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Presse-Stelle:  ECO-News Deutschland, D-81371 München
Rubrik:Energie & Technik    Datum: 08.08.2012
Kohlefinanzierung
Worüber die KfW lieber schweigt
Berlin, 08. August 2012 - Zur Präsentation der Quartalszahlen der Kreditanstalt für Wiederaufbau verlangen die Umweltorganisation urgewald und das bundesweite Bündnis klima-allianz deutschland von der staatlichen Förderbank einen Kurswechsel. Sie soll aufhören, weltweit den Ausbau von Kohlekraftwerken und Kohleinfrastruktur zu fördern und sich auf das konzentrieren, was sie bereits gut macht: Energieeffizienz und Erneuerbare Energien unterstützen.

"Ihre positiven Seiten stellt die KfW gerne heraus, doch neben dieser grünen Front gibt es auch die schmutzige Seite der Bank. Denn sie vergibt trotz Klimakatastrophe Kredite für Kohleprojekte. In den letzten Jahren hat sie mehrere hundert Millionen Euro in den Ausbau und Neubau von Kohlekraftwerken, Kohleminen und Kohleinfrastruktur investiert. Das ist unverantwortlich", erklärt Kathrin Petz von urgewald, die die Kohleprojekte der KfW recherchiert und in einem Briefing zusammen gestellt hat.

Die KfW trug in den letzten Jahren zum Bau von mindestens acht Kohlekraftwerken und zwei Kohleinfrastrukturprojekten weltweit bei. In Griechenland prüft sie aktuell eine Beteiligung am Neubau des Braunkohlekraftwerks Ptolemaida V. Griechische Umweltschützer warnen vor dem Projekt: "Für 2050 gibt es in Griechenland zwei Szenarien, entweder erreichen wir eine vollkommene Energieversorgung aus Erneuerbaren Energien oder Braunkohle spielt weiter eine bedeutende Rolle im Energiemix. Die Entscheidung darüber, welches Szenario realisiert wird, fällt jetzt. Wird Ptolemaida V gebaut, ruinieren wir das Klima und unsere Wirtschaft weiter mit Braunkohle, dem schlimmsten und sozialwirtschaftlich teuersten fossilen Brennstoff. Das darf die KfW nicht unterstützen", erklärt Achilleas Plitharas, Anti-Kohlecampaigner des WWF Griechenland.

Die KfW rechtfertigt ihr Engagement oft damit, dass es zu Armutsbekämpfung und verbessertem Energiezugang führt. Tatsächlich verschärfen aber die Kohlekraftwerke Medupi und Kusile in Südafrika die Energieungleichheit und den Kampf ums Wasser in der Region. Mit der Kohleversorgung des indischen Kohlekraftwerks Krishnaptanam gehen Menschenrechtsverletzungen und Abholzung wertvollen Regenwalds in Indonesien einher. Eine Anlage zur Effizienzsteigerung von Braunkohle in Serbien ist Teil der Ausweitung des dortigen Tagebaus und hält Serbien auf Kohlekurs. Der Ausbau von Kohlehäfen in Australien dient der Verteilung gigantischer Mengen Kohle in die Welt, die nicht nur CO2 Reduktionsziele in weite Ferne rückt, sondern auch das einzigartige Great Barrier Riff massiv bedroht.

"Mit ihrem weltweiten Engagement für die Kohle konterkariert die KfW die klimapolitischen Ziele Deutschlands. Die KfW sollte ihr eigenes Leitbild 'Nachhaltigkeit und Verantwortung' ernst nehmen und Investitionen in Projekte, die den Abbau, Transport oder die Verbrennung von Kohle fördern, konsequent stoppen. Ein glaubwürdiger und notwendiger erster Schritt um ihr Portfolio von Kohle zu befreien wäre eine Finanzierungsabsage für den Neubau von Ptolemaida V in Griechenland", fordert Mona Bricke, Anti-Kohlecampaignerin der klima-allianz deutschland.

Das Briefing "Kohlefinanzierung - worüber die KfW lieber schweigt" kann hier heruntergeladen werden: urgewald.org/artikel/kohlefinanzierung-wor-ber-kfw-lieber-schwe

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