Zurück zur ECO-World Startseite

Haftungsausschluss
Impressum
GREEN BRANDS European Business & Biodiversity Campaign  








  Forum
 
 
HOME | Top-Nachrichten | Essen & Trinken alle Nachrichten
 Hier finden Sie laufend aktuelle Nachrichten aus dem Themenbereich Ökologie.
Stichwort    Art 
Hilfe   neue Suche  alle Pressestellen anzeigen 
Wenn Sie Meldungen zu einem bestimmten Thema suchen, steht Ihnen die Navigation links zur Verfügung. - Mit ECO-News, dem Presseverteiler der ECO-World sind Sie immer auf dem Laufenden.

 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  ECO-News Deutschland, D-81371 München
Rubrik:Essen & Trinken    Datum: 27.07.2012
Südamerikas Bio-Insel vor dem Ende
Biosoja-Pionierprojekt in Südbrasilien steht vor dem Aus
Zürich - Pestizidspuren machten vor zwei Jahren die Biosoja von hunderten von Biobauern in Südbrasilien unverkäuflich. Während sich deren Abnehmerin, die gebana Brasil, von den damaligen Verlusten wirtschaftlich am Erholen war, drehten die Geldgeber den Kredithahn zu. Dem schweizerisch-brasilianischen Pionierprojekt droht das Aus.

Vor zwei Jahren wurden in der biologischen Soja von Kleinbauern in Südbrasilien Spuren des Pestizids Endosulfan gefunden. Das Gift gelangte von der konventionellen Landwirtschaft in die Umwelt, wurde von den Bio-Sojabohnen aufgenommen und verringerte deren Marktwert enorm. Den Bauernfamilien und der gebana Brasil, Partnerfirma des Schweizer Fair Trade Unternehmens gebana, erwuchsen aus dieser Situation grosse Verluste. Die Bauern wehrten sich gemeinsam mit gebana und lancierten die Aktion "Chega ("Es reicht" auf brasilianisch) - Kleinbauern gegen Pestizide". Sie kritisierten, dass Gifte, die in Europa seit Jahrzehnten verboten sind, in Brasilien weiterhin verkauft werden und forderten ein sofortiges Verbot. Tatsächlich wurde Endosulfan daraufhin auch in Brasilien verboten, das Verbot tritt allerdings erst ab 2013 endgültig in Kraft. Aufgrund des weiterhin bestehenden, hohen Risikos gaben damals mehrere Familien den Bioanbau auf.

Seither gingen die Endosulfan-Spuren in der Biosoja jedoch zurück und die Bio-Soja konnte wieder verkauft werden. Doch jetzt zeigen sich die Spätfolgen der grossen Verluste von damals: Trotz des positiven operativen Resultats im Jahr 2011 erneuerten viele Banken der gebana Brasil die Kredite nicht. Als Folge der schrumpfenden Liquidität konnte die gebana Brasil bereits in diesem Jahr nur noch eine reduzierte Menge Biosoja kaufen. Neben der unsicheren Abnahme verringerte eine Dürre den Biobauern die Ernte, woraufhin dutzende Familien der Landwirtschaft den Rücken kehrten. Ein Teufelskreis, der für die grösste und älteste Anbauregion von Biogetreide in Lateinamerika das Ende bedeuten könnte.

Parallel dazu steigt die Nachfrage nach biologischer Soja. Betrugsskandale mit Biosoja aus Rumänien und Italien haben Anfang Jahr den Markt erschüttert und Behörden wie Einkäufer verunsichert. Eine vertrauenswürdige Bezugsquelle mit direktem Bezug zu den Produzenten gewinnt daher auch im internationalen Handel an Bedeutung.

Ab 2013 soll auch die Bedrohung durch Endosulfan ganz verschwinden. Zudem kann die gebana auf dem Gebiet der Entwicklung verbesserter Technologien für den Bio-Landbau Fortschritte verzeichnen: Neues Bio-Saatgut und die Mechanisierung der Unkrautvernichtung sollen das Problem der Abwanderung der Arbeitskräfte langfristig lösen. Denn die Abwanderung der Bauern spielt den Grossbauern in die Hände, die das frei gewordene Landwirtschaftsland pachten oder aufkaufen und darauf genveränderte Soja anpflanzen, die dank dem Einsatz von Agrargiften weit weniger arbeitsintensiv ist.

Trotz dieser guten Rahmenbedingungen stehen die Chancen für die gebana und den Bioanbau in Südbrasilien aufgrund der finanziellen Lage schlecht. Bis September versucht die Schweizer gebana AG in einem letzten Kraftakt mit bisherigen und neuen Investoren, ihr Schwesterunternehmen in Brasilien zu sanieren. Gelingt dies nicht, hat der kleinbäuerliche Bioanbau in Südbrasilien kaum noch eine Chance und "Südamerikas Insel der Bio-Soja", wie die NZZ unlängst titelte, wird wohl definitiv von der Landkarte verschwinden.

Diskussion

  Login


Anzeige
www.ECO-World.de

 
 
  Aktuelle News
  RSS-Feed einrichten
Keine Meldung mehr verpassen

31.05.2016
"Digitalisierung und Nachhaltigkeit" - Schwerpunkt im B.A.U.M.-Jahrbuch 2017 Nutzen Sie die Möglichkeit, die Umwelt- und CSR-Aktivitäten Ihres Unternehmens darzustellen


Eltern werden ist nicht schwer... VERBRAUCHER INITIATIVE zum Weltelterntag am 1. Juni


Nachhaltiges Fischer-Netzwerk Weltweites Sammeln: Carpet Concept webt aus alten Fischernetzen, die in den Meeren geborgen werden, neue Teppichböden.


30.05.2016
Es geht um die Wurst Das Bersenbrücker Familienunternehmen Wurst Stahlbau GmbH hat seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht vorgelegt.


Ob Gas oder Strom, Biogas kann's! Am 18. Juni 2016 öffnet die Biogasanlage Raitzen für alle ihre Türen. Interessierte können die moderne "Gas-Einspeise-Anlage" live erleben.


Innovative Solarstromspeicher Seit 2015 ist eine neue Generation Batteriespeicher von sehr leistungsstarken und zudem auch bezahlbaren Solarspeichern auf dem Markt. Diese

28.05.2016
Das Klima-Dilemma Seit Paris im Dezember 2015 ist sich die Welt einig, dass Klimaschutz die Überlebensfrage der Menschheit ist.

27.05.2016
Maschinendatenerfassung für effizientere Produktionsprozesse Mit einer effizienten IT-Verwaltung lassen sich Produktionsprozesse in den meisten Fällen um ein vielfaches effizienter gestalten.


Lärm: Ein Umweltproblem mit Gesundheitsgefahren Es gibt viele Möglichkeiten, Lärm zu vermeiden oder ihn zumindest zu reduzieren.


  neue Partner