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 ECO-News - die grüne Presseagentur
Presse-Stelle:  Deutsche Wildtier Stiftung, D-22113 Hamburg
Rubrik:Umwelt & Naturschutz    Datum: 02.09.2010
Kein Safer Sex im Spinnennetz!
Die Deutsche Wildtier Stiftung hofft auf Spinnen-Nachwuchs im Altweibersommer
Hamburg, 2. September 2010. Das Paarungsritual beginnt sanft und sensibel. Die Spinnen-Männchen zupfen vorsichtig an einem ganz speziellen Faden und bringen so das Netz der Angebeteten in Schwingung. Da Spinnen sehr empfindlich auf Erschütterungen reagieren, erkennt das Weibchen am rhythmischen Zupfen die sexuellen Absichten des Verehrers. Ist sie paarungswillig, kommt sie ihm entgegen. Während weibliche Gartenkreuzspinnen bis zu 18 Millimeter groß werden können, ist das Männchen mit zehn Millimetern relativ klein und der Spinnen-Dame körperlich unterlegen. "Der Größenunterschied ist bei Spinnen nicht ungewöhnlich und macht Sex für Spinnenmännchen manchmal zu einem gefährlichen Unterfangen", sagt Dr. Dieter Martin, Leiter der Forschungsstation der Deutschen Wildtier Stiftung in Wildtierland Gut Klepelshagen. "Bei einigen Arten endet das Liebesspiel tödlich, denn sie werden von der Partnerin nach der Begattung einfach aufgefressen", sagt Dr. Martin. Bei der Gartenkreuzspinne allerdings trennen sich Männchen und Weibchen nach der Paarung friedlich. Jetzt im Herbst legt das Weibchen die Eier in einem Kokon aus wollig-weichen Fäden ab. Erst im Frühjahr verlässt der Nachwuchs dann diesen schützenden Kokon. Das Spinnenweibchen stirbt nach der Eiablage.

Eine Kreuzspinne spinnt immer! Die Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus) gehört zur großen Familie der Radnetzspinnen (Araneidae), die in Deutschland mit etwa 50 Arten vertreten ist. Sie ist eine wahre Meisterin im Spinnen. Ihre Fäden stellen von Menschen gemachte Materialien an Festigkeit und Elastizität, Dehnbarkeit und Feinheit in den Schatten. Die Spinne baut etwa 100 Netze in ihrem Leben und hantiert geschickt mit 80 Meter Fadenlänge, ohne sich dabei zu verheddern. Für den Nachwuchs spinnt sie einen Kokon aus Watte- und Hüllfäden. Den "Rohstoff" für die Fäden produzieren Spinnen in mehreren hundert Drüsen.

"Was jetzt im Altweibersommer wie verlorene Haarteile in den Wiesen, Sträuchern und Bäumen hängt, sind die Netze der Baldachinspinnen", sagt Dr. Martin von der Deutschen Wildtier Stiftung. Die Gespinste erinnern ein bisschen an die grauen Haare alter Frauen. Deshalb hat der Volksmund den Begriff "Altweibersommer" geprägt. Früher dachten die Menschen, dass diese Spinnweben Haare von Elfen und Zwergen seien. Spinnenfaden, die Spaziergänger jetzt hin und wieder im Gesicht spüren, sind Flugfäden, mit denen viele Millionen winziger Spinnen auf die Reise gehen. Sie segeln oft über hundert Kilometer am Faden durch die Lüfte.

Von wegen: Pfui, Spinne! Generell meiden Spinnen die Menschen. Obwohl die einheimischen Arten völlig ungefährlich sind, haben sie nur wenige Freunde. Dabei gehören Spinnen zu den wichtigsten Nützlingen in der Natur. Jahr für Jahr vertilgen sie unvorstellbar große Mengen an Insekten, darunter Ernteschädlinge wie Kartoffelkäfer und Quälgeister wie Stechmücken. Bei vielen Tieren wie Vögeln, Insekten und größeren Spinnen stehen sie selbst auf der Speisekarte. Übrigens: Spinnen sind keine Insekten. Sie bilden eine eigene Ordnung in der Klasse der Spinnentiere (Arachnida), zu denen auch Weberknechte, Skorpione und Milben zählen.

Kostenloses Bildmaterial: www.Presse.DeutscheWildtierStiftung.de

Pressekontakt
Eva Goris, Pressesprecherin, Billbrookdeich 216, 22113 Hamburg, Telefon 040 73339-1874, Fax 040 7330278, E.Goris@DeutscheWildtierStiftung.de, www.DeutscheWildtierStiftung.de



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