium
"Wir brauchen kein freiwilliges Tierwohl-Label, sondern eine verpflichtende und klare Kennzeichnung der Haltungsform, wie wir sie heute schon bei den Eiern haben. Dieses vom Verbraucher akzeptierte System muss Frau Klöckner einfach nur auf den Fleischbereich anwenden und die höchste Stufe der Öko-Erzeugung zuordnen. Stattdessen setzt die Ministerin auf ein freiwilliges Label mit geschönten Kriterien, von denen die meisten gerade einmal den gesetzlichen Mindeststandard abbilden." sagte Angela Dinter, Fachreferentin für Schweinehaltung bei PROVIEH e.V.

"Öko-Schweine haben über 50 Prozent mehr Platz, als die Schweine in Klöckners Fake-Premiumstufe. Öko muss deshalb zwingend eine eigne Stufe in einem verpflichtenden Kennzeichnungssystem bekommen. Alles andere wäre ein Schlag ins Gesicht der Öko-Bauern" sagte Naturland Präsident Hubert Heigl.

Kritik von allen Seiten
Die geplante Tierwohlkennzeichnung steht zunehmend in der Kritik. Inzwischen wächst sowohl in der Großen Koalition, als auch in den Bundesländern der Widerstand. So haben sich schon mehrere Abgeordnete der SPD und der CDU/CSU Fraktion gegen Klöckners Gesetzentwurf ausgesprochen. Das Land Niedersachsen hat eine Bundesratsinitiative für eine verpflichtende Kennzeichnung gestartet. Naturland und PROVIEH e. V. fordern die Ministerin auf sich der Sachdebatte zu stellen und die Sommerpause zu nutzen, um den Entwurf zu überarbeiten. Die Kennzeichnung muss verpflichtend werden und die Öko-Tierhaltung muss als eigene Stufe in der Kennzeichnung aufgenommen werden.

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