Zurück zur ECO-World Startseite

Haftungsausschluss
Impressum
Datenschutzerklärung
 








  Forum
 
 
HOME | Top-Nachrichten | Essen & Trinken alle Nachrichten
 Hier finden Sie laufend aktuelle Nachrichten aus dem Themenbereich Ökologie.
Stichwort    Art 
Hilfe   neue Suche  alle Pressestellen anzeigen 
Wenn Sie Meldungen zu einem bestimmten Thema suchen, steht Ihnen die Navigation links zur Verfügung. - Mit ECO-News, dem Presseverteiler der ECO-World sind Sie immer auf dem Laufenden.

 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  Dr. Franz Alt Journalist, D-76530 Baden-Baden
Rubrik:Essen & Trinken    Datum: 10.08.2015
Bio 100 mal weniger belastet als konventionelles Obst und Gemüse
Test zeigt interessante Details auf. Ist auch Bio drin wo Bio drauf steht?
Um das zu überprüfen ließ die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 in Zusammenarbeit mit dem oberösterreichischen Umweltlandesrat Rudi Anschober insgesamt 25 biologisch und 29 konventionell erzeugte Obst- und Gemüse-Produkte von Supermärkten, Biomärkten und Ab-Hof-Vermarktern auf Pestizidrückstände untersuchen. Das für Bio-KonsumentInnen erfreuliche Ergebnis: 24 der 25 getesteten Bio-Proben enthielten keinerlei nachweisbare Pestizidrückstände. Nur im Falle einer zu Unrecht als "Bio" deklarierten Avokado-Probe aus Peru waren Spuren eines Pestizids zu finden.

Bei den entsprechenden konventionellen Erzeugnissen ließen sich in allen Produktgruppen Rückstände von Pestiziden nachweisen, im Fall einer Probe ungarischer Marillen sogar über dem gesetzlichen Höchstwert. In Summe konnten die Analytiker in den 29 untersuchten konventionellen Erzeugnissen 37 verschiedene Pestizidwirkstoffe finden, darunter auch 10 Pestizide, die im Verdacht stehen, als sogenannte "endokrine Disruptoren" das Hormonsystem negativ zu beeinflussen. Die meisten Produkte wiesen Mehrfachbelastungen auf. So ließen sich in Äpfeln und Ribiseln bis zu 9 verschiedene Pestizidwirkstoffe in einem Produkt finden.

Auffallend war auch, wie sehr die mengenmäßige Belastung durch Pestizide zwischen den verschiedenen Produktgruppen variiert. Negative Spitzenreiter waren hier konventionelle Ribisel aus Österreich sowie importierte Orangen mit einer durchschnittlichen Pestizid-Gesamtbelastung von je 1,4 mg/kg, gefolgt von importierten Zitronen und Birnen mit einer Pestizidbelastung von 0,98 mg/kg bzw. 0,92 mg/kg. Erfreulich niedrige Belastungen fanden wir hingegen bei österreichischem Gemüse: Die Rückstandsbelastung von Karotten und Häuptelsalat aus konventioneller Produktion lag mit 0,014 mg/kg bzw. weniger als 0,005 mg/kg im Spurenbereich.

Über alle Produkte gerechnet ergibt sich für die konventionelle Ware eine mittlere Pestizidbelastung von 0,498 mg/kg. Die entsprechenden Bio-Produkte weisen hingegen auch unter Einbeziehung der fälschlich als bio deklarierten peruanischen Avocado-Probe in Summe nur knapp 0,005 mg/kg auf. Dr. Helmut Burtscher, Umweltchemiker von GLOBAL 2000: "Die von uns untersuchten Bio-Produkte sind im Durchschnitt rund 100 mal weniger mit Pestiziden belastet als die konventionellen. Dieses Ergebnis stellt der Qualität von Bio-Waren im österreichischen Handel ein sehr gutes Zeugnis aus."

Auch passen die Daten sehr gut zu dem Gesamtbild, das die seit 2002 in Deutschland jährlich publizierten Ökomonitorings zeichnen. Auch dort bewegten sich die durchschnittlichen Pestizidbelastungen von konventionellen Produkten über die Jahre recht konstant zwischen 0,4 mg/kg und 0,6 mg/kg, während biologisches Obst und Gemüse je nach Untersuchungsjahr um das 40- bis 200-fache geringer belastet war1. In Österreich werden vergleichbare Untersuchungen leider bislang von Lebensmittelbehörden nicht durchgeführt bzw. nicht publiziert, obwohl gerade in Österreich die Biolandwirtschaft einen hohen Stellenwert hat und biologische Erzeugnisse bei den KonsumentInnen sehr beliebt sind.

Mögliche gesundheitliche Risiken
10 der 37 nachgewiesenen Pestizide stehen im Verdacht sogenannte "Endokrine Disruptoren" zu sein. Das sind hormonell wirksame Chemikalien, die bereits in sehr geringen Konzentrationen hormonelle Steuerungsprozesse im Organismus beeinträchtigen können und von der Weltgesundheitsorganisation WHO mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Formen von Krebs, Fruchtbarkeitsstörungen, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und anderen Zivilisationskrankheiten in Zusammenhang gebracht werden. "Beunruhigend ist daher, dass 5 der 10 in unserem Test gefundenen hormonell wirksamen Pestizide sich im menschlichen Organismus nachweisen lassen, mittels Blut-, Harn-, Muttermilch- oder Haaranalysen." sagt Burtscher: "Positive Nachricht: Eine aktuelle Untersuchung aus Schweden zeigt, dass die Umstellung auf biologische Ernährung innerhalb von wenigen Tagen zu einem deutlichen Rückgang der Körperbelastung durch Pestizidwirkstoffe bzw. deren Abbauprodukten führt."


Quelle: GLOBAL 2000.at 2015


Diskussion

  Login



 
 
  Aktuelle News
  RSS-Feed einrichten
Keine Meldung mehr verpassen

03.08.2020
Gute Gründe für Insekten im Hundenapf Green Petfood vereint Nachhaltigkeit und Tiergesundheit


Illegale Fischereiprodukte aus Westafrika bahnen sich Weg in die EU EJF-Bericht zeigt hohes Risiko, dass illegal gefangener Fisch aus Ghana auf dem europäischen Markt landet


02.08.2020
Der Mahnruf des missachteten Gewissens Ein Kommentar von Franz Alt

Videonewsletter 168: Schreinersuche, Nachhaltigkeitspreis, Caipi-Schrank, Tischangebot, Pop-Art, Europaabgeordnete, Nicewurst, Hollerküchler, Desinfizierer, fränkischer Sommer, Denis Scheck Wir suchen einen zusätzlichen Schreiner oder eine Schreinerin, beschäftigen uns mit Popart, Tischen und Desinfizierern aus Franken und Edelstahl


Architekturpraktikantin beschreibt ihre Frauenrolle im Handwerk der Möbelmacher Als junge Frau ins Handwerk? Lisa Miller berichtet über ihre Erfahrungen als Schreinerin zwischen montieren und modeln


31.07.2020
75. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki BUND fordert sofortiges Abrüsten und kompletten Atomausstieg

Hessen unterstützt Bürgerinnen und Bürger bei der Anschaffung von Lastenrädern Umweltministerin Priska Hinz stellt neue Förderrichtlinie vor

Giovane Élber und Deutsche Umwelthilfe kämpfen gegen Regenwaldrodung in Brasilien Gemeinsame Petition des brasilianischen Fußballstars und der DUH erreicht schon in den ersten Tagen 50.000 Unterschriften

Bekämpfung von Ratten führt zur Belastung von Fischen Rattengift in der Kanalisation verursacht weiträumige Gewässerbelastung

  neue Partner